Personal quarterly 2/2023

PERSONALquarterly 02 / 23 24 SCHWERPUNKT_KI ALS TEAMMITGLIED Die Personalbesetzung von Projekten und Schichten ist in vielen Bereichen eine komplexe Tätigkeit. Die Personaleinsatzplanung (PEP) beschäftigt sich mit Arbeits-/Schichtplanung auf Grundlage von Mitarbeiterqualifikationen und -verfügbarkeiten. Die PEP wird in diesem Artikel als ein kurzfristiges Entscheidungsproblem gesehen, bei dem Personal spezifischen Aufgaben zugeordnet wird. Personalplanung (abgegrenzt von der PEP) wird auch mittel- bis langfristig betrieben. So hat das Human Resource Management (HRM) bspw. die Aufgabe, mittelfristig die Personalbedarfsermittlung für laufende oder zukünftige Projekte zu planen und Mitarbeiter zu evaluieren und zu trainieren. Langfristig beschäftigt sich das HRM mit der Expansion des Unternehmens. Dabei müssen zwar ähnlich wie in der kurzfristigen PEP auch Qualifikationen berücksichtigt werden, das HRM beschäftigt sich aber weniger mit akuten Personalbesetzungen für spezifische Aufgaben. Künstliche Intelligenz in der Personaleinsatzplanung von Teams Von Prof. Dr. Thomas Ellwart und Thomas Schilling, PhD (Universität Trier) Kurzfristig zu besetzende Schichtpläne sind Alltag im Rettungsdienst – z. B. bei der Polizei, der Feuerwehr, oder in Krankenhäusern und dem ambulanten Notdienst – und müssen oft flexibel angepasst werden. Dabei muss eine Vielzahl an Informationen berücksichtigt werden, wie die aktuelle Lage, die Qualifikationen und die Verfügbarkeit der Mitarbeiter. Die steigende Menge an Informationen ist für Menschen, die in der PEP tätig sind, zunehmend schwerer zu bewältigen und stellt insbesondere ein Problem dar, wenn in Notsituationen Emotionen und Stress die Qualität von Entscheidungen beeinträchtigen. Während der Coronapandemie spielten solche Faktoren eine wichtige Rolle und erschwerten PEP in vielen Unternehmen. Häufig wird die PEP manuell in Tabellen entlang personenbezogener und situativer Anforderungen bearbeitet. Jedoch sind insbesondere manuelle Prozesse besonders fehleranfällig bei kurzfristigen Entscheidungen, vor allem, wenn diese mit Emotionen und Stress verbunden sind. Abb. 1: Projekt Flexi-Teams: Interaktion zwischen Entscheidern, Einsatzteams und einer KI Quelle: Eigene Darstellung Das Projekt „FlexiTeams“ beschäftigt sich mit Entscheidungen, bei denen KI-Nutzer (orange) zur Aufgabe haben, Personaleinsatzteams (blau) mit unterschiedlichen Qualifikationen zu bilden und diesen diverse Aufgaben zuzuweisen. Hierbei soll die KI (grau) unterstützen, indem sie die Datenbasis analysiert und Entscheidungsvorschläge gibt. Perspektivisch sollen Datenrückflüsse und Rückmeldungen an die KI einen selbstlernenden, erfahrungsbasierten Optimierungsprozess in der KI ermöglichen. Dieses Entscheidungsszenario ist hier exemplarisch dargestellt. Entscheider in der Personaleinsatzplanung Künstliche Intelligenz (Digitales Assistenzsystem) Einsatzteams (Soziales System) - Einsatzplanung - Qualifikationsplanung - weitere Aufgaben? Schnittstelle (KI-Unterstützung) KI-unterstützte Entscheidung Daten, Wissen und Prozesse

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