Personalmagazin plus 10/2022

personalmagazin plus: Arbeitswelten 26 Arbeitswelten sächlich in größeren Parkmöglichkeiten. Das Parken am Straßenrand ist auf maximal 10 Prozent der Parkplätze beschränkt und für Kurzzeitparken reserviert, der restliche Parkraum steht Fahrrädern zur Verfügung. Autonome Shuttle pendeln im Quartier, verbinden öffentliche Angebote und private Ziele. In Paris folgt die Bürgermeisterin Anne Hidalgo dem Leitbild der 15-Minuten-Stadt. Dort sollen alle relevanten urbanen Funktionen wie Verwaltung, Gesundheit, Bildung, Einkaufen oder Erholung innerhalb von 15 Minuten mit dem Fahrrad oder zu Fuß erreichbar sein. Dafür braucht es Multifunktionalität an jedem Ort – im historischen Stadtzentrum genauso wie im Gewerbeareal am Stadtrand. Monofunktionale Räume gehören in Paris somit bald der Vergangenheit an. Das gilt auch für die Funktion Arbeit. Die Städte der Zukunft werden wieder lebenswerter. Durchmischung, Vielfalt und Abwechslung sind die Raumstrategien der Zukunft. Sie bieten den Menschen und den Unternehmen vor Ort viel mehr Möglichkeiten und Optionen als dies heute noch der Fall ist. Die Grenzen von Arbeit und räumlichen Umfeld lösen sich immer stärker auf. Die Übergänge sind fließend. Die Teilnahme an einer Videokonferenz auf der öffentlichen Parkbank gehört in Zukunft ebenso dazu wie der Kindergeburtstag. Der neue Metro-Campus in Düsseldorf (www.metro-campus.de) ist genauso ein Ort im Entstehen. Architektonisch nachhaltiges Bauen und ein öffentlicher Raum, der zu einem hochattraktiven Arbeits- Freizeit- und Lebensraum verschmilzt – mitten in der Stadt. Ein Ort, der für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genauso attraktiv ist, wie für Anwohnerinnen und Anwohner sowie für Touristen. Das sind Orte mit Zukunft, weil sie nicht auf eine Kernfunktion reduziert sind. Für eine solche Stadtentwicklung engagieren sich die Stadtverwaltungen, Kommunalpolitiker und die Wirtschaft gleichermaßen. Third Places, Fourth, Fifth … Gearbeitet wird überall Hinzu kommen immer mehr Orte und Räume, die sowohl Arbeits- und Freizeit- als auch öffentlicher Raum sind: das Auto, das öffentliche Verkehrsmittel, das Café, die ehemalige Tankstelle, die als solche nicht mehr zu erkennen ist, weil die zentrale, fossile Energieversorgung durch eine dezentrale, postfossile Energielandschaft abgelöst wurde. Die Anforderungen an diese Verkehrsmittel und Orte sind überall gleich: durchgängige Internetfähigkeit, Privatheit und (Daten-)Sicherheit. Hier sind noch längst nicht alle Hausaufgaben der Hersteller beziehungsweise der Anbieter erledigt. Eine Bahnfahrt ist zwar manchmal lustig, für die Internetfähigkeit gilt dies aber beileibe nicht. Noch immer, auch heute im Jahr 2022, ist Deutschland ein digitales Entwicklungsland, eine durchgängige Datenverfügbarkeit ist in weiter Ferne. Wir brauchen aber dringend Angebote, die temporäre Bandbreiten oder Sicherheitsserver zur Verfügung stellen, um sie für die Arbeit, zum Beispiel für eine Videokonferenz oder für den sicheren Datentransfer, nutzen zu können. Ein Ziel ist, dass diese Angebote auch im Auto oder im öffentlichen Bus zur Verfügung stehen, aber auch im Park, in der Fußgängerzone und auf der Raststätte. Die Anforderungen an den öffentlichen Raum und die Arbeitsorte haben sich in dieser Hinsicht drastisch verändert. Das Arbeiten im öffentlichen Raum ist für viele Menschen während Parkplätze werden abgeschafft oder zurückgebaut. Dafür wird Platz geschaffen für neue Räume, um aktiv zu sein oder auch nur kontemplativ. Dienstfahrrad oder ein Mobilitätsbudget an, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst entscheiden können, wie sie täglich zur Arbeit kommen (oder eben auch nicht). Seamless Mobility beschreibt dabei die nahtlose Integration und Vernetzung von Anbietern und Fahrzeugen. Das zugrunde liegende Leitbild ist ein situativ optimiertes Angebot: die Möglichkeit, an jedem Ort und zu jeder Zeit das optimale Mobilitätsangebot nutzen zu können. Damit werden Städte zu Orten der Multifunktionalität. Mehr als 80 Prozent aller Wege starten und enden an der eigenen Haustür. Werden hier innovative und klimafreundliche Verkehrsmittel angeboten, beinhaltet dies ein doppeltes Versprechen: höhere Attraktivität von Wohnquartieren und nachhaltige Mobilität. Eines der größten Siedlungsprojekte Europas entsteht gerade im Kopenhagener Vorort Nordhavn. In den kommenden vier Jahrzehnten wird sich das Hafengebiet zu einem urbanen Quartier mit 40.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und 40.000 Arbeitsplätzen entwickeln. In der neuen Stadt der kurzen Wege werden Geschäfte, Institutionen, Arbeitsplätze, kulturelle Einrichtungen und öffentliche Transportmittel innerhalb von fünf Minuten von jedem beliebigen Ort im Bezirk aus erreichbar sein. Es wird nur knapp 1.900 Parkplätze für Autos geben, hauptFoto S. 22-23: 2022 Toyota Deutschland GmbH; Foto Seite 24-25: ACME / METRO PROPERTIES

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