wohnungspolitische informationen 47/2019

ENTWICKLUNGSHILFE AUS DEN VERBÄNDEN Am 7. November hat das Amt für Statis- tik Berlin-Brandenburg Zahlen zur Ent- wicklung der Baugenehmigungen in Ber- lin und Brandenburg im Zeitraum Januar bis September 2019 vorgelegt. Demnach ist die Zahl der genehmigten Wohnungen im Vorjahresvergleich in Berlin um 10,7 Prozent gesunken. Für das Land Branden- burg wurde hingegen ein Anstieg um 19,1 Prozent konstatiert. Im Fall Berlins hat sich damit der Trend, der sich bereits bei den Genehmigungszahlen für das erste Halb- Foto: GdW/ Merkau Spenden in Höhe von über 100.000 Euro am Tag der Wohnungswirtschaft Berlin – In diesem Jahr feiert der gemeinnützige Verein der Wohnungswirtschaft DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V. seinen 50. Geburtstag. Als zentraler Auftrag der DESWOS gilt bis heute: Menschenwürdigen Wohnraum schaffen und die wirtschaftliche Existenz Not leidender Menschen sichern. Am Tag der Wohnungswirtschaft wurde die DESWOS mit hohen Spenden unterstützt. Erneut weniger Baugenehmigungen in Berlin – dafür deutlich mehr in Brandenburg Regelmäßig vergibt die DESWOS den Georg-Potschka-Tatendrang!-Preis. Die Bewerbung der Auszubildenden der GESOBAU AG in Berlin hat die meisten Punkte erhalten und hat damit den Wett- bewerb gewonnen. Mit ihrem Konzept „Integrationslotse - Zeitspende für Geflüch- tete“ beschreiben insgesamt elf Auszubil- dende, darunter auch ein junger Mann aus Syrien im ersten Lehrjahr, ihr Engagement für geflüchtete Familien, die in Wohnun- gen der GESOBAU AG leben. Ganz konkret handelt es sich um die Einrichtung eines wöchentlichen „Infopoints“, bei dem sie alltagsnahe Hilfestellungen zur Wohnungs- suche leisten, Praktikumsstellen und sogar Arbeitsmöglichkeiten vermitteln helfen. Der Preis wird an sozial engagierte Aus- zubildende und Studierende der Woh- nungswirtschaft verliehen und würdigt somit ihr gesellschaftliches Engagement. Hintergrund der Auslobung des Preises ist das Lebenswerk des früheren Generalse- kretärs der DESWOS, Georg Potschka, der im November 2014 verstarb. Er hat sich für eine umfassende und weitsichtige Ausbil- dung von Jugendlichen eingesetzt. Seine Auffassung einer guten Ausbildung ging deutlich über die reine Vermittlung der kaufmännischen und gewerblichen Fach- kenntnisse hinaus. Größten Wert legte er auf ehrenamtliches Engagement. Die Preis- träger erhalten einen Geldpreis in Höhe von 500 Euro und einen Förderbeitrag von 5000 Euro, der einem DESWOS-Projekt ihrer Wahl zu Gute kommt. Die Auszubildenden der GESOBAU AG haben sich dazu ent- schieden mit dem Geld das Projekt Mobiler Werkstattbus in Tansania zu unterstützen, da sie sich mit diesem Projekt, das Jugend- lichen eine Berufsausbil- dung ermöglicht, am besten identifizieren können. Über 100.000 Euro wur- den insgesamt am Tag der Wohnungswirtschaft 2019 des Spitzenverbandes GdW für die Entwicklungszusam- menarbeit gespendet. Als langjähriger Unterstützer spendete Vodafone Kabel Deutschland GmbH auch in diesem Jahr 20.000 Euro für Hilfsprojekte der branchen- eigenen Entwicklungshilfeorganisation DES- WOS e.V. 65.000 Euro an Spenden gingen vom Siedlungswerk Baden ein und wei- tere 5.000 Euro von der Bosch Thermo­ technik GmbH – Buderus . Die PŸUR Tele Columbus AG spendete 2.000 Euro, die Rit­ terwald Unternehmensberatung GmbH 1.000 Euro, die Gemeinnützige Bau- und Siedlungsgesellschaft mbH (GBS) Saar­ louis 8.470 Euro und der Verband der saarländischen Wohnungs- und Immo­ bilienwirtschaft 1.000 Euro. Im Laufe der Abendveranstaltung kamen weitere 10.000 Euro an Spenden hinzu, wovon 6.000 Euro durch eine Tombola zustande kamen und weitere 4.000 Euro durch eine spontane Spende der meravis Wohnungsbau- und Immobilien GmbH & Co.KG. Unterstützt werden mit den Spenden in diesem Jahr unter anderem die drei Jubilä- umsprojekte der DESWOS in Afrika, Asien oder Lateinamerika. In Ecuador werden die Spenden für die Dorfentwicklung von drei Gemeinden im Kanton Guano und in Indien für ein Siedlungsprojekt für die Nari- kuravars verwendet. In Malawi werden mit den Spenden der Bau von Trockentoiletten gefördert und Aufklärungsveranstaltungen zu Hygiene finanziert. Im Rahmen der Feier zum 50. Jubiläum der DESWOS am 13. November 2019 wurden, neben einem Rückblick in die Geschichte der DESWOS, soziale Projekte unter anderem aus Nicaragua und Tansania von engagierten Unterstützern, die vor Ort aktiv sind, vorge- stellt. Im Anschluss der Veranstaltung gab es eine Vorstellung von jungen Akrobaten des Kigamboni Community Centre in Tansania, in dem Schulbildung sowie Projekte zu Bil- dung, Kultur, Akrobatik und Umwelt ange- boten werden und Kinder und Jugendliche zum selbstständigen Leben ermutigt werden. (burk/zeis) jahr abzeichnete, nochmal deutlich ver- stärkt. „Der Einbruch bei den Baugenehmigungs- zahlen sollte ein Weckruf für Berlin sein“, mahnte Maren Kern, Vorständin des Ver- bands Berlin-Brandenburgischer Woh- nungsunternehmen (BBU). „Wohnungsbau und Wachstum werden ins Umland abge- drängt. Das ist die Folge von neubauhem- menden Strukturen in Politik und Verwal- tung insgesamt. Es ist aber auch Folge des Mietendeckels, der hier seinen Schatten weit vorauswirft. Wir sagen es nochmal: Ein Mietendeckel baut keine neuen Woh- nungen. Stattdessen behindert er Investiti- onen und gefährdet Arbeitsplätze in Bau- wirtschaft und Handwerk. Wir appellieren an die politisch Verantwortlichen, endlich die Neubaubremsen zu lösen. Hierfür bie- tet die soziale Wohnungswirtschaft ebenso ihre Unterstützung an wie bei der mietero- rientierten Weiterentwicklung des sozialen Mietrechts auf Bundesebene.“ (ebe) Den Auszubildenden der GESOBAU AG wurde am Tag der Wohnungswirtschaft der Georg-Potschka-Tatendrang!-Preis von Gerhard Müller, dem Vorstand der DESWOS, überreicht. 47/2019 5

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