55 03 / 23 PERSONALquarterly (Hoch-)Schulen, Kammern und Bildungsträgern von hoher Bedeutung. - Nur 11 % maßen der Bereitschaft, höhere Löhne zu zahlen, hohe Bedeutung bei. A us betrieblicher Sicht war im Jahr 2011 also die Lohnerhöhung als Strategie zur Lösung des Fachkräftemangels wenig bedeutsam verglichen mit Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie dem Schaffen attraktiver Arbeitsbedingungen. M aier, Neuber-Pohl, Mönnig, Zika und Kalinowski (2017)6 trugen in ihrer Studie Evidenz zusammen, die zeigt, dass Arbeitgeber auf Arbeitskräftemangel mit Lohnerhöhungen reagieren. Außerdem zeigten sie mithilfe der Modellierung verschiedener Szenarien zu Lohnentwicklungen in Berufen: - Mögliche Lohnanpassungen und daraus resultierende Berufswechsel können zu einem besseren Ausgleich von Arbeitsangebot und -nachfrage führen. - Nicht alle theoretischen Arbeitskraftengpässe können allein durch Lohnerhöhungen gelöst werden. Der Minimalkonsens Lohnerhöhungen alleine lösen den Fachkräftemangel nicht. Drei offene Fragen W elche Strategien verwenden Unternehmen aktuell, um mit dem Fachkräftemangel umzugehen? W elche Wirksamkeit haben unterschiedliche Strategien darauf, tatsächlich für ausreichend Fachkräfte im Unternehmen zu sorgen? W ie wirken sich bessere Arbeitsbedingungen auf den Fachkräftemangel aus? Fazit Lohnerhöhungen alleine können nicht die Lösung für den Fachkräftemangel sein. Unternehmen haben bereits in der Vergangenheit der Aus-, Fort- und Weiterbildung und dem Schaffen attraktiverer Arbeitsbedingungen hohe Bedeutung als Strategie gegen den Fachkräftemangel beigemessen. So verschieden wie die Gründe für Engpässe sind und sein werden, so unterschiedlich werden auch zukünftig die Strategien ausfallen, um für die nötigen Fachkräfte im Betrieb zu sorgen. Über die rein betriebliche Perspektive hinaus spricht sich Prof. Dr. Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und Inhaber des Lehrstuhls für Empirische Wirtschaftsforschung an der Uni Regensburg, außerdem dafür aus, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um Arbeitskräftemangel und damit einhergehend auch den Fachkräftemangel zu dämpfen: „Bis 2035 verliert Deutschland aus demografischen Gründen sieben Millionen Arbeitskräfte, wenn es keinen Ausgleich gibt. Jetzt gilt es, Ältere im Job zu halten, Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung zu fördern, weiterhin die Arbeitslosigkeit abzubauen sowie die Geburtenrate zu erhöhen.“ Entscheidend werde auch sein, eine offene Zuwanderungspolitik zu gestalten, um so neue Arbeits- und Fachkräfte anzuziehen. Zentral seien dabei auch die Integration im deutschen Arbeitsmarkt, berufsbegleitende Qualifizierung und berufliche Entwicklungsperspektiven. Unternehmen müssen alle Hebel in Bewegung setzen, um den Fachkräftemangel zu dämpfen. Lohnerhöhungen alleine können nicht die Lösung sein. Quellen 1 https://www.bmas.de/DE/Arbeit/Fachkraeftesicherung-und-Integration/Fachkraeftemonitoring/ fachkraeftemonitoring.html 2 https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/buero-co/gegen-den-fachkraeftemangelmehr-lohn-als-mittel-18721012.html 3 https://www.spiegel.de/wirtschaft/fachkraefte-und-arbeitskraeftemangel-und-es-gibt-ihn-dochgastbeitrag-a-b6135f2d-adcf-4b76-9597-e9f39b1e8216 4 https://iab.de/publikationen/publikation/?id=2559960 5 D ie Fragebogen aller IAB-Betriebspanel Wellen sind hier zu finden: https://iab.de/das-iab/befragungen/iab-betriebspanel/ 6 https://labourmarketresearch.springeropen.com/articles/10.1007/s12651-017-0220-x
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