Wirtschaft und Weiterbildung 2/2022

aktuell 10 wirtschaft + weiterbildung 02_2022 Auch 2022 wird für viele HR-Abteilungen und Personalverantwortliche wieder herausfordernd. Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe bei Robert Half, einem Anbieter von Talentlösungen, skizziert die drei wichtigsten HR-Trends für das neue Jahr: Trend 1: Re-Boarding Es geht darum, Menschen nach der pandemiebedingten Kurzarbeit oder langen Homeoffice-Phasen wieder in die Arbeitsabläufe vor Ort zu integrieren. Im Fokus steht dabei besonders auch die soziale Komponente. Die individuellen Bedürfnisse haben sich in den vergangenen Monaten möglicherweise verändert. Eine mögliche ROBERT HALF HR-Trends 2022: Re-Boarding, KI und Diversität CAPGEMINI-STUDIE Führungskräfte nur unzureichend auf hybrides Arbeiten vorbereitet gut programmierte KI könnte auf einer passenden Datenbasis entscheiden, ob ein Bewerber anhand seiner fachlichen Skills geeignet ist. Trend 3: Konkrete Förderung von Diversität, Inklusion und Antirassismus Die aktuelle Arbeitsmarktstudie von Robert Half zeigt, dass knapp die Hälfte aller Firmen in Deutschland (47 Prozent) Schulungsmaßnahmen anbieten, die sich mit Vielfalt, Inklusion und Gerechtigkeit befassen. Und nahezu ein Viertel der Befragten bestätigt, dass sich durch die stärkere interne Förderung von Vielfalt und Chancengleichheit die Arbeitskultur verbessert habe. psychische Belastung durch die Pandemie und die Umgewöhnung mit Blick auf neue Arbeitsprozesse im Büro müssen berücksichtigt werden. Auch die Zusammenarbeit als Team beginnt oft von vorne. Trend 2: KI-gestütztes Recruiting Künftig wird die künstliche Intelligenz (KI) bei der Suche nach geeignetem Personal eine unterstützende Rolle spielen. Sie könnte beispielsweise Termine für Bewerbungsgespräche koordinieren und bereits formale Anforderungen in den Unterlagen prüfen und so den Kandidatenkreis festlegen. Inzwischen gibt es sogar spezielle Software, die Fragen für anschließende Bewerbungsgespräche entwickelt. Eine 69 Prozent der deutschen Führungskräfte sind der Meinung, dass ihr Unternehmen den Übergang zu Remote- und Hybridarbeitsplätzen reibungslos bewältigt hat. Dem stimmt jedoch nur die Hälfte (49 Prozent) der Mitarbeitenden zu. Das zeigt die aktuelle globale Studie „Relearning Leadership: Creating the Hybrid Workplace Leader“ des Capgemini Research Institute. Der hybride Arbeitsplatz stellt Unternehmen offenbar vor einzigartige Herausforderungen: Von Führungskräften wird erwartet, dass sie ihre Teams anleiten und inspirieren, indem sie emotional intelligent handeln und den Angestellten die erforderliche Autonomie gewähren. Allerdings gaben nur 37 Prozent der Mitarbeitenden in nicht leitenden Funktionen an, dass ihr Unternehmen Teams aktiv dabei unterstützt, eigene Entscheidungen zu treffen. Zudem fühlt sich weniger als die Hälfte (47 Prozent) im Verlauf der Pandemie von ihrem Unternehmen einbezogen und gehört. Tatsächlich hat die Pandemie die Notwendigkeit, das körperliche und mentale Wohlbefinden der Belegschaft ernst zu nehmen, noch stärker in den Fokus gerückt. Aber es gibt eine Wahrnehmungslücke zwischen Mitarbeitenden und Führungskräften, was den effektiven Umgang mit den Themen Gesundheit und Wohlbefinden während der Coronakrise angeht. Die Studie zeigt, dass für die neue hybride Arbeitswelt auch neue Ansätze der empathischen und mitarbeiterorientierten Führung erforderlich sind. Vertrauen ist für den anstehenden Wandel von zentraler Bedeutung: Eine überwältigende Mehrheit (84 Prozent) der Befragten sieht die Fähigkeit, eine Vertrauenskultur zu schaffen, in der sich die Mitarbeitenden selbstbestimmt fühlen, als eine der wesentlichen Kompetenzen von Führungskräften an.

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