WOHNUNGSPOLITISCHE INFORMATIONEN 36/2019

STATISTIK AUS DEN VERBÄNDEN „Alles, was den Bau bezahlbaren Wohn- raums fördert, ist eine sinnvolle Sache. Eine Verschärfung der Mietpreis- und der Kappungsgrenze gehört sicher nicht dazu. Sie schaffen nicht eine einzige zusätzliche Wohnung und führen nur zu mehr Büro- kratie auf einem ohnehin überregulierten Markt. Notwendig wäre hingegen eine ruhige politische Hand, die Wohnungsun- ternehmen hilft, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“, erklärte dazu Andreas Breit- ner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW). „Wenn schon der SPD-Fraktionschef Dirk Kien- scherf nur von einem ‚wichtigen Signal‘ spricht, dann bedeutet das eben, dass es Hamburger Senat verabschiedet Bundesratsinitiative zur Mietrechtsreform Hamburg – Der Hamburger Senat hat am 3. September 2019 eine Bundesratsinitiative zur Reform des Mietrechts verab- schiedet. Mit Hilfe des Gesetzesentwurfs sollen die Mietpreisbremse verlängert, die Kappungsgrenze von 15 auf 10 Pro- zent gesenkt und die Regelung zur Schonfristzahlung angepasst werden. mehr um Signale als um Wirkung für den Wohnungsmarkt geht. Hamburg hätte derartige Bundesratsinitiati- ven auch gar nicht nötig, da die verschiede- nen Senate in den vergangenen Jahren auf den Bau von Wohnungen gesetzt haben. In der Folge wurden seit dem Jahr 2011 rund 40.000 Wohnungen errichtet, dar- unter eine Vielzahl öffentlich geförderter Wohnungen. Dass dieses Wohnungsbau- programm Erfolg zeitigt, haben unlängst mehrere wissenschaftliche Untersuchungen belegt. So stieg im vergangenen Jahr die durchschnittliche Miete in Hamburg um 1,3 Prozent. Die allgemeine Preissteigerungs- rate lag 2018 bei 1,9 Prozent.Allerdings tun die aktuellen Initiativen des Hambur- ger Senats den VNW-Unternehmen kurz- fristig nicht wirklich weh. Hamburgs VNW- Unternehmen haben im vergangenen Jahr rund bezahlbare 2.100 Wohnungen fer- tiggestellt. Dieses Jahr sollen es mehr als 3.000 werden. Die durchschnittliche Netto- kaltmiete pro Quadratmeter liegt bei Ham- burger VNW-Unternehmen bei 6,79 Euro. Doch wenn die Baukosten weiter stark steigen und später auch die Zinsen wieder anziehen, dann sind künftig Einschränkun- gen in Neubau und Modernisierungen zu befürchten.“ (schir/schi Lebensverhältnisse in Deutschland: Online-Atlas aktualisiert und erweitert Berlin – Wo verdienen die Menschen am meisten? Wie unterscheidet sich regional die Lebenserwartung von Neugebore- nen? Wo ist der Weg zum Arbeitsplatz für Beschäftigte besonders weit? Und wie gut sind kleine und mittelgroße Zentren mit Ämtern, Apotheken, Schulen oder Krankenhäusern ausgestattet? Diese und viele weitere Fragen zu den Lebensverhält- nissen in Deutschland beantwortet der Online-Atlas „INKAR – Indikatoren und Karten zur Stadt- und Raumentwicklung“. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat seinen Online-Atlas im Zuge der Kommission „Gleich- wertige Lebensverhältnisse“ umfassend aktualisiert und erweitert. Die neue Version enthält nun mehr als 700 Indikatoren. Nutzer aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden und der Zivilgesellschaft können in wenigen Schritten regionale Daten abru- fen und thematische Karten erzeugen, um zu sehen, wie das eigene Lebensumfeld im regionalen Vergleich aussieht. Die Palette an Themen ist breit: Sie reicht von der Be- völkerungsstruktur über die Wirtschafts- kraft, öffentliche Finanzen, Sozialleistungen bis hin zu Arbeit, Bildung, Wohnen, Ver- kehr, Erreichbarkeit und Flächennutzung. Animierte Karten zeigen Entwicklungen über mehr als zwei Jahrzehnte, beispiels- weise Veränderungen in der Altersstruktur, der Arbeitslosigkeit oder der Kinderbetreu- ung. INKAR ermöglicht Auswertungen auf verschiedenen räumlichen Ebenen. Dazu zählen Gemeinden, Stadt- und Landkreise, Bundesländer sowie Regionen der Euro- päischen Statistik (NUTS). Darüber hinaus erlaubt die Anwendung Vergleiche städti- scher und ländlicher Regionen. Neu bei INKAR ist ein „Zentrale-Orte-Moni- toring“. Die Daten zeigen, wie gut die Inf- rastruktur-Ausstattung in Gemeinden mit zentralörtlicher Bedeutung ist. Diese Ge- meinden sind für die Versorgung der Men- schen in den umliegenden Orten wichtig. Das Monitoring des BBSR umfasst knapp 100 Indikatoren auf Ebene der Gemeinden – Durchschnittliche monatliche Höhe von Leistungen für Wohngeld in Euro je Empfängerhaushalt bis unter 120 120–137 137–153 153–168 168 und mehr beispielsweise die Ausstattung mit Kran- kenhäusern, Apotheken, Schulen, Finanz- ämtern oder Polizeidienststellen. Daneben bilden die Indikatoren ab, wie gut Zentrale Orte und ihre Einrichtungen zu erreichen sind. Neu sind auch die Indikatoren zur Abbildung der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. Die SDG-Indikatoren unterstützen für alle Städte, Kreise und Gemeinden in Deutschland die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele. INKAR basiert auf Daten der statistischen Ämter des Bundes und der Länder, eigenen Analysen, Daten von Bundes- und Landes- behörden sowie von Unternehmen, Ver- bänden und Vereinigungen. (schl/schi) Weitere Infos finden Sie unter www.inkar.de sowie unter diesem Kurz-Link: https://bit.ly/2lGe5Hk Raumbezug: Kreise und kreisfreie Städte Zeitbezug: 2017 Datengrundlage: Wohngeldstatistik des Bundes und der Länder Quelle: BBSR Bonn 2019 36/2019 3

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