21 Porträt „ Ich habe die Entscheidung für den MBA nicht eine Minute bereut.“ timal zu verzahnen, darum gehe es – auch, wenn sich die Ziele manchmal beißen. Die ganzheitliche Perspektive des Themas hat es Pastleitner angetan, spätestens seit seiner Masterthesis, die als Abschluss des zweijährigen MBA-Programms anstand. Er untersuchte die Nachhaltigkeitsbemühungen der Tui, zu der er bereits während des MBAs als Director Public Policy wechselte. Mit im Fokus seiner Arbeit, die unter anderem aus Research und einer Reihe von Interviews bestand: der Praxischeck der SDGs, der Sustainable Development Goals der UN. Die Fragestellung sei spannend und herausfordernd für ihn gewesen. Gerade weil er sich nach erst kurzer Zeit bei Tui in ein komplexes Themenfeld einarbeiten musste, erzählt Pastleitner. Inspirationsquelle Diversität Acht Module in zwei Jahren, dann Masterthesis – ein straffes Programm und ein nicht zu unterschätzender finanzieller Aufwand. Aktuell kostet der Maastrichter MBA 32.500 Euro. Dennoch: Seine MBAZeit sei großartig gewesen, ein „wertvolles Investment in mich selbst.“ „Ich war nach jeder dieser Wochen am Campus extrem inspiriert, für meine Berufspraxis, aber auch intellektuell.“ Der Austausch mit den anderen beflügelte ihn mit neuen Ideen, wie man Dinge anpacken kann. Der Background der MBA-Teilnehmenden seines Jahrgangs sei extrem divers gewesen, in Bezug auf Alter, Herkunft und die Branchen, in denen sie arbeiteten. Die Jüngsten seiner Klasse waren knapp unter 30, die Ältesten über 50. Techniker trafen auf BWLer, Juristen und Naturwissenschaftlerinnen. „Diese Diversität hat viel zu produktiven Gesprächen beigetragen.“ In vielen Phasen der Gruppenarbeit habe sich jede und jeder mit eigenen Stärken einbringen können. Pastleitner ist ein Fan des Maastrichter Alumni-Netzwerks, das Absolventen und Absolventinnen ermöglicht, Kontakt zu halten. Zu den Pflichtkursen gehörten die Module am Campus, deren Vorbereitung und Vertiefung vor Ort sowie Abschlussaufgaben im Anschluss an jedes Modul. Das bedeutete „sich hinsetzen und sich nach der Arbeit an vielen Wochenenden reinknien.“ Jede freie Minute hat Pastleitner genutzt, aus „intrinsischer Motivation“, wie er selbst sagt. „Ich wollte ja das Maximum rausholen.“ Der MBA ließ sich für ihn gerade noch so mit der Familienplanung vereinbaren. „Im ersten Jahr war das noch einfacher, im zweiten Jahr kam unser erstes Kind zur Welt. Da muss man sich gemeinsam organisieren.“ Das funktionierte. Das Programm hätte zwar auch die Möglichkeit geboten, Module zu schieben und flexibel auf Zeitressourcen zu reagieren. Doch Pastleitner schaffte den MBA in der Regelstudienzeit. So reingerutscht: Nachhaltigkeitsanwalt in Brüssel „Ich habe die Entscheidung für den MBA nicht eine Minute bereut. Ganz im Gegenteil“, resümiert Pastleitner: da ist zum einen der inhaltliche Mehrwert, allem voran das Nachhaltigkeitsthema, aber auch die „Hardcore wirtschaftlicher Themen.“ Nur für Buchhaltung sei er nicht geboren. Der Leiter des EU-Konzernbüros der Tui-Group weiß es auch zu schätzen, dass er diverse Softskills beim MBA trainieren konnte. Das äußere sich positiv im Umgang mit seinem Team und den Kolleginnen und Kollegen. „Schon bei meinem Wechsel zu Tui hatte mir der MBA viel gebracht in der Art und Weise, wie ich heute Gespräche und Prozesse angehe.“ Überhaupt habe der MBA seine persönliche Haltung geprägt und neue Möglichkeitsräume eröffnet. Die Passion für das Thema Nachhaltigkeit am internationalen Standort Brüssel – „all das war nicht vorhergesehen, aber ich könnte mir nichts Besseres vorstellen.“ Ralf Pastleitner absolvierte von 2015 bis 2017 einen Executive MBA in Maastricht. Danach schrieb er seine Thesis zum Thema Nachhaltigkeit bei Tui.
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