14 MBA personalmagazin plus: MBA 2022 Raus aus der Komfortzone: Für ihren Management-Master in St. Gallen ließ sich die Kanadierin Azin Zeller auch auf Schweizerdeutsch ein. Nicht einfach, und etwas ganz Neues. Aber für Zeller gehört das genauso zur Studienerfahrung. Von Julia Senner Führen wie beim Curling Erst ein Lächeln in die Webkamera, dann ein kurzer Moment der Stille. Azin Zeller denkt nach. Darüber, was der Schlüsselmoment ihres St. Galler SIM-Studiums (Strategy und International Management) war. „Es gibt viele“, sagt sie dann. „Aber ich wähle bewusst diesen einen.“ Es ist ein Leitgedanke, den Direktor Omid Aschari bei der Graduierungsfeier an die Absolventinnen und Absolventen richtete: Versucht das Beste zu geben, bei allen Chancen, die ihr bekommt. Das Leben ist einmalig. Es gibt keine Wiederholungen. Eine der Devisen, die Zeller seither trägt. Der SIM war mehr als ein akademischer Abschluss für sie. Er habe vermittelt, was verantwortungsvolle Führung bedeutet. Mit 25 Jahren brach Azin Zeller von Kanada auf, um in St. Gallen ihren Master in SIM zu absolvieren. Mit im Gepäck: ihr Bachelorabschluss der Universität British Columbia, erste Arbeitserfahrungen in einem Start-up und die Vorfreude auf Europa. Denn bereits im Bachelor machte sie ein Auslandssemester in Paris. „Ich liebte Europa“, platzt es aus ihr heraus. Darum kam ihr der Gedanke, für den Master zurückzukommen. Ihre Wahl fiel auf einen Master in Management (MiM) an der Universität St. Gallen, die zum elften Mal den ersten Platz im Financial Times MiM-Ranking belegte. „Das Programm hat einen exzellenten Ruf.“ Aber noch wichtiger für Zeller: Das Studium in St. Gallen bietet ein besonderes Umfeld, voll mit Projekten und Networking. Hier treffen sich nicht nur Akademiker, sondern junge Menschen mit ganz unterschiedlichen Talenten – aus Deutschland, Europa und dem Rest der Welt. Teamarbeit und Wettbewerb Leistungsbereitschaft ist einer der Schlüssel zum Erfolg. „Der SIM ist fordernd. Und es braucht Engagement“, erläutert Zeller. Für Einzelkämpfer scheint das Programm nichts zu sein. Fast 50 Prozent der Note machen Teamleistungen aus. Dabei erlernte Zeller hilfreiche Soft Skills: organisieren, delegieren und Gruppenprozesse so gestalten, dass alle Mitglieder effektiv arbeiten können. „Am Ende bist du nur so stark wie das Team.“ Diejenigen, die nur gewohnt waren, allein zu arbeiten, taten sich schwer. Trotzdem: Wettbewerb gehört dazu. „Nur darfst du darin nicht untergehen.“ Zeller hat das geschafft und Freundschaften fürs Leben geschlossen. „Meine SIM-Freunde waren sogar auf meiner Hochzeit“, erzählt sie. Denn stressige Phasen gemeinsam durchzustehen, das schweißt zusammen. Das St. Galler Programm hat Zellers Weg stark geprägt. Ein wichtiger Schritt war auch das Pflichtpraktikum, das sie bei L’Oréal absolvierte. Ein Professor empfahl sie und Zeller überzeugte. Nach dem Masterabschluss ging ihre Karriere
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