23 Trends Von Stefan Carsten Vor der Verkehrswende steht eine Raumwende. Mit ihr werden sich auch die Funktionen und Möglichkeiten von Räumen und Arbeitsplätzen in den Städten verändern. Ein Zukunftsforscher zeigt, was das für Unternehmen, Stadt- und Büroplanung bedeutet. Unsere Städte werden sich dramatisch verändern müssen, wollen sie nicht im internationalen Wettbewerb abgehängt werden. Der Strukturwandel der Wirtschaft, sich verändernde gesellschaftliche Anforderungen in Bezug auf öffentliche Räume und Mobilität sowie das Streben nach einer nachhaltigen und gesunden Zukunft führen zu einer Neubewertung des Stadtraums und dem Bruch mit althergebrachten Denkmustern. Die neue Perspektive begreift Städte als im Aufbruch befindlich, denn schließlich sind wir nicht mehr im Zeitalter der Industrie, sondern des Wissens, der Kreativität und der Konnektivität. Der Neuauftritt der Städte ist vielerorts schon in Planung. Städteplaner, Architekten, Zukunftsforscher arbeiten gemeinsam an Ideen und Entwürfen von urbanen Quartieren, in denen Freizeit, Dienstleistungen, Erholung und Erwerbsarbeit am selben Ort möglich sind. Gewisse Muster werden dabei erkennbar: Wo heute noch Autos parken, stehen zukünftig Fahrräder, Scooter oder einfach nur eine Bank zum Ausruhen. Wo heute noch Autos im Stau stehen, findet sich zukünftig Platz für Mikromobilität und endlich wieder Einzelhändler, deren Umsätze steigen. Tankstellen werden verschwinden. Stattdessen werden Mobilitätsstationen, Schnellladesäulen oder Kulturprojekte in diese Orte einziehen. Und damit verändert sich auch, wie Unternehmen Städte nutzen und an ihnen teilhaben. In Zukunft gibt es immer weniger monofunktionale Gewerbegebiete, stattdessen werden sich Stadt und Unternehmen immer stärker aufeinander beziehen. Kein Wunder, denn in Zeiten von Fachkräftemangel und VerToyota arbeitet bereits an der Stadt der Zukunft: In der Woven City sollen Mitarbeitende und ihre Familien, Ehepaare im Ruhestand, Einzelhändler, Wissenschaftler und Industriepartner leben. Vor Ort finden zunächst bis zu 2.000 Menschen Platz, deren Zahl im Laufe der Zeit sukzessive ausgebaut werden kann.
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