wohnungspolitische informationen 47/2019

BUNDESPOLITIK Die Geschäftsführung des GdW, Ingeborg Esser und Dr. Christian Lieberknecht (r.) mit dem Bun- desvorsitzenden der Grünen Robert Habeck. Foto: GdW Nachhaltige Wohnungsbauprojekte auf dem Tag der Wohnungswirtschaft ausgezeichnet Berlin – Der Verein zur Förderung der Nachhaltigkeit im Wohnungsbau (NaWoh) hat auf dem „Tag der Wohnungswirt­ schaft“ des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW in Berlin zwei Qualitätssiegel vergeben. Die HOWOGE Woh­ nungsbaugesellschaft mbH erhielt das NaWoh-Siegel für den Neubau des Wohnquartiers Lindenhof in Berlin-Lichten­ berg, die GEWOBA Aktiengesellschaft Wohnen und Bauen für ihren Neubau „Cambrai Dreieck“ in Bremen-Huckelriede. Die Wohnungswirtschaft im Dialog mit den Grünen Bielefeld – Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW war auch dieses Jahr beim Parteitag der Grünen vom 15. bis 17. November in Bielefeld vertreten und beteiligte sich an Diskussionen und Gesprächen mit Politikern zu aktuellen wohnungspolitischen Fragen, wie Wohnungstausch und Mietendeckel. „Das Engagement der mit dem NaWoh- Qualitätssiegel ausgezeichneten Woh- nungsunternehmen ist aus mehreren Gründen auszeichnungswürdig“, erklärte Ingeborg Esser, Vorstandsvorsitzende des Vereins NaWoh. „Ihre Wohnungsneubau- ten zeigen anschaulich, wie sich qualitätvol- les, ressourcenschonendes und bezahlbares Bauen verbinden lässt. Die drei Säulen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Ökonomie und soziokulturelle Aspekte – wurden hier vor- bildlich in Einklang gebracht.“ Auf dem Parteitag wurden unter anderem Beschlüsse zu den Themen Klimaschutz und Wohnen gefasst. Beim Thema Wohnen wurde ein umfassendes Programm gegen steigende Mieten und Wohnungsmangel verabschiedet. Mietsteigerungen in beste- henden Verträgen sollen auf drei Prozent pro Jahr gedeckelt werden. Außerdem fordern die Grünen ein Recht auf Wohnungstausch, die Eintragung des Rechts auf Wohnen ins Grundgesetz und ein Investitionsprogramm des Bundes von mindestens drei Milliarden Euro jährlich. Die HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH hat auf dem Gelände des ehemaligen Kinderkrankenhauses in Berlin-Lichtenberg ein Wohnquartier bestehend aus sieben Wohnhäusern in drei Themenhöfen errich- tet. Die 585 Mietwohnungen inklusive einer Kindergartenstätte sind durch ihre Vielzahl an Grundrissen für unterschiedli- che Wohnbedürfnisse geeignet. Innovative Wohnformen und Wohngemeinschaften werden ebenso angeboten wie seniorenge- rechtes Wohnen. Die Bewohnerinnen und Bewohner profitieren von einem parkar- tigen Charakter der Gesamtanlage sowie der Nähe zum Landschaftspark Herzberge. Das Projekt zeichnet sich auch dadurch aus, dass umweltfreundliche und emissions- arme Bauprodukte verwendet, alle Woh- nungen barrierefrei erschlossen und groß- zügige Grünanlagen in den Hofbereichen angelegt wurden. Die GEWOBA Aktiengesellschaft Wohnen und Bauen hat in Bremen-Huckelriede mit dem „Cambrai Dreieck“ ein drei bis fünf geschossiges Gebäude mit 47 Wohnungen errichtet. Es bietet im Erdgeschoss Platz für eine Kindertagesstätte, einen Wohn- und Pflegebereich mit vier Wohneinheiten und ein Quartierszentrum. Die Wohnungen sind zwischen 48 und 90 Quadratmeter groß und alle barrierefrei erreichbar. Der Neubau ver- fügt über einen KfW-Effizienzhausstandard 55, die Wärmeversorgung erfolgt über einen Heizkessel mit Holzpellet-Befeuerung. Sämt- Dafür soll jedoch das Baukindergeld wieder abgeschafft werden. In Bezug auf den Klimaschutz bleiben die Grünen bei ihren Forderungen, bis 2030 aus der Kohle auszusteigen und ab 2030 keine Pkw mit Verbrennungsmotoren neu zuzulassen. Dafür muss die Infrastruktur von Ladestationen deutlich verbessert wer- den. Der CO 2 -Preis soll bei 60 Euro liegen und jährlich um 20 Euro ansteigen. Die Ein- nahmen aus dem CO 2 -Preis soll als „Ener- giegeld“ direkt an die Bürgerinnen und Bürger zurückgegeben werden. (zeis) liche Wohnungen sind mit einem barriere- freien Aufzug erreichbar. Der Neubau bietet ausreichend Platz für eine flexible Raumnut- zung und Aufenthaltsangebote im Außen- bereich, wie Balkone und Dachterrassen. Mit den 2019 verliehenen Auszeichnungen wurden bislang insgesamt 34 Qualitätssiegel vergeben, davon 19 an GdW-Unternehmen. Eine Zertifzierung mit der NaWoh-Syste- matik eignet sich insbesondere für Woh- nungsunternehmen, da sie im Gegensatz zu anderen Qualitätssiegeln speziell woh- nungswirtschaftliche Belange berücksichtigt. Über NaWoh: Verein, Zertifizierungs­ system und Qualitätssiegel Im Verein zur Förderung der Nachhaltig- keit im Wohnungsbau (NaWoh) haben sich wohnungs- und immobilienwirtschaftliche Bundesverbände zusammengeschlossen. Mit dem eigens entwickelten NaWoh-Quali- tätssiegel bieten sie Bauherren die Möglich- keit, Neubauten von Mehrfamilienhäusern zertifizieren zu lassen. Ziel ist des Vereins ist es, nachhaltigen Wohnungsbau voran- zutreiben und ihm mithilfe des Qualitäts- siegels einen Wiedererkennungswert mit Beispielcharakter zu verleihen. (burk/zeis) Weitere Informationen zum Qualitätssiegel, den ausgezeichneten Projekten und dem System zur Bewertung und Beschreibung der Nachhaltigkeit finden Sie unter www.nawoh.de Staatssekretär Florian Pronold aus dem Um- weltministerium überreichte das NaWoh-Siegel für die Neubauten Cambrai Dreieck in Bremen und das Wohnquartier Lindenhof in Berlin . Fotos: GdW/ Merkau 4 47/2019

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