Personal quarterly 2/2023

33 02 / 23 PERSONALquarterly entwicklungen über die Jahre aufgreift, kann das integrierte Arbeitsgestaltungsrahmenmodell vonMorgeson und Kollegen (2012) angesehen werden. In diesem Modell unterscheiden die Autoren folgende Arbeitscharakteristika: Aufgabencharakteristika, Wissenscharakteristika, soziale Charakteristika und den Arbeitskontext. Unter Aufgabencharakteristika fallen bspw. die Autonomie, die Arbeitende bei der Arbeit haben (z. B. wann, wie und wo sie arbeiten), die Aufgabenvielfalt, die ein Arbeitsplatz bietet, und das Feedback, das eine Aufgabe gibt (z. B. sieht man direkt, ob man gute Arbeit geleistet hat, oder lässt diese Erkenntnis auf sich warten). Unter Wissenscharakteristika fällt bspw. die Komplexität ausgeführter Aufgaben und die Frage, wie vielfältig die benötigten Fertigkeiten für die Erfüllung von Aufgaben sind. Unter soziale Charakteristika fallen z. B. Abhängigkeiten von Kollegen und Vorgesetzten und die Unterstützung, die von Kollegen und Vorgesetzten für die Erledigung von Aufgaben angedacht ist. Unter Arbeitskontext fallen Themen wie die physischen Anforderungen der Arbeit und Arbeitsumgebungsbedingungen (z. B. Lärm). Wie auch im Modell von Hackman und Oldham wird im Modell von Morgeson und Kollegen angenommen, dass diese Arbeitscharakteristika sich auf mediierende Mechanismen auswirken (bspw. auf kritische psychologische Zustände, wie die wahrgenommene Bedeutsamkeit der Arbeit oder die wahrgenommene Verantwortung), die dann wiederum zentrale arbeitsbezogene Konsequenzen haben sollen (vgl. Abb. 1). Laut Morgeson und Kollegen sind diese Konsequenzen unterteilbar nach einstellungsbezogenen Konsequenzen (z. B. hinsichtlich Arbeitszufriedenheit), Verhaltenskonsequenzen (z. B. hinsichtlich Arbeitsleistung), kognitiven Konsequenzen (z. B. hinsichtlich der Rollenwahrnehmungen) und Konsequenzen ABSTRACT Forschungsfrage: Algorithmusbasierte Systeme verändern Arbeitsplätze. Wie diese Systeme implementiert werden können, um menschengerechte Arbeit zu fördern, fand bisher wenig Beachtung. Methodik: In einer Laborstudie führten 122 Probanden Personalauswahlaufgaben entweder ohne Unterstützung oder mit einer von zwei Arten algorithmusbasierter Unterstützung aus. Praktische Implikationen: Algorithmusbasierte Systeme verändern die Wahrnehmung von Arbeitsaufgaben und von eigenen Fähigkeiten bei der Erledigung von Aufgaben. Eine Arbeitsgestaltungsperspektive hilft, algorithmenunterstützte Arbeit menschengerecht zu gestalten. Abb. 1: Auszug aus dem integrierten Arbeitsgestaltungsrahmenmodell von Morgeson und Kollegen Quelle: In Anlehnung an Morgeson et al. (2012) Arbeitscharakteristika Aufgabencharakteristika • Autonomie • Aufgabenvielfalf • Feedback Wissenscharakteristika • Aufgabenkomplexität • Fertigkeiten für die Aufgabenerfüllung Soziale Charakteristika • Abhängigkeiten • Unterstützung Arbeitskontext • Lärm • Hitze Mediierende Mechanismen Kritische psychologische Zustände • Wahrgenommene Bedeutsamkeit • Wahrgenommene Verantwortlichkeit Arbeitsbezogene Konsequenzen Einstellungsbezogene Konsequenzen • Arbeitszufriedenheit Verhaltenskonsequenzen • Arbeitsleistung Kognitive Konsequenzen • Rollenwahrnehmung Konsequenzen für das Wohlbefinden • Stress

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==