Grundsätze ordnungsgemäßer Planung
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Grundsätze ordnungsgemäßer Planung:
Mindestanforderung und Weiterentwicklungsperspektiven (Entwurf)
Karl-W. Giersberg, Werner Gleißner und Ralf Presber
(HI2065937)
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Die
vom BDU entwickelten Grundsätze ord–
nungsgemäßer Planung (GoP) können einen
wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Aussa–
gefähigkeit und Qualität der Untemehmenspla–
nung zu erhöhen - was letztlich zu einer Ver–
besserung der Qualität unternehmerischer Ent–
scheidungen führt, da diese auf einer fun–
dierten Planung basieren sollen. Nach dem
ersten Entwurf der GoP aus dem Jahr 2007
(siehe hierzu z.B. Presber / Sindl, Controller
IVIagazin 2008) wurde in der Zwischenzeit ein
deutlich weiterentwickelter Entwurf erstellt,
der
auch weiterführende Gedanken zur Optimie–
rung von Planung und den fachlichen Input von
„Nutzern" (wie z.B. Ratinganalysten, Risikoma–
nager oder Wirtschaftsprüfer die Unterneh–
mensbewertungen erstellen) aufgegriffen hat.
Kernaspekte der Aktualisierung der GoP betref–
fen dabei die noch deutlichere Betonung der
Notwendigkeit,
Transparenz über Planan–
nahmen und den
Grad
an Planungsslcher-
heit
zu
schaffen, sowie die
Implikationen
der Planung für das Rating
und damit die
Beurteilung eines Unternehmens aus Gläubi–
gersicht zu berücksichtigen.
Mit den GoP sollen die essentiellen Anforde–
rungen an Unternehmensplanungen festgelegt
werden. Durch den dadurch aufgespannten
Rahmen wird die Planung zu einem sicheren
und reproduzierbaren Prozess. Jeder individu–
ellen Untemehmensplanung geht dabei eine
Analyse voraus, die sowohl den Ist-Zustand ab–
bildet als auch Potentiale aufzeigt. Alle rele–
vanten zukünftigen Situationen und Entschei–
dungen müssen berücksichtigt werden. Eine
operative Planung sollte auf einer klar formu–
lierten Strategie basieren. Ausgangspunkt der
zukunftsbezogenen Planung ist dabei die Pro–
gnose künftiger Entwicklungen und Verände–
rungen des Unternehmens und seines Umfeldes
(z. B. Wettbewerber Verbraucher Handel, Ge–
setzgebung, etc.). Das bedeutet, der Unterneh–
mensplan legt u.a.
• die Unternehmensziele,
• die geplanten Maßnahmen,
• die zur Realisierung vorgesehenen Mittel
für die Planperioden fest.
Im Folgenden werden einige der theoretischen
Überlegungen, die dieser Überarbeitung der
GoP zugrunde liegen, erläutert, wobei zugleich
auch Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung
traditioneller Planungssysteme aufgezeigt wer–
den, die über die Grundantorderungen der GoP
hinausgehen.
Gegenüber dem ersten Entwurf der GoP sind
einige wesentliche Weiterentwicklungen umge–
setzt worden, die zugleich Ansatzpunkte für die
Verbesserung von Unternehmensplanungen
bieten, da die GoP natürlich nur Mindestanfor–
derungen darstellen können:
Klarheit der Begriffe
Die GoP fordern, dass alle vera/endeten wesent–
lichen Begriffe klar definiert werden. Dies gilt
naheliegendenweise für den zentralen Begriff
„Planwert". Insbesondere muss unterschieden
werden,
ob der Planwert aufzufassen ist als
a. Erwartungswert
b. Median
(also Wert, der mit gleicher
Wahr–
scheinlichkeit über- oder unterschritten wird)
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