WOHNUNGSPOLITISCHE INFORMATIONEN 28/2019

Wie müssen sich wohnungswirtschaftliche Unternehmen aufstellen, um für künftige gesellschaftliche Entwicklungen gerüs- tet zu sein und welche politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind notwendig, um gesamtgesellschaft- liche Herausforderungen wie bezahlbaren Wohnraum und Klimaschutz zu gewähr- leisten? Diese und weitere Fragen wurden über die einzelnen Themenbereiche hin- weg von den Teilnehmern auf dem Inno- vationskongress der Wohnungswirtschaft diskutiert. Digitalisierung step by step Die Möglichkeiten und Notwendigkeiten Prozesse auch innerhalb der Wohnungs- wirtschaft zu digitalisieren, ergeben sich aus den Veränderungen der eigenen Bran- che aber auch aus den Veränderungen und Trends die in anderen Bereichen ent- stehen. Es ist wichtig über den Tellerrand hinaus und brachenübergreifend zu den- ken. Unternehmer wünschen sich hier zum einen mehr Mut, Neues auszuprobieren, aber auch klare Regeln und Rahmenbedin- gungen. Ein ganztägiger Workshop gab 20 Teilnehmern des Wohnzukunftstages die Instrumente an die Hand, einen individu- ellen Digitalisierungs-Leitfaden zu entwi- ckeln. Neben der Schaffung digitaler Orga- nisationsprozesse und Strukturen innerhalb von Unternehmen spielt die Digitalisierung auch auf der Baustelle zunehmend eine wichtige Rolle. PlanRadar zeigt auf dem Wohnzukunftstag wie durch Anwendungs- software der Weg durch den wachsenden Vorschriftendschungel geebnet werden kann und so Planungs- und Bauprozesse beschleunigt werden. Erneuerbare Energien und Klima- schutz Dass die sogenannte blaue Energie zukünf- tig eine entscheidende Rolle bei der Frage nach klimaschonender Energiegewinnung spielen wird, zeigte das Pilot-Projekt einer PtX-Anlage der Stadtwerke Augsburg in einem Mehrfamilienhaus eindrucksvoll. Im Gegensatz zu fluktuierenden erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarstrom kann das mittels PV-Anlage hergestellte synthe- tische Methangas gespeichert werden und wird nach Bedarf im Blockheizkraftwerk (BHKW) genutzt. Von Nachbarn lernen Schweden hat einen niedrigeren Energie- verbrauch und die Niederlande einen nied- rigeren CO 2 -Ausstoß als Deutschland, wel- che Schlüsse kann man daraus ziehen und welche Instrumente und Anwendungs- möglichkeiten lassen sich auf den deut- schen Wohnungssektor übertragen? Auf dem ersten internationalen Panel präsen- tierten, unter der Moderation von Sorcha Edwards, Generalsekretärin von Housing Europe, Experten aus Schweden und den Niederlanden europäische Beispiele zum Klimaschutz im Gebäudesektor. Mehr Miteinander Menschen können besonders in der Groß- stadt viel mehr zusammen bewegen als alleine. Als App und digitale Plattform stärkt nebenan.de daher Nachbarschaften durch digitale und reale Vernetzung. Auch die Stadtentwicklung kann von den Ideen und Potenzialen durch Nachbarschaften profitieren, dazu braucht es vor allem Mut und Offenheit bei der Umsetzung, erklärt Prof. Dr. Lamia Messari-Becker. Mehr Miteinander ist auch bei der Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse gefragt. Kommunen, Unternehmen und die Woh- nungswirtschaft vor Ort müssen bei der Stär- kung ländlicher Räume zusammenarbeiten. Das Panel Stadt. Land. Zukunft. präsentierte erste Modellprojekte aus verschiedenen Regionen bundesweit. (koch) Das Programm sowie die Präsentationen der Referenten stehen den Teilnehmern als Download zur Verfügung: 2019.wohnzukunftstag.de VERANSTALTUNG WohnZukunftstag 2019: Trends und Strategien rund um die Digitalisierung Berlin – Die „Unternehmenstrends 2030“ standen im Mittelpunkt des siebten Wohnzukunftstages des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW am 19. Juni 2019 im Berliner Tempodrom. In verschiedenen Workshops rund um Smart Living, erneuerbare Energien sowie Planungs- und Bauprozesse diskutierten Experten aus Wohnungsunternehmen, Verbänden und Start-Ups die Herausforderungen und Möglichkeiten der Branche. Die angespannte Situation in der Wohnungspolitik erfordert konstruktive und konkrete Lösungen, der Wohnzukunftstag bietet dafür jedes Jahr eine anregende, kreative Plattform für Ideen- und Wissensaustausch. Fotos: GdW In der Haupthalle konnten sich die Teilnehmer an den Ständen der Aussteller zu konkreten Produkten und Anwendungsmöglichkeiten informieren. In 10 verschiedenen Themenpanels und über 20 verschiedenen Vorträgen und Diskussionsrun- den konnten sich die Teilnehmer austauschen. 28/2019 5

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==