Controller
magazin 6/99
KOMMUNIKATION UND
KENNZAHLEN
Die Balanced Scorecard Konzeption
aus einer anderen Perspektive
von Dr. Daniel
Tasch,
Gesctiäftsführer SimConsult GmbH, Münclien
Dr. Daniel Tasch
Die SimConsult Gmbti hat sich auf die
Beratung und Softwareunterstützung von
Balanced Scorecard Projekten spezialisiert.
Weltenburger str 70 - 81677 Mijnchen
wvm.simconsultde
Status quo
Ein Biicic durci i ai<tuelle Artii<el und Veröf-
fentiicFiungen zum Aufgabenspelctrum
des Controllers zeigt die zunehmende
Bedeutung des kommunikat iven Aspek–
tes bei der tägl ichen Arbei t . Die hohe
Komplexität des betriebl ichen Gesche–
hens ver langt in ansteigendem Umfang
nach der Lotsenhjnkt ion des Controllers.
Damit verlagern sich die Anforderungen
an den Controller, sie steigen mithin er–
heb l i ch . Bet rachtet man die jahres-
themen in einzelnen Arbeitskreisen und
verfolgt die Gespräche bei diesen und
ähnl ichen Anlässen, so werden Art und
Ausmaß dieser kommunikativen Heraus–
forderung deutl ich.
Anregung zu diesem Artikel lieferte ein
Gespräch mit dem Arbeitskreisleiter Ber–
lin-Brandenburg, Herwig R. Friedag, in
dessen Verlauf das entscheidende Verhält–
nis von Kennzahlen und Kommunikation
kurz erläutert wurde. Stellt man dieses
Verhältnis in einen Zusammenhang mit
der aktuellen Balanced Scorecard Diskus–
sion, so lassen sich interessante Aspekte
zu den kommunikativen Anforderungen
an den Controller herausarbeiten.
Unternehmenskommunikation
Die betriebliche Kommunikation kann als
eine besondere Ausprägungsform allge–
meiner Kommunikation verstanden wer–
den. Grundsätzl ich lässt sich der Begriff
der Kommunikat ion aus dem Lateini–
schen als „Gemeinsamkeit" und „Mi ttei –
lung" übersetzen. In einer erweiterten
Definition kann Kommunikation als eine
Übertragung von Nachrichten zwischen
einem oder mehreren Sendern und ei–
nem ode r meh r e r en Emp f äng e r n
aufgefasst werden. Die Mittei lung, also
das Teilen von verfügbaren Informatio–
nen, kann nur dann erfolgreich sein, wenn
die vermittelten Signale für die an der
Kommunikation Beteiligten eine gleiche
gemeinsame Bedeutung besitzen. Aus
dieser Gemeinsamkei t resul t iert eine
wesentl iche Funkt ion der Kommunika–
tion: sie hält gesellschaftliche Gebilde und
damit auch Unternehmen zusammen.
Diese Kohäsionsfunktion steht im Mi ttel –
punkt der Über legungen zum Verhältnis
von Kommunikation und Kennzahlen.
Die Unternehmenskommunikat ion ver–
folgt dabei idealtypisch das Ziel, Voraus–
setzungen zu schaffen, dass jede Stelle
über die für ihre Aufgabenerfül lung not–
wendigen Informationen verfügt.
Die zugrundegelegte Kommunikations–
struktur kann unterschiedliche Formen
in Abhängigkei t von den situativen Erfor–
dernissen annehmen: von linearen über–
sichtlichen Strukturen der Informations–
vermi tt lung und Verständigung bis hin
zu netzartigen Erscheinungsformen.
Mi t Hilfe vielfältiger Kommunikations–
systeme wi rd z. Zt. nicht nur im Verlauf
der betriebl ichen Kommunikat ion die
G r a t wa n d e r u n g
z w i s c h e n
Bas i s –
versorgung, sinnvol len zusätzl ichen In–
format ionen und einer Informat ions-
überfrachtung beschritten.
In dieser Gesamthei t der Kommun i –
kationsinstrumente, -maßnahmen und
strukturen eines Unternehmens ist der
Controller eingebunden. Im Vordergrund
steht dabei die zu erbringende Informa–
tionsdienstleistung des Controllers für
interne Zielgruppen. Ein Mi ttel zur Auf–
gabenerfül lung stellen für den Controller
unter anderem Kennzahlen dar
Kennzahlen
Grundsätzl ich lassen sich Kennzahlen
und Indikatoren im Kontext der Unter–
nehmensführung als informative Zahlen
zu betriebswirtschaftlichen Tatbeständen
definieren. Sie geben Aufschluß über die
Erreichung des Unternehmensziels im
Sinne e i ner v e r d i c h t e t en E r gebn i s –
präsentation.
Faßt man Kennzahlen darüber hinaus als
ein Führungshi lfsmittel auf, so wi rd das
Wesentliche nach Mögl ichkeit quantita–
t iv knapp und qual itativ präzise darge–
s te l l t , um das t a t säch l i che Un t e r –
nehmensgeschehen t ransparent und
übersichdich abzubi lden.
K e t t a
Kreit
Stern
V o l l s t ä n d i g e s N e t z
Unterschiedliche Kommunikationsstrukturen
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