Bewertung von intellectual Capital
Mögliche Einsatzgebiete
Leider l<ann die dargestellte Beispielrectinung
nicht sämtliche Anpassungen enthalten, da die in–
ternen Daten nicht öffentlich zugänglich sind. Auf
die Berechnung und Verwendung eines Durch–
schnittskurses wird vereinfachend verzichtet.
Die Intangible Ratio eignet sich für:
• Risiko-ZChancenbeurteilung eines Intellec–
tual Capital iwlanagements,
• Performance fi^essung der Umwandlung von
Intellectual Capital in rechtlich geschütztes,
bilanziertDares Vermögen,
« zeitbezogenes internes Benchmarking nach
Anpassung von Zeitwerten und
•• externes Benchmarking ohne Anpassung
von Zeitwerten.
Da alle Unternehmen Verfälschungen des Intel–
lectual Capital ausgesetzt sind, ist es denkbar,
die Intangible Ratio zum Benchmarking zwi–
schen Unternehmen einzusetzen. Dieses Bench-
mari<ing sollte sich allerdings auf vergleichbare
Abschlüsse beziehen, die nach den selben
Rechnungslegungsgrundsätzen erstellt wurden.
Impairment Test
Mit dem Inkrafttreten des IFRS 3 i.Vm. lAS 36
dürfen Unternehmen die nach IFRS, ebenso wie
Unternehmen, die nach US-GAAP (SFAS 141,
142) bilanzieren, den Goodwill nicht mehr plan–
mäßig abschreiben. Vielmehr ist dieser mindes–
tens einmal jährtich einem Impairment Test zu
unterziehen. Dies setzt voraus, dass der Good–
will gemessen und vor allem gesteuert wird. Die
mit einer Wertberichtigung einhergehende Si–
gnalwirkung dürfte dabei nicht zu verachten
sein. Wenn das Management gezwungen ist,
den Goodwill einer Reporting Unit abzuschrei–
ben, deutet dies stark auf Leistungsdefizite der
Einheit hin, Jedoch entstehen erhebliche bilanz–
politische Spielräume bei der Quantifizierung
der Wertberichtigung. Denn je nachdem, mit
welcher Höhe bei der Ermittlung des tatsäch–
lichen Eigenkapitals nicht bilanzierungsfähige
Intangible Assets (wie z.B. selbst erstellte Mar–
ken oder Forschungsleistungen) angesetzt wer–
den, entsteht ein Impairment Loss in mehr oder
weniger großem Ausmaß (Stauber/Ketterle).
Trotzdem bleibt festzuhalten, dass das Manage–
ment erstmals für das era/orbene Intellectual
Capital in der Verantwortung steht. Speziell die
Abschreibungen auf Firmenwerte in der GuV
dürften aufgrund ihrer ergebnismindernden
Wirkung interessant sein. Wer bereits auf ein
unternehmensweites Intellectual Capital Ma–
nagement zurückgreifen kann, hat Erfahrung
die sich leicht auf die Steuerung eines enwor-
benen Goodwill übertragen lässt.
Fazit
Die Intangible Ratio ist kein Ansatz, der das In–
tellectual Capital Management revolutioniert.
Sie hilft jedoch, das Risiko einer Steuerung über
traditionelle Kennzahlen bzw. die Chance, die
ein Intellectual Capital Management bietet, ab–
zuschätzen. Die Kennzahl ist simpel, aber gera–
de darin kann auch der Vorteil ihrer einfachen
und schnellen Anwendbari<eit gesehen werden.
Autoren
• Prof.
Dr Bernd Britzelmaier
ist Professor für Controlling, Finanzen- und Rechnungswesen
an der Hochschule Pforzheim.
Dipl.-Betriebswirt (FH) Christoph Muß
ist Student an der Hochschule Pforzheim im Programm
„Master of Arts in Intemational Finance and Accouting".
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