Praxis 51 einer offenen Kommunikation. Einige Unternehmen führen auch Sensibilisierungsprogramme durch, um das Bewusstsein für die Bedürfnisse und Herausforderungen der Mitarbeitenden zu schärfen und Probleme schneller zu erkennen. Überforderung in hybriden Arbeitsmodellen, Quiet Quitting oder steigende psychische Belastungen sind in der heutigen virtuellen Arbeitswelt immer schwerer zu erkennen. Um die Kommunikation und Zusammenarbeit zu optimieren, setzen viele Unternehmen Collaboration Tools wie Slack, Microsoft Teams oder Zoom ein. Diese Plattformen ermöglichen eine Kommunikation in Echtzeit und helfen, geografische Barrieren zu überwinden. Darüber hinaus richten die Unternehmen regelmäßige virtuelle Teambesprechungen und Firmen-Offsites ein, um sicherzustellen, dass alle Mitarbeitende gut informiert sind und sich eingebunden fühlen. Wir beobachten, dass immer mehr Unternehmen ihre Teams für größere Meetings oder Veranstaltungen nicht mehr in ihr eigenes Büro einladen, sondern die Dienste von Co-Meet-Locations wie dem Smartvillage in München in Anspruch nehmen und die Besprechung in einer inspirierenden und attraktiven Umgebung stattfinden lassen. STEFAN KISS ist Director Ideation Services International bei Haworth. Um Flexibilität und Anpassungsfähigkeit zu fördern, bieten Unternehmen flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit, von verschiedenen Standorten aus zu arbeiten. Zunehmend entstehen auch neue Formate wie beispielsweise „Workation“, die es ermöglichen, Arbeit und Urlaub zu verbinden. Viele Unternehmen führen inzwischen Pilotprojekte durch, um verschiedene Arbeitsmodelle zu testen und Innovationen im Büro einzuführen. Dabei geht es nicht nur um Prozesse, sondern auch darum, neue Raumkonzepte ganz praktisch auszutesten. Ein gutes Beispiel, das Schule machen könnte, ist das Shell Co Lab in Köln: Sechs Monate lang wurden hier neuartige Raumangebote für bessere Zusammenarbeit und effektivere Meetings getestet und gleichzeitig neue Technologie für produktive virtuelle Kommunikation mittels Virtueller Realität (VR) eingeführt. Diese Testphase sollte das anstehende Neubauprojekt vorbereiten und gleichzeitig die Mitarbeitenden auf die Reise mitnehmen. Die Ergebnisse überzeugten: die Akzeptanz der Mitarbeitenden wurde durch die Beteiligung in diesem Prozess deutlich gesteigert, bestehende Vorbehalte konnten ausgeräumt werden. Aus meiner Sicht bietet die Einführung hybrider Arbeitsmodelle eine einzigartige Gelegenheit, die Art und Weise, wie wir Büros und Arbeitsprozesse gestalten, grundlegend zu überdenken. Ein einfaches „Weiter so“ ist dabei nicht zielführend. Es ist an der Zeit, mit mutigen neuen Ansätzen, die viel stärker auf die individuellen Bedürfnisse der Organisation und ihrer Mitarbeitenden zugeschnitten sind, zu experimentieren und aus ihnen zu lernen. Nur so wird die neue Arbeitswelt ein Erfolg und trägt dazu bei, Mitarbeitende zu binden und eine starke Unternehmenskultur sichtbar zu machen. Zur Testphase im Shell Co Lab gehörte auch die Überprüfung von Möglichkeiten, Akzeptanz und Einsatz der virtuellen Kommunikation durch die Mitarbeitenden.
RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==