Personalmagazin plus 10/2022

27 Trends der Coronakrise zum Alltag geworden, denn längst nicht allen stand zu Hause ein entsprechender Arbeitsraum oder genügend Platz zur Verfügung. Die Anforderungen an das öffentliche Arbeiten werden sich zukünftig verbessern müssen: Verkehrslärm wird auf ein Minimum reduziert, da immer mehr Städte sich entscheiden, flächendeckende Tempo-30-Limits einzuführen. In Kombination mit Elektromobilität und weniger Autos in der Stadt verbessert sich das Umfeld weiter. Die Arbeitsfähigkeit wird auch in Zeiten des Klimawandels entscheidend sein. Auch in unseren Breiten wird es immer mehr Tage mit über 40 Grad Celsius geben, das 1,5 Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens wird womöglich bereits in den kommenden fünf Jahren gerissen. Der Klimawandel ist bereits vollumfänglich eingetreten. Dafür braucht es im öffentlichen Raum (und im Büro) Schatten und Kühlungssysteme, Natur und Biodiversität, um die Arbeitsfähigkeit zu erhalten und die Ökosysteme zu schützen. Betonwüsten werden entfernt, Bäume und Vegetation erhalten Einzug in die Stadt. Wichtig für eine bessere Lebensqualität sind durchlässige, begrünte Flächen, die Schatten spenden und für Abkühlung sorgen. Mailand setzt zum Beispiel „Going Green“ in großem Umfang um. So plant die Mode- und Kreativmetropole, bis 2030 drei Millionen Bäume zu pflanzen: auf Schulhöfen, auf Dächern und entlang von Straßen. Schätzungen zufolge könnten die neuen Bäume die Durchschnittstemperaturen der Stadt um zwei Grad Celsius senken und die Arbeitsfähigkeit drastisch verbessern. Das Gewerbegebiet im klassischen Sinn bietet ebenfalls Potenzial für Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. Monofunktionale, von der Stadt isolierte Areale, geringe Flächeneffizienz und mitunter hohe Emissionsraten bieten nur wenig Lebens- und andere Qualität. Zeitgenössische Strategien greifen diese Defizite zunehmend auf: Die behutsame Stärkung von Diversität (Wohnen, Bildung und Gewerbe, zum Teil durch vertikale Verdichtung), das Aufbrechen versiegelter Flächen und die Schaffung von Grün- und Erholungsraum, das Beseitigen der einseitigen Autoabhängigkeit durch ein integriertes Mobilitätskonzept (inklusive Fahrrad und On-Demand-Mobilitätsformen) sowie die starke regionale Integration sind wichtige Strategien, die das Bewusstsein vom Arbeiten in der Stadt oder am Rande der Stadt auf eine intelligente Art fördern. Temporäre Zwischennutzungen können zudem eine Brücke schlagen, um Gewerbe und neue Ökonomien zusammenzubringen, schließlich sind industrienahe Dienstleistungen eines der wichtigsten ökonomischen Strategiepfade für westliche InMobility-Trend-Map 2022 Mobilität Urbanisierung Individualisierung Konnektivität Sicherheit Gender Shift Neo-Ökologie Gesundheit Car Peak Shared Streets Frontdoor Mobility Third Places Mobility Hubs Connecting the Countryside Carfree Cities Road Diet Neofencing Green Pressure Noise Reduction Active Lifestyles Shared Mobility Pooling Software Car Autonomous Infrastructures Seamless Mobility Silver Drivers Driverless Cars Internet of Things Femobility Women‘s Anxiety Germaphobia Inclusive Mobility Universal Design Preventive Health Healthy Mobility Slow Culture Energy Places Post-Carbon-Gesellschaft E-Volution Delivery Bots Vision Zero Holistic Navigation Urban Air Mobility Transformative Parking Bike Boom Xycles Mobile Cities 15-Minuten-Stadt Commute Car Ownership Shift Micro Mobility All-inclusive Mobility DR. STEFAN CARSTEN ist Zukunfts- und Mobilitätsforscher. In den Mittelpunkt seiner Forschungs- und Beratungstätigkeit stellt er dabei stets die Frage: Wie lässt sich mithilfe möglicher Zukünfte eine bessere Gesellschaft gestalten? Quelle: Mobility Report 2022, 2021

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