WOHNUNGSPOLITISCHE INFORMATIONEN 32/2019
AUS DEN VERBÄNDEN Sommertour: Förderung des ländlichen Raums stand in Mittelpunkt des Treffens in Thüringen Erfurt/Jena – In zwei Tagen, bei drei Stationen und in vielen Gesprächen erhielt GdW-Präsident Axel Gedaschko einen per- sönlichen Eindruck von den wohnungswirtschaftlichen Herausforderungen in Thüringen. Begleitet von Frank Emrich, Ver- bandsdirektor des Verbandes Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (vtw), besuchte Gedaschko verschiedene Pro- jekte in Gera, Hermsdorf und Jena. „Die Wohnungsunternehmen bieten ein beeindruckendes Leistungsspektrum, das weit über das Vermieten von Wohnraum hinausgeht. Ob attraktiven Neubau, Wohnangebote für Familien und ältere Menschen oder Pflegeeinrichtungen – die Wohnungswirtschaft in Thüringen bietet die passenden Angebote für alle Lebenslagen so- wohl auf dem Land als auch in der Stadt“, so Axel Gedaschko. Drei zentrale Themen standen im Zentrum des vierten Stopps der Sommertour: die Entwicklung ländlicher Räume abseits der boomenden Ballungszentren, das soziale Engagement von Wohnungsunternehmen sowie die aufgeheizte Debatte rund um die richtigen Instrumente zur Beseitigung des Mangels an bezahlbarem Wohnraum. „Diesbezüglich hilft es nichts, den Men- schen Sand in die Augen zu streuen und sie in dem Glauben zu lassen, die ideolo- gischen Diskussionen um neue Zwangsei- gentümerstrukturen würden wirklich etwas ändern. Genauso wenig kann ein Mieten- deckel zugleich klimapolitischen Zielen, den Mietern und der Investitionsbereitschaft sozial verantwortlicher Vermieter gerecht werden. Das alles ist schlecht gemachtes Stückwerk”, betonte Gedaschko. „Kurz- fristig ist es von zentraler Bedeutung, in den engen Märkten eine Überbrückung zu gewährleisten, bis in den einzelnen Regio- nen wieder ausreichend Wohnungen zur Verfügung stehen. Dazu brauchen wir ein Maßnahmenpaket, das weit über den engeren Wohnungsbausektor hinausgeht. Stadt- und Umlandbeziehungen sollten attraktiver gestaltet werden. Dazu gehört es, Anbindungen des Öffentlichen Perso- nennahverkehrs (ÖPNV) zu verbessern, neue Mobilitätsangebote auch jenseits von Metropolen zu stärken, Infrastrukturange- bote in Ankerstädten zu sichern und gege- benenfalls auch Standorte von Einrichtun- gen der öffentlichen Hand zu verlagern.“ Verbandsdirektor Frank Emrich unterstrich die Entlastungsfunktion, die kleinere und mittlere Kommunen gegenüber den unter hohem Nachfragedruck stehenden Woh- nungsmärkten der Groß- und Universitäts- städte in Thüringen und darüber hinaus besitzen. „Voraussetzungen für erfolgrei- che Kooperationen sind die gute Zusam- menarbeit und der konstruktive Wille aller Protagonisten. Mit einem klaren Ziel, offe- ner Kommunikation und langfristigem Ein- satz lassen sich die Wohnraum-Herausfor- derungen in Thüringen so meistern, dass die Städte und der ländliche Raum davon profitieren“, so der vtw-Chef. Die Tour durch Thüringen war durch große Nähe zu den lokal und regional tätigen Wohnungsunternehmen gekennzeichnet. Zunächst informierte sich Axel Gedaschko bei Oberbürgermeister Julian Vornab in Gera über den geplanten Rückkauf der GWB „Elstertal“. Uwe Klinger, der Vor- standsvorsitzende der WBG „Glück Auf“, zeigte ihm ausgewählte Bestände seiner Genossenschaft. In Hermsdorf präsentier- ten die Vorstände der WGH Hermsdorf, Monika Richter und Steffen Preiß, ein aktu- elles Wohnungsbauprojekt. Das vtw-Unter- nehmen hat aus einem ehemaligen Jugend- wohnheim barrierefreien Wohnraum für Senioren und Familien geschaffen. Durch eine Kooperation mit dem Arbeiter-Sama- riter-Bund wird auch eine betreute Wohn- gemeinschaft angeboten – ein Novum im ländlichen Raum. In Jena besuchte Axel Gedaschko das neue stationäre Hospiz in Lobeda-Ost, das jenawohnen gemeinsam mit der Hospiz- und Palliativ-Stiftung Jena errichtet hat. Der Neubau, so jenawohnen- Geschäftsführer Tobias Wolfrum, gibt Raum für die Begleitung und Fürsorge von Men- schen, die am Ende ihres Lebens stehen. An allen vier Stationen würdigte der GdW- Präsident das soziale Engagement der vtw- Unternehmen: „Die Wohnungsunterneh- men sind die Kümmerer vor Ort. Sowohl in den wachsenden Städten als auch dort, wo soziale Infrastruktur aufgrund einer abneh- menden Bevölkerungszahl schwindet, bie- tet die Wohnungswirtschaft ihren Miete- rinnen und Mietern qualitätsvolles Wohnen in einem attraktiven und zukunftssicheren Wohnumfeld.“ (bra/koch) GdW-Präsident Axel Gedaschko, vtw-Verbands- chef Frank Emrich, Monika Richter und Steffen Preiß, Vorstände der WGH Hermsdorf, sowie Jür- gen Elfrich (vtw) vor dem sanierten Gebäude in der Erich-Weinert-Straße 25a in Hermsdorf (v. l.) Foto: vtw Wohnungswirtschaft in Niedersachsen und Bremen unterstützt Grundsatz papier der FDP-Fraktion Hannover – Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw) freut sich über die Vor- schläge aus dem wohnungspolitischen Grundsatzpapier, das die FDP-Landtagsfraktion am 31. Juli 2019 vorgelegt hat. „Die FDP macht mit ihrem Papier erneut deutlich, wie drängend die Probleme am Wohnungsmarkt sind. Es ist gut, dass sie sich dabei in weiten Teilen an den Forderun- gen des Bündnisses für bezahlbares Woh- nen orientiert, das maßgeblich vom vdw auf den Weg gebracht worden ist“, so die Verbandsdirektorin des vdw, Dr. Susanne Schmitt. „Typengenehmigungen im Neu- bau, vereinfachte Regeln für Gebäudeauf- stockungen, flexiblere Stellplatzregelungen oder schlankere Planungsprozesse – die Vor- schläge sind allesamt sinnvoll, um das Bauen schneller und preisgünstiger zu machen. Nur so können wir das einhellige Ziel errei- chen, bis 2030 landesweit 40.000 zusätz- liche bezahlbare Wohnungen zu erstellen. Auch die Argumente der FDP gegen die mögliche Neugründung einer Landeswoh- nungsbaugesellschaft entsprechen unseren Empfehlungen.“ (ens/koch) 4 32/2019
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