personalmagazin plus: Arbeitswelten 28 Arbeitswelten Fotos: Alexander Hirl/ R&S Immobilienmanagement dustriestaaten. In deutschen Großstädten waren im Jahr 2016 34 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im industrienahen Dienstleistungsbereich tätig. Die Fachkräfte der Zukunft sind mobil und nachhaltigkeitsbewusst Und werden Städte wieder gesünder und aktiver, werden es auch die Angestellten. Eine Firma, die heute noch glaubt, mit einem Parkplatz vor der Tür Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu ködern, sieht sich auf dem falschen Weg. Parkplätze gehören im Zuge des gesellschaftlichen Transformationsprozesses zurückgebaut oder gänzlich abgeschafft – dies würde auch viel Geld sparen. Dafür wird Platz geschaffen für neue Räume, um aktiv zu sein oder auch nur kontemplativ. Im Durchschnitt gehen Büroangestellte nur rund 1.500 Schritte am Tag. Schließlich sitzen sie den halben Tag in Meetings, am Schreibtisch, beim Essen, beim Pendeln im Auto oder vor dem smarten TV zu Hause. Das macht krank. Dabei ist Abhilfe einfach möglich: laufen und radeln. Es ist auch eine unternehmerische Verantwortung, die neuen Möglichkeiten der Stadt zu nutzen und Teil des Ökosystems zu werden. Nicht mehr die Kantine und Cafeteria im Haus ist wichtig, sondern die Nutzung der Ressourcen der Stadt wird zum Erfolgsmodell. Eine multifunktionale Stadt bietet den Unternehmen alles, was diese für die Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden und Motivationserhaltung ihrer Beschäftigten, damit auch für den eigenen Erfolg, brauchen: Restaurants, Bibliotheken, Supermärkte und noch vieles mehr. Immer mehr Städte lösen sich aus ihrer Gleichförmigkeit. Viele probieren neue Ansätze und neue Gestaltungen, umMenschen und Unternehmen wieder stärker an sich zu binden. Für Unternehmen bieten sich damit gänzlich neue Möglichkeiten im Standortwettbewerb. Würde sich ein innovatives Unternehmen heute noch an einer stark frequentierten Straße ansiedeln, wenn woanders Ruhe und Zentralität kein Widerspruch mehr sind? Und welche hoch qualifizierte Fachkraft würde sich heute noch auf ein Unternehmen einlassen, indem der fossil betriebene Dienstwagen noch als Incentive angesehen wird, während woanders der Zugang zur Mobilität hochgehalten wird? Einige Städte und einige Unternehmen haben bereits verstanden, dass die Wissensgesellschaft nicht auf den Prinzipien der Vergangenheit beruht. Damit wird sich der Transformationsprozess von städtischen Räumen weiter beschleunigen. Andere Städte hingegen werden in diesem Standortwettbewerb noch weiter zurückfallen, da die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum kritischen Erfolgsfaktor geworden sind, von denen es schon heute viel zu wenige gibt. Der iCampus in München in der Nähe des Ostbahnhofs verbindet Historie mit innovativen Bauten, um ein kreatives Arbeits- und Wohnerlebnis zu schaffen.
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