Wirtschaft und Weiterbildung 2/2022

training und coaching 36 wirtschaft + weiterbildung 02_2022 Master- und MBA-Programme integriert. Business Schools dürften sich nicht mehr nur am Rande mit CSR-Themen befassen, sondern müssten sich auch den drängenden Fragen stellen, schreibt die Schule. Was sind die Grenzen des Wachstums? Wie gelingt es, die Märkte mit dem Erhalt der natürlichen und sozialen Ressourcen in Einklang zu bringen? Wie lassen sich neue Geschäftsmodelle und Verantwortung für Nachhaltigkeit auf Führungsebene umsetzen? Bei den offenen Weiterbildungsprogrammen für Manager sucht man jedoch bisher vergebens nach Angeboten, in denen die ESG-Themen explizit im Vordergrund stehen. Auch an der Imperial College Business School in London sind Nachhaltigkeit und verantwortungsvolle Führung längst Schlüsselthemen im Forschungsbereich und an dem Leonardo Centre on Business for Society (Leonardo Centre) gebündelt. Das erste und bisher einzige ESG-Angebot im Bereich Executive Education startet erstmals im Februar. Das „SustainabilityLeadership-Programm“ wird in Kooperation mit dem Onlineweiterbildungsanbieter Emeritus durchgeführt und soll Führungskräften die notwendigen Fähigkeiten und das Wissen vermitteln, um ihr Unternehmen besser auf die Erreichung der globalen Ziele zum Klimawandel vorzubereiten. Versprochen wird den Teilnehmern die Erstellung eines Transformationsplans zu Nachhaltigkeit, die Entwicklung eines nachhaltigen Mindsets und die Fähigkeit, den wichtigsten Stakeholdern den Zusammenhang von ökonomischem und ökologischem Erfolg vermitteln zu können. Europa ist ESG-Vorreiter und die USA Diversity-Vorreiter Im deutschsprachigen Raum bietet die Universität St. Gallen einen fünftägigen Kurs „Nachhaltigkeit (ESG) für Kontrollfunktionen“ an, der einen praktischen Zugang zu der Thematik bieten und ein detailliertes Verständnis für ESG-Risiken bewirken soll. Zielgruppe sind Unternehmer und Topmanager, aber auch Compliance-Experten, Controller und Marketingmanager. Auch der englischsprachige Kurs „Agile Sustainability Management for Business“ soll grundlegendes Nachhaltigkeitswissen sowie ein agiles Mindset vermitteln, um wirksame Nachhaltigkeitsstrategien entwickeln zu können. Das Programm, das sowohl online als auch in Präsenz stattfindet, richtet sich vor allem an Manager, die entweder neu in dem Bereich tätig sind oder die nach Werkzeugen und Unterstützung suchen, um Nachhaltigkeit besser mit den Kernaktivitäten des Unternehmens verbinden zu können. Trotz des bisher überschaubaren Angebots bei der Managerweiterbildung sieht Oxford-Professor Barker Europa beim Thema ESG als Vorreiter. Hier gebe es ein deutlich stärkeres Bewusstsein für Nachhaltigkeit als in den USA. Dort gehe es vor allem um soziale Aspekte wie Diversity und Inklusion, aber weniger um UmweltR Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen Hintergrund. Die Vereinten Nationen verabschiedeten im Jahr 2015 genau 17 globale Ziele für eine nachhaltige Entwicklung. Diese „Sustainable Development Goals“ (SDGs) lauten in Kurzform: Ziel 1: Armut in jeder Form überall beenden. Es geht insbesondere um die existenzbedrohende Armut vieler Menschen weltweit. Ziel 2: Ernährung weltweit sichern – etwa durch eine nachhaltige Landwirtschaft. Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen fördern - durch gute medizinische Versorgung, gesunde Ernährung, sauberes Wasser, reine Luft. Ziel 4: Hochwertige Bildung weltweit mit chancengerechtem Zugang für alle. Ziel 5: Gleichstellung von Frauen und Männern - auch im Alltagsleben. Ziel 6: Wasser in bester Qualität und eine sichere und nachhaltige Versorgung. Ziel 7: Bezahlbare Energie aus nachhaltigen Energiequellen. Das gilt als die Voraussetzung für eine gute wirtschaftliche und soziale Entwicklung und einen effektiven Umwelt- und Klimaschutz. Ziel 8: Ein nachhaltiges Wirtschaften als Chance für alle mit sozialen Mindeststandards und einem adäquaten Einkommen. Ziel 9: Innovationen und eine moderne Infrastruktur ermöglichen. Ziel 10: Weniger Ungleichheiten. Weltweit sind die Ungleichheit bei den Einkommen, Vermögen und Chancen zu verringern. Ziel 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden mit bezahlbarem Wohnraum. Ziel 12: Nachhaltig produzieren und konsumieren. Mit den Ressourcen muss sparsam sowie umwelt-, klima- und gesundheitsschonend umgegangen werden. Ziel 13: Weltweiter Klimaschutz. Es gilt, den Kl imawandel deutlich zu begrenzen, sodass Extremwetterereignisse vermieden werden können. Ziel 14: Leben unter Wasser schützen. Eine weitere Verschmutzung der Meere ist zu vermeiden. Ziel 15: Leben an Land. Es ist dafür zu sorgen, dass die Ökosysteme intakt bleiben und Umweltkatastrophen nicht zu Hunger und Armut führen. Ziel 16: Starke und transparente Institutionen. Es gilt, rechtsstaatlich handelnde Institutionen zu schaffen. Ziel 17: Globale Partnerschaft. Durch eine ehrliche, weltweite P a r t n e r s c h a f t sollen alle Nachh a l t i g ke i t s z i e l e erreicht werden.

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