109
Die Balanced Scorecard ist als Führungs- und
Kommunikationsinstrument ein Bindeglied zwi-
schen Strategie-Erarbeitung und strategie-
orientierter Umsetzung. In dieser Grundform
der Zusammenstellung von Zielen, Kennzahlen,
Vorgaben und Maßnahmen für die vier Pers-
pektiven / Entwicklungsgebiete Finanzen, Kun-
den, interne Geschäftsprozesse und Lernen &
Entwicklung wurde die Balanced Scorecard
Mitte der 1990er Jahre auch in Deutschland
einem breiteren Publikum bekannt.
Inzwischen gibt es in der Praxis eine große
Vielfalt von Erscheinungsformen der Balanced
Scorecard zur Umsetzung von Strategien in
konkrete Aktionen. Sie haben bei allen Unter-
schieden folgende Punkte gemeinsam:
1. Ziele vereinbaren
Formulierung eines zentra-
len strategischen Ziels („Leitziel“ oder „Vision“).
2. strategische Koordinaten entwickeln
Konkretisierung des Leitziels durch Subziele.
3. Zielgerichtete Aktionen erarbeiten
Ablei-
tung von Aktionen, die den Subzielen genügen,
Festlegung von Kennzahlen für die Aktionen.
4. Strategische Projekte umsetzen
Zusam-
menfassen der Aktionen zu Projekten, Projekt-
bearbeitung.
5. Mit der Balanced Scorecard berichten
Einbinden der Kennzahlen in das Berichtssystem.
6. Einordnung der BSC in den Führungspro-
zess
Organisation der gemeinsamen Arbeit zur
praktischen Umsetzung der Strategie (Projekte,
Aktionsprogramme).
7. Lernprozess organisieren
regelmäßige Über-
prüfung von Strategie und Strategieumsetzung.
Was Controller davon haben
Wenn es gelingt, die Balanced Scorecard in den
unternehmerischen Alltag einzubinden, kann
sie zu einem umfassenden und universellen
Instrument entwickelt werden, das allen Aktivi-
täten einen strategischen Rahmen gibt und den
Beteiligten mehr Klarheit und Konsequenz
ermöglicht zur Formulierung, Kommunikation
und Umsetzung ihrer Strategie.
a) Gestalten Sie Ihre Balanced Scorecard auf
der Basis einer kommunizierten Strategie.
b) Gestalten Sie Ihre BSC gemeinsam mit allen
tragenden Kräften des Unternehmens. Dazu
gehören auch innovative „Querdenker“, Be-
triebsrat oder „Freunde des Hauses“.
c) Gestalten Sie Ihre Balanced Scorecard aus
Ihren eigenen Ideen und jenen Ihrer Kollegen.
Moderierte Workshops und externe Hilfe kön-
nen nützlich sein. Inhalt und „Emotion“ sollten
aber von den Betroffenen kommen, denn Sie
müssen mit den Konsequenzen leben.
d) Gestalten Sie Ihre Balanced Scorecard ent-
sprechend den Gegebenheiten Ihres Unterneh-
mens und so, dass sie von allen Beteiligten
akzeptiert werden kann.
e) Gestalten Sie Ihre Balanced Scorecard in
durchschaubaren Strukturen bezüglich der
Ziele, der Auswahl geeigneter Aktionen, der
Organisation der praktischen Arbeit und der
Berichte.
f) Gestalten Sie Ihre Balanced Scorecard mit
Mut zur Konsequenz.
g) Gestalten Sie Ihre Balanced Scorecard so,
dass sie sich möglichst nahtlos einfügt in Ihr
Management- und Controlling-System.
h) Gestalten Sie Ihre Balanced Scorecard mit
nachhaltiger Geduld.
i) Gestalten Sie Ihre Balanced Scorecard mit
ausreichend Zeit für Kommunikation.
Dies ist ein Exzerpt. Lesen Sie den vollstän-
digen Artikel auf
Ersteinsteller: Herwig R. Friedag,
Dr. Walter Schmidt,
Aus ControllingWiki: Balanced Scorecard
Controlling-Wissen teilen
Mit dem ControllingWiki des ICV
d alle Controller und Controlling-Interessierten eingeladen, eine offene und
lebendige Controlling-Wissensplattform mitzugestalten und weiterzuentwickeln. Der ICV garantiert mit einem Fachbeirat die Qualität der
Stichworte im ControllingWiki. Erkennbar sind diese Stichworte an dem grünen „ICV-geprüft“-Zeichen. Diese geprüfte Version wird nur mit
Zustimmung des Fachbeirats geändert – eine Diskussionsversion des Beitrags lässt dabei Raum für Weiterentwicklungen. Der federführende
ICV-Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit freut sich über weitere Beiträge!
CM November / Dezember 2010