35 Trends anwenderfreundliche digitale Medien und Arbeitsmethoden sind prozessorientiert zu integrieren und gut erreichbar zur Verfügung zu stellen. Fazit: Lücken zwischen Büro- und Produktionsarbeitsplätzen schließen Die Industrie 5.0 stellt das Wohlergehen von Mitarbeitenden stärker in den Mittelpunkt des Produktionsprozesses. Wir sollten anfangen, den Kulturwandel in Unternehmen ganzheitlicher zu betrachten, um die spürbaren Lücken zwischen Büro- und Produktionsarbeitsplätzen zu schließen. Konzentrieren wir uns neben dem primären Fokus auf die Ablauforganisation stärker auf die Arbeitsorganisation, die sich konkret auf den Menschen bezieht, auf die Arbeitsgestaltung, auf neue Arbeitszeitenmodelle, Homeoffice-Regelungen in vertretbaren Teilbereichen, auf Auszeiten und viele weitere Facetten. Ich plädiere für eine Abkehr von der reinen Konzentration auf den wirtschaftlichen Wert hin zu einem umfassenderen Die Fabrik der Zukunft als Möglichkeitsraum Im Idealfall dienen neue vielfältige und flexible Raummodule als effektives Angebot von Möglichkeiten, die richtige Umgebung zur jeweiligen individuellen Tätigkeit zu finden. „Activity based working“ für alle im Unternehmen. Das Schaffen von Orten mit offenen und geschlossenen Nutzungskonzepten für unterschiedliche Situationen im Produktionsalltag begünstigt viele Aktivitäten von Mitarbeitenden: stille Arbeit, ruhige Pausen, aktive Diskussionen, individuellen Rückzug oder kreativen Austausch: Gruppengespräch versus Fokusarbeit. Räume für vertrauliche Gespräche eingeschlossen. Die Verortung von „verbindenden“ Knotenpunkten für Produktions- und Büromitarbeitende sowie Führungskräfte, um die gemeinsame Kommunikation und ein besseres gegenseitiges Verständnis zu fördern. Warum zum Beispiel nicht ein gemeinsames Bistro inmitten der Produktion? Jenseits der geplanten Abläufe bieten solche räumlichen Katalysatoren zusätzlichen Raum für das Unerwartete und für das Ungeplante. In ihnen wird das entscheidende „Inbetween“ zum Ort für Austausch, kreative Reibung und Innovation. Folgende Aspekte gehören für mich als Mindeststandard dazu: • Funktionierende und gesundheitsfördernde Gestaltung von Arbeitsplätzen (ergonomische Ausstattung, optimale Beleuchtung, akustische Maßnahmen, Platz für persönliche Dinge). • Räume für den internen Know-how-Transfer unterschiedlicher Generationen und der damit zusammenhängenden Wertvorstellungen. • Lernräume (learning spaces) auch als Unterstützung für Auszubildende. • Digitalisierte und analoge Rückzugsmöglichkeiten für Frontline-Workers (deep work & silent rooms). • Mikro-Kommunikationsbereiche für zufälligen, oder auch gewollten Austausch unter allen Mitarbeitenden. • Offene und geschlossene Kollaborationsräume auf dem Shopfloor. • Digitale Think Tanks als Raumangebot für Innovationstreibende. • Co-Working-Bereiche für standortübergreifende Nutzung und Vernetzung. • Gemeinsame Pausenräume für alle Mitarbeitende des Unternehmens. Konzept des gesellschaftlichen Werts und des Wohlbefindens. Schließlich werden das künftig die Synonyme für wirtschaftliche Entwicklung im Einklang mit ökologischen und sozialen Zielen sein. Warum sollte das Motto „Wherever, whenever“ nur den Mitarbeitenden im Büroumfeld vorbehalten sein? Betrachten wir den Menschen also in Zukunft nicht mehr als Ressource, sondern als echtes Kapital. It‘s time to change Die Fabrik der Zukunft muss Antworten liefern auf sich ändernde Nutzerbedürfnisse. From a place to work, to a place of belonging: Mitarbeitende wollen Teil des sozialen Kontextes sein. Sie wollen sich zugehörig fühlen. Und: Sie wollen arbeiten. In der immer durchlässiger werdenden Arbeitswelt ist die Identität des Unternehmens, die Verortung und Verankerung der Mitarbeitenden in einem zentralen Knotenpunkt, der die Energie bündelt und als Zentrum der Unternehmenskultur fungiert, immens wichtig.
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