38 Arbeitswelten personalmagazin plus: Arbeitswelten Foto: xxxxxxx Zusammengetragen von Katharina Schmitt Nach der langen Zeit der Pandemie müssen Teamgefühl, Zusammenhalt und Wohlbefinden der Beschäftigten besonders gefördert werden. Wir haben Beispiele gesammelt, die Mitarbeitende virtuell oder in Präsenz zusammenbringen. Schön, euch zu sehen Mein Arbeitsplatz – mein Lieblingsort Schließen Sie die Augen. Stellen Sie sich eine Welt ohne besondere Merkmale vor. Monochromatisch, mit sich wiederholenden Formen, ohne Pflanzen und mit wenig Textur. Ein trostloser, fast fremdartiger Ort. Schrecklich, nicht wahr? Und doch ist es die harte Realität, die vielen Büroangestellten nur allzu vertraut ist. Stellen Sie sich einen Buchhalter vor, der – so hat es die Geschäftsleitung angeordnet – an seinem Arbeitsplatz einen Computer, Kopfhörer, eine Tastatur und einen Bildschirm benötigt. Alles andere gilt als Ablenkung und ist folglich verboten. Studien zeigen, dass diese allgegenwärtigen, aber psychologisch unfruchtbaren Orte toxisch sind, sie lassen die Produktivität sinken und das Wohlbefinden lässt nach. Doch Sie können die Wirkung dieser Räume fast sofort und massiv verbessern, wenn Sie Licht, Möbel, Farben, Texturen, Kunst, Gerüche und Pflanzen zum sogenannten „Enrichment“ – der Verschönerung der Arbeitsräume – verwenden. Enrichment ist psychologisch ansprechend und steigert, so Studienergebnisse, das Wohlbefinden der Menschen um 45 Prozent, die Leistung um 15 Prozent. Bei der Verschönerung sind zwei Dinge wichtig: 1. Quantität ist genauso wichtig wie Qualität. 2. D ie Kollegen nehmen die Fürsorge der Organisation wahr. Es kommt nicht darauf an, welche Methoden dafür gewählt werden. Es gibt keine besonderen Argumente, die für Biophilie- oder High-Design-Konzepte sprechen. Und auch Waldidylle spricht keine uralte DNA in uns an. Unser Leben in der Steinzeit war brutal, gewalttätig, kurz und gefährlich. Deshalb ist die Fokussierung auf Natur und natürliche Gestaltungselemente auch zu kurz gedacht. Was aber wirklich funktioniert, ist die persönliche Gestaltung durch die Beschäftigten: Ob grün oder nicht, das Zuhause der meisten Menschen spiegelt die Identität der Besitzer wider, und deshalb ist das Zuhause für die meisten Menschen der Lieblingsort. Lassen Sie also die Arbeitnehmer den Gestaltungsprozess kontrollieren und ihre Identität am Arbeitsplatz verwirklichen. Die Wissenschaft zeigt, dass diese in der Regel billigeren Umgebungen in Bezug auf die Leistungsvariablen um bis zu 13 Prozent mehr wirken als jedes hochgestaltete Äquivalent und viel besser ankommen. Covid hat uns gelehrt, dass der Raum, in dem wahre Identität realisiert wird, nicht statisch ist. Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitern, dass sie selbst entscheiden, wo, wie, wann und mit wem sie arbeiten. Geben Sie ihnen die Werkzeuge, die sie für ihre Arbeit benötigen, und
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