Personal quarterly 2/2023

43 02 / 23 PERSONALquarterly vorherigen Untersuchungen) und führte zu keiner Wirkung bei Prozesswissen (eine Erweiterung zu vorherigen Untersuchungen). 2. Bei der Beantwortung der forschungsleitenden Frage, ob die Methode des Spaced Learning in einer E-Learning-Umgebung, in der arbeitsbezogenes komplexes Fakten-, Konzept- und Prozesswissen vermittelt wird, zu besserem Lernen führt als das Massed Learning, gibt es demnach zwei Abhängigkeiten, einerseits zur vermittelten Wissensart und zum Zeitraum, bis wann das Wissen behalten werden soll (Retention-Intervall). 3. In den Metakognitionserhebungen wurde festgestellt, dass Lernende mehrfach wiederholte (Spaced), interaktive und angeleitete Lerneinheiten bevorzugen. Theoretische und praktische Implikationen In Anbetracht der praktischen Bedeutung gut gestalteter arbeitsgestützter Lerninterventionen fehlt es noch weitgehend an Forschung darüber, wie der Spaced-Learning-Effekt am besten genutzt werden kann. Diese Forschung ist der erste bekannte Versuch, Belege für den Spaced-Learning-Effekt in realen arbeitsorientierten Lernumgebungen zu finden, und postuliert, dass der Effekt nicht nur von der Zeitspanne des gewünschten Wissenserhalts abhängt, sondern auch von der Art des zu lernenden Wissens. Die Ergebnisse der empirischen Feldexperimente zeigen erstens, dass Designer und Anbieter von berufsbezogenen E-Learning-Maßnahmen, die auf die Vermittlung von Fakten- und Konzeptwissen abzielen, die didaktische Methode des Spaced Learning nutzen sollten. Insbesondere für Interventionen, bei denen die langfristige Wissensspeicherung im Vordergrund steht, sollten längere Intervalle zwischen Lerneinheiten im Vergleich zu einer einzigen E-Learning-Sitzung in Betracht gezogen werden. Die Analyse von Cepeda und Team (2008) über den optimalen Abstand für die Wiederholung könnte als Grundlage für die Planung von Lernsitzungen dienen und bei Bedarf angepasst werden. Zweitens zeigen die Ergebnisse beider Experimente, dass die Lernenden unabhängig davon, welche Art von Wissen vermittelt wurde, Spaced Learning bevorzugen (was auf eine stärkere Lernmotivation hindeutet). Auch wenn der Effekt des Spaced Learning für eine E-Learning-Intervention zur Vermittlung von Prozesswissen in diesem Experiment statistisch nicht nachgewiesen werden konnte, sollten Designer und Anbieter von arbeitsplatzbasierten E-Learning-Interventionen dennoch die Lehrmethode des Spaced Learning auf der Grundlage der Präferenzen der Lernenden in Betracht ziehen. Außerdem bevorzugten die Lernenden mehrheitlich interaktive und angeleitete Lerneinheiten gegenüber nichtinteraktiven, selbstgesteuerten Lerneinheiten. Daher wird empfohlen, berufsbezogene E-Learning-Maßnahmen dem die Einflüsse auf die Lernergebnisse dachten und wie sie das Lernen im Zusammenhang mit den beiden verschiedenen Themen und den damit vermittelten Wissensarten beurteilten. Untersuchungsergebnisse der Feldexperimente Experiment 1 zeigte im Ergebnis, dass Spaced Learning in einem arbeitsbezogenen E-Learning-Umfeld zu einer besseren Wissensspeicherung führt als Massed Learning, insbesondere bei langen Zeitintervallen des Wissenserhalts. Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit früheren Forschungen zum Spaced Learning. Ein anderesMuster zeigte sich bei Experiment 2, das den Teilnehmern Prozesswissen vermittelte, da sich hier der SpacedLearning-Effekt nicht zeigte: Experiment 2 ergab keine oder nur sehr geringe Unterschiede in den Lernergebnissen zwischen den Gruppen, die dem Spaced-Learning-Ansatz folgten, und der Gruppe, die dem Massed-Learning-Ansatz folgte. In beiden Experimenten waren die Ergebnisse weitgehend unabhängig von anderen Faktoren wie unmittelbarem Feedback und der Anzahl der Lernsitzungen, die jeweils laut bestehender Literatur den Effekt verstärken sollen. Spaced Learning führt demnach in arbeitsbezogenen E-Learning-Umgebungen, in denen komplexesWissen vermittelt wird, nicht zwangsläufig zu besserem Lernen, sondern bedarf einer differenzierteren Betrachtung: Vergleicht man die Ergebnisse der übergeordneten Hypothese H1 in beiden Experimenten, so zeigt sich eine starke Effektgröße für den Einfluss der Art des vermittelten Wissens auf den Spaced-Learning-Effekt. Der Spaced-Learning-Effekt lässt sich demnach vor allem im Kontext von Fakten- und Konzeptwissen beobachten. Dieser quantitative Befund wird gestützt durch die metakognitive Befragung aller Teilnehmer, die beide Experimente durchlaufen haben. Was die Präferenzen der Lernenden betrifft, so zeigten Metakognitionsanalysen in beiden Experimenten unabhängig von der Art des zu vermittelten Wissens, dass die Lernenden im Allgemeinen die Anwendung von Interventionen des Spaced Learning, des interaktiven und des angeleiteten Lernens bevorzugten, wodurch der teilweise positive Effekt auf den Wissenserhalt durch eine positive Lernerfahrung aus dem Spaced Learning ergänzt wurde. Zusammenfassend liefern die Ergebnisse beider Experimente demnach zwei wichtige Erkenntnisse, die zur Erforschung des Spaced Learning und dessen Anwendung im arbeitsbezogenen Lernen beitragen: 1. Der Spaced-Learning-Effekt existiert auch in arbeitsbezogenen E-Learnings und führte in der vorliegenden Untersuchung zu einer Verbesserung des Lernerfolgs um 40,3 % im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die Wirkung des SpacedLearning-Effekts hängt dabei hauptsächlich von der Art des zu erlernenden Wissens ab: Er führte zu einer großen Wirkung bei Fakten- und Konzeptwissen (übereinstimmend mit

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