Personal quarterly 2/2023

PERSONALquarterly 02 / 23 16 SCHWERPUNKT_KI ALS TEAMMITGLIED ist es auch in der fortlaufenden Zusammenarbeit nötig, diese Passung weiterhin aktiv zu prüfen und zu stärken. Dabei hilft eine kontinuierliche Reflexion über KI-bezogene Erwartungen und Fähigkeiten des KI-Teammitglieds. Diese Reflexion kann als wiederkehrende Routine im Team etabliert werden. Besonders beachtet werden sollte dabei, dass KI-Systeme über die Zeit Modifikationen durchlaufen. Zum einen können, wie bei simpleren IT-Systemen, sicherheits- oder technologiebedingte Anpassungen notwendig werden. Zum anderen ist vorstellbar, dass die KI, je nach spezifischer Implementierung, eigenständig lernt. In beiden Fällen kann es durch Veränderungen im Können der KI zu einer Schieflage zwischen den Erwartungen der Mitarbeitenden und den Fähigkeiten des KI-Teammitglieds kommen. Zusammengefasst sollte in der Phase der fortlaufenden Zusammenarbeit kontinuierlich geprüft werden, (1) inwiefern Erwartungen und Erwartungsänderungen von Teammitgliedern weitere Anpassungen der KI erforderlich machen und (2) welche Auswirkungen Updates einer KI auf die Passung zwischen Erwartungen und Fähigkeiten haben. In Abbildung 3 sind die Handlungsempfehlungen und ihre Ziele zusammengefasst. Übergreifend ist zu den Handlungsempfehlungen anzumerken, dass die Übergänge zwischen den vorgeschlagenen Maßnahmen fließend sind. So kann z. B. ein Erkenntnisgewinn aus der Implementierungsphase Informationen hervorbringen, die dazu führen, dass eine weitere Entwicklungs- und Designphase des KI-Teammitglieds angegangen werden muss. Auch bedingen sich die Maßnahmen aufseiten der Gestaltung des KI-Teammitglieds und der Anpassungen der Erwartungen gegenseitig. Wird bspw. eine bestimmte normative Erwartungshaltung in die Ausgestaltung des KI-Teammitglieds einbezogen, so sollten die Mitarbeitenden darüber informiert werden, da sie nur so die Möglichkeit erhalten, ihre antizipatorischen Erwartungen und ihren Umgang mit der KI entsprechend auszurichten. Zusammenfassung und Ausblick Mit zunehmendem technologischen Fortschritt steigen die Einsatzmöglichkeiten von KI in Unternehmen. Allerdings operiert KI in der überragenden Mehrheit der Anwendungsfälle weder in Isolation noch ersetzt sie Mitarbeitende vollständig. Deshalb wird zunehmend über den Einsatz von KI als Teammitglied diskutiert. Trotz der erst aufstrebenden Forschung in diesem Themengebiet, zeigt sich bereits jetzt, dass die Erwartungen, die Mitarbeitende sowohl antizipatorisch als auch normativ an ihre KI-Teammitglieder stellen, besonders zentral für eine gute Zusammenarbeit in Mensch-KI-Teams sind. Ein aktives Management und Austarieren der Passung zwischen Erwartungen und Realität ist deshalb unumgänglich. Für die kommenden Jahre kann davon ausgegangen werden, dass die Forschung weitere Erkenntnisse auf diesem Themengebiet liefern und dabei bestehende Wissenslücken schließen Quelle: Eigene Darstellung Abb. 3: Handlungsempfehlungen zur Herstellung einer Passung zwischen KI-gebundenen Erwartungen und Fähigkeiten von KI-Teammitgliedern Phase der Ausgestaltung der Mensch-KI-Zusammenarbeit Maßnahme KI-Entwicklung und -Design Partizipatives Design (z. B. Designworkshops) Implementierung des Mensch-KI-Teams Ausgestaltung eines Implementierungsplans mit wiederholter Erwartungsmessung Entwicklung einer Reflexionsroutine und daraus hervorgehende Maßnahmenableitung Fortlaufende Mensch-KI- Zusammenarbeit Ziele hinsichtlich der Fähigkeitsanpassung der KI Berücksichtigung der KI-bezogenen Erwartungen der Mitarbeitenden in Entwicklung und Design Feststellung von KI-Anpassungspotenzial und -erfordernissen Prüfung der Notwendigkeit von Änderungen des KISystems (z. B. Updates) Ziele hinsichtlich der Erwartungsanpassung der Mitarbeitenden Anpassung der Erwartungen an technologische Grenzen der KI Feststellung von Schulungspotenzial und -erfordernissen Transparente Informationsbereitstellung zu Änderungen des KI-Systems (z. B. Updates)

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