33 03 / 23 PERSONALquarterly Herangehensweise, die weniger auf Prozesse und Dokumentation, sondern auf einen iterativen und inkrementellen Entwicklungsansatz setzt, ermöglicht einen flexiblen Umgang mit sich ändernden Anforderungen. Die Kunden werden nicht als bloße Empfänger des Endprodukts definiert, sondern werden aktiv in den Entwicklungsprozess einbezogen. Die mit Abstand am weitesten verbreitete agile Methode ist Scrum (vgl. Digital.ai, 2022). Nachfolgend wird der Scrum-Prozess inklusive der Meetings und der Rollen vorgestellt (vgl. Schwaber/ Sutherland, 2020). Scrum in Kürze erklärt Scrum ist ein konzeptueller Rahmen für agile Entwicklung und Projektmanagement, der sich auf iterative, inkrementelle und kollaborative Arbeitsprozesse konzentriert. Es basiert auf einer empirischen Herangehensweise, die kontinuierliches Feedback und Anpassung während des Entwicklungsprozesses vorschlägt. Im Scrum Framework gibt es drei Hauptrollen: den Product Owner, den ScrumMaster und das Entwicklungsteam. Der Product Owner ist verantwortlich für die Definition und Priorisierung der Anforderungen und Funktionalitäten des Produkts. Der Scrum Master unterstützt das Team bei der Implementierung von Scrum und ist verantwortlich für die kontinuierliche Entwicklung von Prozess und Zusammenarbeit. Das Entwicklungsteam besteht aus Experten, die für die Implementierung der Funktionalitäten und die Umsetzung des Produkt Backlog verantwortlich sind. Das Product Backlog ist eine Prioritätenliste mit Anforderungen und Funktionalitäten des Produkts, die vom Product Owner verwaltet und in Anlehnung an die Kundenbedürfnisse priorisiert wird. Scrum basiert auf festen Arbeitszyklen namens Sprints, die normalerweise ein bis vier Wochen dauern und am Ende ein funktionierendes Produktinkrement liefern. In Scrum gibt es vier wichtige Meetings oder auch „Rituale“ genannt. Ein Sprint startet mit dem Sprint Planning Meeting, in welchem die Arbeit für den kommenden Sprint geschätzt und geplant wird. Während eines Sprints trifft sich das Entwicklungsteam täglich zu einem kurzen Meeting, dem Daily Scrum, um den Fortschritt zu besprechen und sich zu koordinieren. Abgeschlossen wird ein Sprint mit der Durchführung von zwei wichtigen Reflexions-Meetings: Das Review-Meeting dient dazu, das Ergebnis des Sprints zu demonstrieren und Feedback der beteiligten Personen einzuholen. Im Retrospektive-Meeting trifft sich das ABSTRACT Forschungsfrage: Unternehmen führen agile Praktiken ein, um Leistung und Innovation zu steigern. Welche Auswirkungen diese Praktiken auf Arbeitsmerkmale und die psychische Gesundheit von Beschäftigten haben, wurde bislang nicht untersucht. Methodik: Es wurde eine Fragebogenstudie mit zwei Messzeitpunkten und 260 Beschäftigten in agilen Teams durchgeführt. Praktische Implikationen: Die Ergebnisse zeigen, dass agile Praktiken positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit (höheres Engagement, geringere Ermüdung), vermittelt durch reduzierte Arbeitsanforderungen und erhöhte Ressourcen, haben. Abb. 1: JD-R-Modell für agile Arbeitspraktiken Quelle: Vereinfachtes Forschungsmodell: JD-R-Modell für agile Arbeitspraktiken (vgl. Rietze/Zacher, 2021): Agile Arbeitspraktiken (t1) Arbeitsanforderungen (t2) Emotionale Ermüdung (t2) Arbeitsressourcen (t2) Emotionales Engagement (t2) – + + +
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