Personal Magazin plus 6/2022

20 MBA personalmagazin plus: MBA 2022 Mehr Wirtschaftsthemen, weniger Paragrafen – darum entschied sich der Jurist Ralf Pastleitner für einen MBA. Er arbeitet heute als Director Public Policy bei Tui. Was er vom MBA mitnahm, waren auch viele Kontakte und neue Ideen. Von Julia Senner Ungeplante Wege Im Prinzip war alles klar. Erst das Jurastudium in Graz, dann die Anwaltskarriere in einer Kanzlei. Doch dann kam alles anders. Ralf Pastleitner kam für ein Engagement als Politikberater im Europäischen Parlament vor 15 Jahren nach Brüssel. Und Pastleitner blieb. Es folgten weitere berufliche Stationen in der europäischen Metropole, bei der Politikberatung Eutop, der VNG Verbundnetz Gas AG und bei „Oesterreichs Energie“. Noch heute lebt Pastleitner mit seiner Familie dort. „Die internationale Verknüpfung, das hat mich irrsinnig angesprochen“, meint der 46-jährige Österreicher mit begeistertem Funkeln in den Augen. Heute ist er Director Public Policy bei Tui in Brüssel und koordiniert die politischen Beziehungen der Tui zu den europäischen Institutionen. Das Thema Nachhaltigkeit gehört zu seinen Schwerpunkten – auch ein Resultat seines MBA-Studiums. Brain Food und Campus Vibes Ralf Pastleitner war Experte für politische Lobbyarbeit. Doch in seiner Position bei „Oesterreichs Energie“ (OE), dem Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreichs, kam bei ihm der Wunsch auf, auch die wirtschaftlichen Zusammenhänge besser zu verstehen. „Im Jurastudium wurden Wirtschaftsthemen einfach weniger beleuchtet. Der Wunsch nach Weiterbildung in dem Bereich brachte mich dann zum MBA.“ Die Wahl fiel auf einen berufsbegleitenden Executive MBA, denn der Jurist wollte weiter seinem Vollzeitjob nachgehen. Das Modell der Maastricht University überzeugte ihn – inmitten einer Unmenge an MBA-Programmen: viermal im Jahr ein Modul am Campus, für je eine Woche. „Das erschien mir realistischer als etwa jedes zweite Wochenende vor Ort zu sein“, erklärt Pastleitner. Er wollte aber „schon das Studentische am Campus mitbekommen.“ Da huscht Pastleitner ein Grinsen ins Gesicht: „Das war ja schon etwas länger her bei mir.“ Zudem liegt Maastricht nur eine Autostunde von Brüssel entfernt, ein weiterer Pluspunkt. Den Ausschlag für die niederländische Studentenstadt gab auch die inhaltliche Aufteilung des dortigen MBA-Programms: ein Mix aus klassischen MBA-Themen und Softskills-Training als Teil eines Leadership-Development-Moduls. Besonders angetan hatte es Pastleitner ein Kurs zum Thema Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeitsziele können sich beißen „Nachhaltigkeit wird in der öffentlichen Diskussion oft mit Ökologie gleichgesetzt. Das ist nur einer von drei Blickwinkeln“, erklärt Pastleitner. Zu Nachhaltigkeit würden aber auch soziale und ökonomische Aspekte gehören. Alle drei Blickwinkel op-

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