training und coaching 44 wirtschaft + weiterbildung 02_2022 uns sehr, dass wir trotz aller Herausforderungen, die das Coronajahr 2020 mit sich gebracht hat, ein so gutes Geschäftsergebnis erzielen konnten“, sagt Joachim Giese, Vorstand der WBS Gruppe. „Wir haben uns sehr schnell auf die neuen Bedingungen eingestellt. So haben wir unser komplettes Kursangebot innerhalb einer Woche vollständig ortsunabhängig angeboten. Die Basis dafür war zum einen unsere virtuelle Schulungsumgebung WBS Learnspace 3D, zum anderen natürlich das tolle Engagement unserer Mitarbeitenden.“ Statt Menschen in Kurzarbeit zu schicken, habe man bei WBS neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eingestellt. Wie im Vorjahr ist das Umsatzplus vor allem auf die sechs größten an der Befragung teilnehmenden Unternehmen zurückzuführen (plus 25,3 Prozent). In diesem Zusammenhang konstatiert MMB, dass die vier umsatzstärksten Unternehmen ihr zentrales Handlungsfeld nicht im E-Learning haben, sondern in (klassischen) Weiterbildungsmaßnahmen sowie in der Unternehmenssoftware und im Verlagswesen. Die Pandemie hat wohl an dem starken Umsatzwachstum der Dienstleister für digitales Lernen einen großen Anteil gehabt (Stichwort: Wegfall der Präsenzveranstaltungen). Früher kauften Unternehmen zu 75 Prozent eine für sie individuell entwickelte E-Learning-Plattform und maßgeschneiderte Lernprogramme. Nur 25 Prozent der Produkte waren serienmäßig hergestellt. Dass E-Learning „von der Stange“ eingekauft wurde, war eher die Ausnahme, es dominierte das Projektgeschäft. Hier zeigt sich seit wenigen Jahren eine Verschiebung. Standardangebote sind laut MMB beim digitalen Lernen eindeutig auf dem Vormarsch. Im Jahr 2020 betrug ihr Anteil am Branchenumsatz bereits 41 Prozent. Gerade die ganz großen E-Learning-Anbieter setzen eher auf Standard-Content als auf das beratungsintensive Projektgeschäft. Traditionelle E-Learning-Anbieter, die früher vom Projektgeschäft lebten, haben jetzt mit Umsatzrückgängen zu kämpfen. Mit einer seriellen Fertigung lässt sich nun einmal mehr Geld verdienen als mit Spezialanfertigungen: „Skalierung“ heißt das Zauberwort auch im E-Learning. Der Gesamtmarkt wächst um 16,2 Prozent Es ist unter E-Learning-Experten unbestritten, dass es sich beim deutschen E-Learning-Markt mindestens um einen 1-Milliarde-Euro-Markt handelt. Das MMB-Institut verzichtet schon seit Jahren darauf, aus den erhaltenen Angaben auf das Gesamtvolumen der Branche zu schließen. Zum einen ändert sich die Struktur der teilnehmenden E-LearningAnbieter von Jahr zu Jahr leicht und zum anderen fehlen für eine Marktanalyse die Daten der ausländischen Anbieter und der vielen Start-ups rund um das digitale Lernen (zum Beispiel die Sprachlern-App „Babbel“). Bemerkenswert ist, dass das Wie das MMB-Institut zu seinen Zahlen kommt, ist schnell erklärt: Die in Deutschland aktiven E-Learning-Anbieter (rund 300 bis 400 Unternehmen) werden jährlich gebeten, sich auf freiwilliger Basis mit Angaben zu ihrem E-LearningUmsatz in Essen zu melden. Ab einer Million Jahresumsatz müssen die Zahlen von einem Steuerberater oder einem Wirtschaftsprüfer bestätigt werden. Im vergangenen Jahr meldeten sich 37 Unternehmen mit Angaben zum abgelaufenen E-Learning-Geschäftsjahr 2020. Große Start-ups und US-Konzerne fehlen traditionell Die Umsätze werden dann zum legendären MMB-Ranking verarbeitet, das erst mit einer gewissen Zeitverzögerung veröffentlicht wird. Die großen amerikanischen E-Learning-Anbieter fehlen traditionell völlig, weil sie grundsätzlich keine Auskünfte über die in einzelnen Exportländern gemachten Umsätze veröffentlichen. Die Nummer 1 des Rankings ist WBS Training in Berlin mit 112,3 Millionen Euro E-Learning-Umsatz in 2020. Das entspricht einer Steigerung von 10,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Der deutsche Gesamtumsatz der WBS Gruppe lag 2020 übrigens bei 137,5 Millionen Umsatz (plus 7,0 Prozent). „Wir freuen WBS Training ist wieder größter E-Learning-Player MMB-RANKING. Bereits seit 2008 ermittelt das MMB-Institut in Essen den Anbieter, der den größten E-Learning-Umsatz in Deutschland tätigt. Wie im Vorjahr liegt der bundesweit aktive Weiterbildungsanbieter WBS mit einem E-Learning-Umsatz von 112,3 Millionen Euro in 2020 (plus 10,6 Prozent) auf Platz 1. „ Wir haben in der Krise unser komplettes Kursangebot innerhalb einer Woche vollständig ortsunabhängig via E-Learning angeboten.“ Joachim Giese, Vorstand WBS Gruppe
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