Personalmagazin plus 10/2022

43 Praxis Das Büro als Ökosystem mit Arbeitsbereichen für unterschiedliche Arbeitsweisen. liche Arbeitsweisen zur Verfügung gestellt werden. So wird gewährleistet, dass sie sich den Bereich aussuchen können, der fur sie und ihre Aufgabe im Arbeitsalltag am besten geeignet ist. Vergleichbar mit einer Nachbarschaft, in der wir in unserem Zuhause eingebettet sind, stellen Umgebungen und Arbeitsbereiche eine Basis für Teams, einzelne Mitarbeitende, Abteilungen oder Projektteams dar. Unter anderem: • E inzelarbeitsbereiche, die einer bestimmten Person zugeordnet sind oder von einem Team geteilt werden • B ereiche zur Zusammenarbeit für analoge und virtuelle Interaktionen, die verschiedene Arten der Zusammenarbeit unterstützen • O rte mit ausreichender Privatsphäre, um allein fokussiert zu arbeiten oder sich zurückzuziehen, wenn man für sich sein will oder sich erholen möchte • B ereiche, in denen man zusammenkommt, sich austauscht und von seinen Teamkolleginnen und -kollegen lernt. Hybride Zukunft jetzt angehen Können Mitarbeitende aus einem Raumsystem aus zusammenhängenden Zonen und Umgebungen wählen, die ihren physischen, kognitiven und emotionalen Bedürfnissen gerecht werden, können sie Inspiration und Energie aus der Zusammenarbeit mit anderen schöpfen. Gleichzeitig haben sie aber auch die Möglichkeit, Rückzugsmöglichkeiten zu nutzen. Die Zukunft liegt in der Ausgewogenheit der angebotenen Bereiche, die die unterschiedlichen Arbeitsmodi abdecken. Wir werden künftig verstärkt in hybriden Arbeitsmodellen arbeiten, da Menschen weiterhin mobil und flexibel arbeiten wollen. Das sorgt für noch mehr individuelle Entscheidungen innerhalb der Arbeitsumgebung und sollte bereits jetzt in der Gestaltung beachtet werden. Um Privatsphäre im Raum zu schaffen, ist es wichtig zu wissen, dass es verschiedene Arten gibt: • A kustische Privatsphäre: keine Störung durch Lärm und/oder die Möglichkeit, selbst Lärm zu verursachen, ohne dabei andere zu stören • V isuelle Privatsphäre: nicht von anderen gesehen werden und/oder sich von visuellen Ablenkungen freimachen • T erritoriale Privatsphäre: Forderung nach einem eigenen kontrollierbaren Raum • I nformatorische Privatsphäre: Inhalte (analog und/oder digital) und/oder Unterhaltungen vertraulich behandeln Privatsphäre meint also nicht immer nur einen eigenen Raum mit vier Wänden und einer Tür. Abhängig von der nötigen Form können auch völlig offene Räume für Privatsphäre sorgen. Bereits visuelle Privatsphäre, etwa durch abschirmende Trennwände, trägt dazu bei, dass sich Mitarbeitende besser in offenen Büroumgebungen konzentrieren können. In einer anderen Situation hilft gegebenenfalls eher ein abschließbarer Raum mit Glasscheiben für territoriale sowie akustische Privatsphäre, der jedoch freien Blick auf das Geschehen in der Umgebung gewährt. Ökosystem für unterschiedliche Arbeitsweisen Wie kann nun beiden Bedürfnissen, dem Wunsch nach mehr Privatsphäre sowie nach Zusammenarbeit, im Büro entgegengekommen werden? Bei der Einrichtung oder Umgestaltung von (offenen) Arbeitsumgebungen sollte Mitarbeitenden im Idealfall ein Ökosystem an Arbeitsbereichen für unterschiedDR. DEWI SCHÖNBECK ist Vorständin der Steelcase AG.

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==