104
Dennoch kann die Ökologieorientierung selbst-
verständlich nicht zum Selbstzweck von Unter-
nehmen werden, sondern muss sinnvoll in die
Unternehmensführung integriert werden. Für
die Ideenwerkstatt bedeutet dies, dass der
Controller zusammen mit den Zuständigen für
Umweltfragen und dem Management erkennen
muss, welche Risiken und welche Chancen sich
durch eine umweltfreundlichere Gestaltung der
Prozesse, Produkte und Leistungen bis hin zu
Geschäftsmodellen für das Unternehmen erge-
ben. Auf diese Weise muss es dem Controller
gelingen, eine realistische Standortbestim-
mung des Unternehmens zu erzeugen und dar-
auf aufbauend das Umweltmanagement bei der
Formulierung von realistischen Umweltzielen,
die im Einklang mit wirtschaftlichen Zielen ste-
hen, zu unterstützen. Im Anschluss an diesen
gemeinsamen Zielbildungsprozess, müssen je-
doch auch die strategischen und operativen
Controlling-Instrumente diese Zielsetzungen
abbilden. Somit stellt sich aus Sicht der Ideen-
werkstatt die Frage, wie zentrale Controlling-
Prozesse und -Instrumente in Richtung einer
ausgewogenen Unternehmensführung ange-
passt werden können. Durch die Beantwortung
dieser Fragestellungen soll ein Reifegradmodell
für die Ökologieorientierung im Controlling erar-
beitet werden, welches Lösungsansätze und
Möglichkeiten aufzeigt, wie sich Unternehmen
dem Thema „Greening“ in Einklang zwischen
ökologischen, ökonomischen und sozialen
Zielen annehmen können.
Studie zum „Green Controlling“
Um den Stand der Unternehmenspraxis sowie
die künftigen Anforderungen der Controller im
ICV für ein grünes Controlling flächendeckend
zu erheben, wird die Ideenwerkstatt zusam-
men mit dem Vorstand des ICV im Anschluss
an die Sommerferien eine Fragebogenstudie
durchführen. Sie sind herzlich eingeladen sich
an dieser Umfrage zu beteiligen. Für die Unter-
stützung der Ideenwerkstat t erhalten Sie
selbstverständlich einen Ergebnisbericht und
darüber hinaus verlost der ICV unter allen Teil-
nehmern Preise.
Johannes Isensee
ControllerPreis 2010
für Bundesagentur für Arbeit
Auf dem 35. Congress der Controller ist am
14. Juni der „ControllerPreis 2010“ des ICV an
die Bundesagentur für Arbeit (BA) verliehen
worden. Ein Sonderpreis ging an Birgit Feist-
mantl, Controllerin der Swarovski Japan ltd.
Der mit 5.000 EUR dotierte ControllerPreis
2010 ging an die BA für das Projekt „SAMP –
Steuerung Arbeitsmarktprogramme“. SAMP
unterstützt die Budgetierung und deren An-
passung an sich schnell ändernde Rahmen-
bedingungen. Die BA hat angesichts ihres
hohen Bedarfs an einer unterjährigen Steue-
rung die quartalsweise Fortschreibung der
Jahresplanung eingeführt und kann auf dieser
Basis Anpassungen im laufenden Geschäft
vornehmen.
Der Sonderpreisträgerin Birgit Feistmantl war
es in der japanischen Tochter des österreichi-
schen Unternehmens gelungen, das japani-
sche Accounting mit einem Controlling nach
dem ICV-Leitbild zu verbinden. Das Ergebnis
sind deutliche Veränderungen im Bereich der
Kostenzuordnung, ebenso wie in der Personal-
steuerung.
V.l.n.r.: Siegfried Gänßlen, ICV-Vorsitzender, CEO Hansgrohe AG; die ControllerPreis-Träger 2010: Dieter Wagon, Ge-
schäftsführer Finanzen/Controlling BA; Dr. Klaus Schuberth, Bereichsleiter Controlling BA; Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber,
Vors. des ICV-Kuratoriums und der ControllerPreis-Jury, Direktor des Instituts für Management und Controlling an der
WHU – Otto Beisheim School of Management)
Birgit Feistmantl, Controllerin der Swarovski Japan ltd., nimmt die Glückwünsche vom ICV-Vorsitzenden, Siegfried Gänßlen,
entgegen. Rechts: Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber; 2.v.l.: Prof. Dr. Martin Hauser, Controller Akademie AG.
Internationaler Controller Verein ICV