Arbeitswelten 50 personalmagazin Arbeitswelten 2024 Fotos: Haworth 6. Der Standort spielt eine Rolle Bei der virtuellen Zusammenarbeit über Grenzen hinweg beeinflusst der geografische Standort der Mitarbeitenden den Erfolg von hybriden Arbeitsmodellen. Unternehmen müssen berücksichtigen, wie sich unterschiedliche Standorte und die damit verbundenen zeitlichen und kulturellen Unterschiede auf die Zusammenarbeit und Produktivität auswirken. Diese Unterschiede erfordern flexible Ansätze und maßgeschneiderte Lösungen, um alle Mitarbeitende gleichermaßen zu unterstützen. Die Studie unterstreicht, dass die Flexibilität und Autonomie, die das hybride Arbeiten bietet, von den Mitarbeitenden sehr geschätzt wird. Für Unternehmen bleibt es jedoch eine Herausforderung, ein Gleichgewicht zwischen Büropräsenz und Fernarbeit zu finden, das sowohl den Bedürfnissen der Mitarbeitenden als auch den Unternehmenszielen entspricht und gleichzeitig die Unternehmenskultur weiter fördert. Maßnahmen gegen die sinkende Loyalität Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Loyalität zu den Unternehmen mit der Zunahme hybrider Arbeitsmodelle abgenommen hat. Diesem Rückgang muss aktiv entgegengewirkt werden. Es müssen auch räumliche Angebote geschaffen werden, die die Vernetzung, kulturelle Aspekte und soziale Interaktion zwischen Einzelnen und Teams fördern. In aktuellen Kundenprojekten sehen wir vermehrt die Schaffung von Work Cafés, Fitnessstudios, Gaming-Räumen und Erholungsbereichen mit Bezug zur Natur. Die Studie zeigt, dass viele Unternehmen ihr Raumangebot inzwischen entsprechend verändert haben. Im Vergleich zu 2020 werden jetzt bis zu 21 Prozent der Fläche für Networking, soziale Aktivitäten und Erholung genutzt (vorher 14 Prozent). Gleichzeitig ist der Anteil der Flächen für individuelles Arbeiten und Konzentration von 58 Prozent auf 43 Prozent gesunken und der Anteil für Kommunikation und Zusammenarbeit von 27 Prozent auf 36 Prozent gestiegen. Dies zeigt deutlich, dass das hybride Arbeiten bereits in den Büros angekommen ist – und dass der Zweck des Büros als Treffpunkt und zur Vernetzung immer wichtiger wird. Die Arbeitskultur spielt hier eine entscheidende Rolle bei der erfolgreichen Umsetzung hybrider Arbeitsformen. Sie beeinflusst, ob die Mitarbeitenden die neue Arbeitsform akzeptieren und wie effektiv sie darin arbeiten können. Unsere Erfahrung zeigt, dass eine Kultur des Vertrauens und der Empathie zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden hilfreich ist. Einerseits erhält der Mitarbeitende mehr Autonomie bei der Wahl des Arbeitsorts für die jeweilige Aufgabe, andererseits muss die Führungskraft Eigenverantwortung zulassen, ohne ständig zu kontrollieren. Klare Ziele und Erwartungen sind sicherlich die Grundlage dafür. Die Mitarbeitenden müssen wissen, was von ihnen erwartet und wie ihre Leistung gemessen wird. Dies trägt dazu bei, Unsicherheiten zu verringern und die Produktivität zu erhöhen. Eine offene und transparente Kommunikation hilft dabei, Missverständnisse zu vermeiden und eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten zu gewährleisten. Unternehmen haben in der Regel klare Kommunikationskanäle und regelmäßige Updates etabliert, um sicherzustellen, dass alle Mitarbeitenden – unabhängig von ihrem Standort und ihrer Anwesenheit im Büro – gut informiert und engagiert bleiben. Eine Kultur, die die Bedürfnisse und die Motivation der Mitarbeitenden in den Mittelpunkt stellt, trägt wesentlich zur Zufriedenheit und Produktivität bei. In vielen Unternehmen wird das Wohlbefinden der Mitarbeitenden durch Gesundheitsprogramme gefördert. Die Unternehmen bieten Programme für die körperliche und geistige Gesundheit an, zum Beispiel Zugang zu Fitnesseinrichtungen, Beratungsgespräche und Wellness-Workshops. Sie sorgen auch dafür, dass die Mitarbeitenden sowohl im Büro als auch zu Hause über ergonomische Arbeitsplätze verfügen, um gesundheitlichen Problemen vorzubeugen. Nicht nur während der Pandemie boten viele Unternehmen Programme an, um ergonomische Arbeitsplatzlösungen und Schreibtischstühle für das Home Office zu beziehen. Insgesamt wird deutlich, dass eine unterstützende und flexible Arbeitskultur, die Vertrauen, Kommunikation, Anpassungsfähigkeit, Wohlbefinden, klare Ziele und technologische Unterstützung fördert, für den Erfolg von hybriden Arbeitsmodellen entscheidend ist. Praxisansätze für die hybride Arbeit Unternehmen begegnen den Herausforderungen des hybriden Arbeitens mit einer Vielzahl von praktischen Ansätzen und Strategien. Sie fördern beispielsweise Vertrauen und Empathie, indem sie ihre Führungskräfte in einem Führungsstil schulen, der auf Vertrauen und Zielorientierung basiert. Dazu gehören regelmäßige Check-ins, Feedbackschleifen und die Förderung In einer zunehmenden hybriden Umgebung spielt gute Akustik und Kontrolle über die Privatsphäre eine essenzielle Rolle.
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