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Am 24./25. Juni hat der internationale Fach-
kreis „Kommunikations-Controlling“ des
ICV in ausgesprochen internationaler Um-
gebung getagt: bei der Deutschen Welle in
Bonn, die sich als ein hervorragender Gast-
geber zeigte.
Auf Schritt und Tritt erlebbar war dort die In-
ternationalität; von diesem Sendehaus wird –
mit zumeist jungen Muttersprachlern – in 30
Sprachen in die ganze Welt gesendet. Und weil
gerade die Fußball-Weltmeisterschaft lief, tra-
fen die FAK-Mitglieder am Freitagnachmittag
im Sender einige Fan-Grüppchen, die in den
Trikots ihrer Heimatmannschaften vor Fernse-
hern ihre Teams anfeuerten.
Das Fachkreistreffen bei der Deutschen Welle
war das erste Treffen nach dem kürzlichen Er-
scheinen des ICV-Statements „Grundmodell
für Kommunikations-Controlling“. Diese Publi-
kation ist ein Meilenstein der Fachkreisarbeit.
Nun galt es zu überlegen, welche Aufgaben
nach den geschaffenen Grundlagen anzupa-
cken sind. Themen für mindestens weitere drei
Jahre konzentrierter, kreativer Arbeit wurden
gefunden, dazu gehören unter anderem „Pra-
xisbeispiel“, „nichtmaterielle Werte“ sowie
„Kennzahlen“.
Am 28. Mai hat in Kaliningrad, der Metropole
der gleichnamigen russischen Ostsee-En-
klave, die 3. Internationale wissenschaft-
lich-praktische Controlling-Konferenz
stattgefunden. Gemeinsame Veranstalter
waren der Kaliningrader „Club of Manage-
ment and Financial Controllers“, der Inter-
nationale Controller Verein ICV und „The
Baltic Business Club“. Die Konferenz hatte
mit 65 mehr Teilnehmer als im Vorjahr.
Das freute die Veranstalter besonders, hat doch
die Wirtschaftskrise die Kaliningrader Region
hart getroffen. Den weiter gewachsenen Zu-
spruch der Tagung führten sie auf das Pro-
gramm mit zahlreichen Praxisbeispielen und
auf die Ansprache von Controlling- und Finanz-
experten, wie auch von Geschäftsführern und
Firmeneigentümern zurück.
Auch in diesem Jahr unterstützte der ICV diese
Fachtagung mit Referenten. Robert Panufnik,
Chefcontroller in der Firma Vector in Gdansk
und Mitglied im ICV-AK Gdansk, berichtete
über die Einführung eines Controllingsystems
in seinem mittelständischen Unternehmen.
Von besonders großem Interesse für die russi-
schen Zuhörer waren Panufniks Schilderun-
gen eines unternehmensweiten, über den ei-
gentlichen Finanzbereich hinausgehenden
Systems. Einen weiteren Vortrag des ICV hielt
der ICV-Presseverantwortliche Hans-Peter
Sander anhand von Umfrage-Ergebnissen der
„Controller‘s e-News“ zur Rolle der Controller
in den Unternehmen während der Wirtschafts-
krise.
In zwei weiteren internationalen Vorträge stell-
te die Bilanzbuchhalterin der Kaliningrader
Niederlassung eines niederländischen Logis-
tikunternehmens Spitzenkennzahlen in ihrem
Finanzreporting vor und der französische Ge-
schäftsführer einer gastronomischen Unter-
nehmensgruppe sprach über Erfahrungen mit
Veränderungsprozessen in Kaliningrad. Drei
weitere Vorträge wurden von Referenten ge-
halten, die sowohl Eigentümer als auch Ge-
schäftsführer ihrer Unternehmen sind.
Bei den Konferenzvorträgen ist eine Entwick-
lung deutlich geworden: Immer mehr wird aus
der Unternehmenspraxis berichtet. Das war
beim Start des Controlling-Arbeitskreises
Kaliningrad vor vier Jahren noch ein heikles
Thema.
Anhaltend und heftig wird auch in Kaliningrad
das Rollenverständnis der Controller disku-
tiert: Welche Kompetenzen und welche Ver-
antwortung haben Controller? Dabei vertritt
der dortige „Club der Controller“ konsequent
das IGC-Leitbild.
Mit Verlauf, Referenten und positiven Reak-
tionen der Teilnehmer, als auch mit dem wirt-
schaf tlichen Ergebnis der 3. Controlling-
Konferenz zeigten sich die Veranstalter sehr
zufrieden. Sie kündigten auch für 2011 wieder
eine Controlling-Tagung in Kaliningrad an.
Internationale Gäste sind dort herzlich will-
kommen.
Kaliningrader Tagung wächst
Zufrieden mit dem ersten Meilenstein „Statement“ zeigten sich die FAK-Mitglieder
Die Kaliningrader Konferenz 2010 hatte erneut mehr Teilnehmer als im Vorjahr.
Zu Gast bei einem Global Player
CM September / Oktober 2010