Seite 38 - CONTROLLER_Magazin_2010_06

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Ausland (A) geliefert wird, um hieraus die Um-
satzsteuerverbindlichkeiten planen zu können).
Bei den
Bilanzkonten (Erhaltene Anzah-
lungen, Forderungen LuL)
erhöht sich die
Komplexität, da die Werte nicht nur eingebucht,
sondern nach Projektabschluss/Zahlungsein-
gang auch wieder ausgebucht werden müssen.
Das bedeutet, dass die Einbuchung der Erhal-
tenen Anzahlungen zum Zeitpunkt des Auf-
tragseingangs geschieht, die Ausbu-
chung dagegen zum Zeitpunkt der
Lieferung mit der Realisierung des
Umsatzes.
In der Schnittstellentabelle (hier zu
Professional Planner
von Winter-
heller) besteht die Möglichkeit der
Eingabe der Auftragswahrschein-
lichkeit
, welche Planwerte herange-
zogen werden sollen. Alle anderen In-
formationen wie z. B. Planung von
weiteren, nicht projektspezifischen
Umsätzen (Ersatzteile, Wartung) so-
wie die Betriebskosten werden direkt
im Finanzplanungssystem geplant,
um die Komfortabilität der innewoh-
nenden finanzwirtschaftlichen Logik
zu nutzen.
Nach der Einspielung der Planung in
das System gilt es, die Szenarien ge-
nauer zu betrachten, ob bspw. bei ei-
ner Umsetzung der Wahrscheinlich-
keit von 50% noch zusätzliches Per-
sonal eingestellt oder bspw. der An-
teil der Fremdleistungen an den
anderen Projekten erhöht werden
müsste etc..
Fallbeispiel
Nachfolgend wird beispielhaft die Um-
setzung der oben dargestellten theore-
tischen Grundlagen für die Finanzpla-
nung eines Maschinen- und Anlagen-
bauunternehmens in Abhängigkeit der
Auftragswahrscheinlichkeiten darge-
stellt. Im Rahmen eines gemeinsamen
Workshops sowie der Datenerfassung
aus dem CRM-System bzw. den zu-
grunde liegenden Vertriebsinformati-
onen wurden insgesamt rund 60 Pro-
jekte für das Jahr 2010 detailliert ge-
plant. Dies beinhaltete u.a. Forecasts
der erwarteten Liefertermine, Anzah-
lungen, Projektentwicklungen usw. Als
Basis für die zielorientierte Finanzplanung wur-
den
ausschließlich Umsätze mit einer Auf-
tragswahrscheinlichkeit von größer als
80% berücksichtigt
. Der hieraus prognosti-
zierte Umsatz beträgt 9.681 T€ und führt auf
Abb. 2: GuV Planung Szenario 80% und 60%
Gewinn und Verlust 2er-Vergleich
Maschinenbau80Proz: Unternehmen
Maschinenbau60Proz: Unternehmen
Szenario
80%
Szenario
60%
Differenz in %
2010 2010
%62 355.2 532.21 186.9
gnutsieltmaseG
0
0
0
ettabaR
0
0
0
itnokS
%63 257
948.2 790.2
negnutsieldmerF
0
0
0
noisivorpztasmU
%72 636
099.2 353.2
lairetaM/SEW
Kosten der Warenabgabe
646
996
350 54%
Deckungsbeitrag
4.585 5.400 815 18%
Aufwand = Kosten
3.769 3.947
178 5%
Abschreibungen
107
107
0 0%
Beiträge/ Versicherungen
59
59
0 0%
Bürokosten/ Porto/ Telefon
65
65
0 0%
Fahrzeugkosten
28
28
0 0%
Miete Einrichtungen
60
60
0 0%
Mieten/ Raumkosten
160
160
0 0%
Personalkosten 2.850 3.028
178 6%
Rechts- und Beratungskosten
35
35
0 0%
Reparaturen/ Instandhaltungen
50
50
0 0%
Sonstige Kosten
97
97
0 0%
Werbe-/ Reisekosten
259
259
0 0%
0
0
0
gnutsieL = gartrE
Ordentliches Ergebnis 1
816 1.453 637 78%
Ord Neutraler Aufwand
134
134
0 0%
Zinsaufwendungen
134
134
0 0%
%43- 41-
62
93
nesnizlloS-KKB
0
0
0
gartrE relartueN drO
Zinserträge
0
0
0
0
0
0
nesniznebaH-KKB
Ordentliches Ergebnis 2
643 1.294 650 101%
AO Neutraler Aufwand
0
0
0
AO Aufwand
0
0
0
0
0
0
gartrE relartueN OA
AO Ertrag
0
0
0
Ergebnis vor Steuern
643 1.294 650 101%
%101 19
181
09
nreuetssgartrE
Ergebnis nach Steuern
553 1.112 559 101%
Integrierte Finanzplanung für Maschinen- und Anlagenbau