Personal Magazin plus 6/2022

15 Porträt „ Der Master in Management ist fordernd. Man braucht viel Engagement.“ dort weiter. Das laufe bei den meisten Absolventen so. „Du hast dann einfach den Fuß in der Tür.“ Im Anschluss an ihr Studium bot ihr L’Oréal eine TraineeStelle in New York. „Wer sagt da schon Nein?“ Es folgten Stationen in Paris und Toronto. Zwei Jahre war Zeller bei L’Oréal. Es waren harte Jahre, aber so entwickelte sich Zeller zur Expertin für Customer Experience. Expertise, die sie jetzt als Senior Consumer Experience Expert bei der Allianz einbringt. Dort hat sie viel Raum, den Bereich zu gestalten, zu optimieren und ihre Erfahrung einzubringen. Führung heißt Verantwortung Für Zeller war das Masterprogramm ein Investment für ihre Karriere und ihre Zukunft. „Dazu gehören nicht nur die Fähigkeiten, die wir als Studierende erwerben konnten, sondern auch der Austausch.“ Und natürlich zählt das Image des Programms. Das ist definitiv ein Faktor für Unternehmen, im Blick auf die Qualität der Ausbildung und das Netzwerk. Doch was der SIM Zeller am meisten lehrte: Dass Führung Demut und Verantwortung braucht. Denn „du musst immer daran denken, dass du für Menschen verantwortlich bist.“ Zeller vergleicht das mit demWintersport Curling. Der Spieler, der durch Wischen die Eisbahn präpariert, ist vergleichbar mit einem guten Leader. Er sorgt dafür, dass die anderen Spieler den Stein ins Ziel bringen können. Er befähigt alle Teammitglieder, zum Erfolg beizutragen. „Das ist nicht der glorreiche Job. Gefeiert werden die anderen. Aber den Leader braucht es dafür.“ Zu lernen, was verantwortungsvolles Führen heißt, spiegelte sich für Zeller in allen Programmteilen ihres Studiums. Der SIM in St. Gallen, der sich nur in Vollzeit studieren lässt, hat zwei Bausteine. Im ersten Jahr sind die Inhalte festgelegt, im zweiten Jahr besteht mehr Wahlmöglichkeit. Es gibt eine Reihe an Teamprojekten und monatliche Regulars‘ Tables. Herausforderung und Highlight zugleich war für sie die „SIMagination Challenge“, ein Social-EntrepreneurshipProjekt, das die Studierenden in kleinen Teams außerhalb der Schweiz und ihrer Heimatländer umsetzen. Zeller und ihr Team griffen ein Projekt aus dem Vorjahr auf: Junge Menschen an der High School ermutigen, Englisch zu lernen und im Ausland zu studieren. Das Projekt fand bereits in Nicaragua statt, Zeller und ihr Team brachten es nach Yizhou in China. „Dort hatten die Studierenden noch nie jemanden gesehen, der nicht aus China kam.“ Das Projekt war harte Arbeit: „Wir mussten es selbst vorbereiten, Visa beantragen, Kontakte herstellen, das Geld zusammenbringen“, erläutert Zeller. Mit Erfolg. Später arbeitete sie für das Projektmanagement von „SIMagination“ und betreute Studierende. So finanzierte sie ihr Studium, neben den Ersparnissen, die sie aus ihrem Job vor dem Master zurückgelegt hatte. Etwa 1.500 Schweizer Franken pro Semester bezahlte Zeller damals für ihr Studium, heute sind es 3.329. Im Vergleich zum MBA sind die Kosten geringer – das Netzwerk habe sie im SIM genauso erhalten. Das hält Zeller für einen Pluspunkt. „Dem Stress trotzen, raus aus der Komfortzone“: Mit dieser Einstellung trat Zeller ihren Master in Europa an. Dazu gehört auch, als Kanadierin Schweizerdeutsch zu lernen. Zumindest ein bisschen. Die Kanadierin Azin Zeller absolvierte vor zehn Jahren einen Master in Strategy and International Management an der Universität St. Gallen. JULIA SENNER beschäftigt sich als Volontärin beim Personalmagazin unter anderem mit Weiterbildungsthemen.

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