Seite 22 - CONTROLLER_Magazin_2010_06

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Sortierung und Anpassung der
Risikofelder und -kategorien
Im letzten Schritt wurde der Risikokatalog opti-
miert. Dabei wurden die folgenden Anpas-
sungen vorgenommen:
°
Anpassung (Umbenennung) der Risiko-
felder, soweit dies notwendig erschien,
°
Überprüfung auf Überschneidungen der Ri-
sikokategorien und Risiken entlang der Risi-
kofelder und ggf. Eliminierung von Doppel-
nennungen,
°
Verschiebung von Risikokategorien bzw. Ri-
siken in andere Risikofelder bzw. -katego-
rien und
°
Ergänzung des Risikokatalogs um Risikoka-
tegorien bzw. Risiken, die im Rahmen der
Literaturrecherche erhoben wurden und von
Relevanz für Dräger sind.
Die entwickelten Risikofelder erwiesen sich als
hilfreich und richtungsweisend für die Risiko-
identifikation. Deshalb wurden die Risikofelder
weitestgehend so belassen, wie sie in Abbil-
dung 3 aufgeführt sind. Lediglich kleine Ände-
rungen wurden durchgeführt. So wurde in der
Mitarbeiterbefragung darauf hingewiesen, dass
das Risikofeld „Tax“ um „Customs“ erweitert
werden sollte, sodass Risikofeld 16 neben steu-
erlichen Risiken nun auch Zollrisiken umfasst.
Während die Risiken bereits innerhalb der Risi-
kofelder auf Doppelnennungen überprüft wur-
den, sollte abschließend der gesamte Katalog
auf mögliche Überschneidungen hin analysiert
werden. Auf Basis der Analyse wurden einzelne
Risikokategorien und Risiken eliminiert oder in
andere Risikofelder verschoben. Da die Risiko-
felder sehr starke Beziehungen zueinander auf-
weisen, ist ein gänzlich überschneidungsfreier
Risikokatalog nicht realisierbar. Dies lässt sich
anhand des Risikofeldes „Management of lar-
ge-scale projects“ veranschaulichen.
Das
Risikofeld „Management of large-scale
projects“
weist u. a. Überschneidungen mit
den Risikofeldern „personnel“ (lack of know
how) und „sales market“ (high competition for
large-scale projects) auf. Bei einem völlig über-
schneidungsfreien Katalog müssten diese Risi-
kokategorien bzw. das gesamte Risikofeld „Ma-
nagement of large-scale projects“ eliminiert
werden. Das Risikofeld wurde jedoch in den Ka-
talog aufgenommen, da Risiken aus Großpro-
jekten für Dräger eine große Bedeutung zu-
kommt und daher die Aufmerksamkeit bei der
Risikoidentifikation auf solche Risiken gelenkt
werden sollte. Es muss also stets zwischen der
Überschneidungsfreiheit innerhalb des Risiko-
katalogs und der Aufmerksamkeit, die man bei
den analysierenden Instanzen mit Hilfe der Sys-
tematisierung erreichen möchte, abgewogen
werden. Insgesamt umfasst der neue Risikoka-
talog 17 Risikofelder, 99 Risikokategorien und
238 Einzelrisiken.
Fazit
Insgesamt konnte durch eine umfangreiche
Literatur-, Geschäftsberichts- und Dokumen-
Abb. 4: Vorgehensweise bei der Bildung der Risikokategorien
1. Ausgangssituation
2. Bildung von Risikokategorien
3. Zuordnung der Risiken zu den Risikokategorien
Ableitung eines Risikokatalogs