Personal Quarterly 3/2023

44 PERSONALquarterly 03 / 23 NEUE FORSCHUNG_PEOPLE ANALYTICS sich die Analyse auf Zeitungs- und Branchenmagazinartikel. Konferenzbeiträge und im Netz verfügbares Video- und Audiomaterial wurden nicht einbezogen. Ebenso wurden Unternehmenswebseiten nicht systematisch nach Diskursbeiträgen gescreent. Diese Beiträge könnten zukünftig Teil umfassenderer Analysen sein. Weiterhin gilt es zu beachten, dass der starke Einbezug von Branchenmagazinartikeln mit der Möglichkeit verbunden ist, dass deren Autorinnen und Autoren ein mittelbares oder unmittelbares kommerzielles Interesse am HRAnalytics-Markt verfolgen und die Beiträge demnach einem Bias unterliegen können. Grund für die genannten Limitationen sind neben forschungspragmatischen Überlegungen unterschiedliche Rechts- und Mitbestimmungslagen innerhalb und außerhalb der EU sowie divergierende Umsetzungsstände (insbesondere im Vergleich zu den USA und Asien). Zusammenfassung Im Rahmen einer qualitativen Diskursanalyse deutschsprachiger Artikel aus allgemeinen Zeitungen sowie Branchenmagazinen im Zeitraum 2015 bis 2021 rekonstruierten wir diskursbestimmende Aussagen und Argumentationslinien zu People Analytics (PA). Im Ergebnis zeigt sich 1) eine unkritische Überhöhung des Nutzens algorithmenbasierter Entscheidungssysteme im Personalmanagement, 2) eine Diskreditierung der Bedeutung menschlichen Erfahrungswissens bei Entscheidungsprozessen sowie 3) ein Übergewicht datenschutz- und mitbestimmungsrechtlicher Aspekte im Verhältnis zu ethischen Risiken und praktischen Herausforderungen bei der Implementierung und Nutzung solcher Systeme.

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==