Sustainability 5 Coronapandemie, Klimawandel, Krieg in der Ukraine oder die aktuelle Energiekrise – die Nachfrage nach einer Managementausbildung mit Fokus Sustainability steigt. Doch wie gut bereiten Business Schools ihre Studierenden wirklich auf eine nachhaltige Unternehmensführung vor? Von Stefanie Hornung Nach Dürre und Waldbränden nun die schweren Stürme und endlosen Regenfälle. Die Ostküste Australiens erlebt dieses Jahr nach 2011 erneut eine Hochwasserkatastrophe. „Da steht vielerorts nichts mehr“, erzählt Stephanie Schleimer. Die Deutsche, die seit 25 Jahren in Australien lebt, hat an der Griffith University in Brisbane studiert, wurde Dozentin und ist seit 2019 an der dortigen Business School für das MBA-Programm verantwortlich. „Wir dachten, nach der Coronapandemie können wir endlich zurück auf den Campus, jetzt das.“ Auch an der Griffith University gab es Flutschäden. Für Schleimer brauchte es keine weitere Umweltkatastrophe, um sich mit Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Schon 2008, während der Finanzkrise, fing für sie alles an. „Ich unterrichtete damals Strategie und ich schämte mich für das, was da passierte“, so die MBA-Direktorin. Als sie 2013 an die B-School wechselte, nahm sie die Wirtschaftsausbildung komplett auseinander. Jeder einzelne Kurs sollte auf verantwortungsvolle Führung, nachhaltige Geschäftspraktiken und friedliche Partnerschaften einzahlen. „Diesen Umbau verfolgten wir noch strategischer, als 2015 die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen aufkamen. Wir haben uns systematisch danach strukturiert – in den Wahlkursen und im kompletten MBA-Programm.“ Studierende fordern mehr Nachhaltigkeit Die Nachfrage nach derartigen Angeboten steigt. Für die Studie „Rising Leaders on Social and Environmental Sustainability” befragte das Yale Center for Business and the Environment gemeinsam mit dem Yale Program on Climate Change Communication 2.035 Wirtschaftsstudierende an Hochschulen und Universitäten des Global Network for Advanced Management (GNAM). Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von 30 Business Schools weltweit. Laut der Befragung ist eine Mehrheit der Studierenden – 52 Prozent – sehr oder äußerst besorgt über die Auswirkungen des Klimawandels. Schon 2015 hatte das Netzwerk eine ähnliche Untersuchung durchgeführt. Während sich damals nur 21 Prozent für „sehr“ oder „äußerst“ sachkundig in Bezug auf ökologische NachNachhaltige Programme – Wunsch und Wirklichkeit
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