training und coaching 46 wirtschaft + weiterbildung 02_2022 einen neuen Schub für die berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung zu erzeugen. Im Koalitionsvertrag steht: „In Zeiten des digitalen und demografischen Wandels ist eine gezielte Nationale Weiterbildungsstrategie NWS wesentliche Voraussetzung, um unsere wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ziele zu erreichen. Wir verbessern Möglichkeiten für berufliche Neuorientierung, Aus- und Weiterbildung, auch in Teilzeit. Die Instrumente der Bildungspolitik und der aktiven Arbeitsmarktpolitik stimmen wir aufeinander ab.“ Das Stichwort „arbeitsmarktpolitische“ Weiterbildung lässt beimWuppertaler Kreis Bedenken aufkommen, dass neue gesetzgeberische sowie operative Maßnahmen des Bundes, der Länder und der Sozialpartner dazu führen könnten, dass zu viel Bürokratie entsteht und es zu einer Übersteuerung, Überinstitutionalisierung und Überpolitisierung von Weiterbildungsangeboten kommt. Die Gremien der Nationalen Weiterbildungsstrategie NWS sollte sich auf Erfahrungsaustausch und die Abstimmung von Maßnahmen von Bund, Ländern, Verbänden und Sozialpartnern in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich konzentrieren. Als Schwerpunktaufgabe sollte (nur) die Entwicklung der Weiterbildungskultur in Deutschland und eine stetige Werbung für mehr Weiterbildungsengagement auf dem Programm stehen. Arbeitsagentur sollte keine Bildungsberatung betreiben Grundsätzlich gilt für den Wuppertaler Kreis, dass der private Markt für Weiterbildung von politischen und insbesondere weiterbildungspolitischen Überlegungen nicht beeinträchtigt oder gar überreguliert werden darf. Staatliches Handeln im Bereich der Weiterbildung sollte sich deshalb auf die in öffentlicher Verantwortung liegenden Segmente wie Arbeitsmarktpolitik sowie die allgemeinbildenden Bereiche konzentrieren. Die Bundesregierung will mit einer Bildungs(teil)zeit nach österreichischem Vorbild den Deutschen eine finanzielle Unterstützung für arbeitsmarktbezogene Weiterbildung bieten – zum Beispiel, um einen Berufsabschluss nachzuholen oder eine berufliche Neuorientierung zu starten. Die Bundesagentur für Arbeit prüft dabei die Fördervoraussetzungen. Der Wuppertaler Kreis hat Bedenken, die Bundesagentur damit zu belasten und warnt, dass die Beitragsmittel der Arbeitslosenversicherung nicht sachfremd verDen Wandel erfolgreich zu bewältigen heißt, aktiv in die Personalentwicklung und die betriebliche Weiterbildung zu investieren. Viele Unternehmen tun das und nehmen so ihre unternehmerische Verantwortung wahr. Gleichzeitig macht der Wuppertaler Kreis aber auch darauf aufmerksam, dass auch die Beschäftigten selbst eine Verantwortung dafür tragen, dass sie ihre Qualifikationen aktuell halten und damit ihre eigene Berufs- und Arbeitsmarktfähigkeit ausbauen. Die Eigenverantwortung der Lernenden betonen In Zukunft werde es deshalb darauf ankommen, dieses Prinzip der Eigenverantwortung sowohl bei den Unternehmern als auch bei den Beschäftigten zu stärken. Begrüßt wird deshalb ausdrücklich das im Koalitionsvertrag festgelegte Ziel, Wuppertaler Kreis: Absage an staatliche Regulierungen AKADEMIEN. In ihrem Koalitionsvertrag haben SPD, Grüne und FDP auch Vorhaben für die betriebliche und berufliche Weiterbildung definiert. Der „Wuppertaler Kreis“, ein Verband von rund 60 großen Akademien für die betriebliche Weiterbildung, hat jetzt kritisch Stellung zu den Zielen und Vorhaben der neuen Regierung bezogen.
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