Controller magazin
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Schlußvortrag zum 24. Congress des
Controller Verein eV
„STREIFLICHTER
DURCH
30 JAHRE
CONTROLLER PRAXIS
von Dr. Karlhieinz
Hillenbrand,
Halstenbel( / Hamburg
24. Congresi
der Controlle
14./15. Juni 19«
Controller
Wie aus dem Congressprogramm er-
siclitlicli ist, bin icli dem Control ler Verein
seit langem verbunden. Also auch ein
Miterleber in Sachen ControllingEntw/ick-
lung in einer langen Weggefährtenschaft
mit Dr Albrecht Deyhle.
Im Vortrag von Prof. Mayer (vgl. Nr. 5/99)
war zu erkennen, dass das Control l ing
bzw. das, was wi r heute inhaltlich damit
meinen, näml ich Un t e r nehmen voraus –
schauend u n d vo r ausdenkend z u f üh –
ren u n d z u s teuern, nicht schlagartig
über uns gekommen ist, sondern sozu–
sagen eher evolut ionär .
Unsere heut ige Vorstel lung v on Con–
trolling ist das Ergebnis eines al lmähl ich
und stufenweise fortschreitenden Ver-
änderungs- und Entwicklungsprozesses
von niederen zu höheren Formen bei der
F üh r un g , O r gan i s a t i on u n d den
Steuerungsinstrumenten, sowohl in der
Theorie wie auch in der Praxis.
Veränderungen we r den letzt l ich immer
v o n Personen i n Gang gebracht , und
zwar von solchen die die Veränderungs–
notwendigkeit real erkennen u n d prakt i –
kable Lösungen suchen u n d entwickeln.
Es gibt eine große Anzahl von Persönlich–
keiten in Wissenschaft und Praxis im In-
und Ausland - vor allem auch in unseren
Nachbar ländern Österreich und Schweiz
- die die Entwicklung des Control l ing in
den zurückl iegenden Jahrzehnten maß
geblich und richtungsweisend beeinflusst
haben.
Man könnte, ja man müsste eigentlich
eine lange Namensliste anlegen. Ich be–
schränke mich auf einige Personen, de–
nen ich als Student und später im Beruf
begegnen konnte und von denen ich fach–
lich und menschl ich profitiert habe, so
u. a. die Hochschul lehrer August Marx
und Gutenberg, Tautscher in Graz, Ewald
Aufermann, Kilger, Bruno Tietz, Medicke
und Elmar Mayer, aber auch Hans Georg
Plaut und viele Kollegen aus der Praxis.
Zu diesem Kreis darf ich auch Dr Al
brecht Deyhle zählen. In der woh l selte–
nen Kombinat ion von Autor, Verleger
Berater und Trainer waren und sind Sie,
lieber Herr Deyhle, an der Weiterentwick–
lung betriebswirtschaftl icher Methoden,
Systeme und Denkweisen entscheidend
beteiligt.
Schwerpunkt Ihrer Arbei t sehe ich vor
allem in Ihrem beharrl ichen Wirken im
H i nb l i ck au f die Ums e t z u n g u n d
Anwendbarmachung der jeweiligen Er–
kenntnisse und Entwicklungen in die
betriebliche Praxis. Das praktische Tun,
das war und ist Ihr Anl iegen life-long. Um
dieses Ziel zu erreichen - also wie macht
man es praktisch - haben Sie 1971 die
Control ler Akademie CA gegründet , um
für die Praxis Aus- und Weiterbi ldung zu
betreiben. In diese Zeit, also Anfang der
70er - fällt auch mein erster Kontakt mit
der CA und Deyhle.
Anlass war, dass wi r im Hause Reemtsma
1969 dami t begonnen hatten, in Zu–
sammenarbeit mit der Fa. Organisation
Plaut eine Grenzplankostenrechnung/
Deckungsbeitragsrechnung einzuführen
und in diesem Zusammenhang erheb–
licher Aus- und Weiterbi ldungsbedarf für
die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ent–
stand.
Z u n ä c h s t wu r d e n die spe z i e l l en
Plankostenseminare von Plaut besucht,
in der Folge dann die Control ler Akade–
mie / CA, und zwar von Mi tarbei tern
aller Funktionen. Die CA war für uns
schon damals die Lösung für unsere Aus–
bildungserfordernisse, weil dort einerseits
betriebswirtschaftl ich ausgebildete Mit–
arbeiter ihren Wissensstand in Richtung
Control l ing erweitern konnten, anderer–
seits z. B. technisch orientierte Mitarbei –
ter das Gedankengut und die Techniken
eines zukunftsorientierten Rechnungswe–
sens vermittelt bekamen, dank den Trai–
nern an der Controller Akademie.
Rasch sprachen wi r eine Sprache hin–
sichtl ich der Kostenrechnung. Kosten–
würfel , ROI-Schema und WEG-Symbol
wurden geläufige Or ient ierungsbi lder
Zunehmend wurde verinneri icht - auf
allen Führungsebenen - dass es ohne
Kunden keine Deckungsbeiträge gibt, also
wie wicht ig künden- und mitbewerber–
orientierte Untemehmenssteuerung ist.
Eines der Deyhle-Bücher fand ich damals
besonders bemerkenswer t , nicht nur
wegen des Inhalts, sondern unter dem
Gesichtspunkt des Erscheinungsdatums.
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