PERSONAL quarterly 1/2020

12 PERSONALquarterly 01/20 SCHWERPUNKT _FREIWILLIGENARBEIT Quelle: Englert et al. (2019) Passungsaspekt Anzahl (%) an Interviewten Anzahl (%) an Episoden Missionskongruenz 29 (61,7 %) 58 (9,9 %) Erfülltes Bedürfnis nach organisationaler Unterstützung 33 (70,2 %) 60 (10,2 %) Kollegiale Gemeinsamkeiten und gegenseitige Unterstützung 43 (91,5 %) 116 (19,8 %) Angemessene Führung 21 (44,6 %) 29 (4,9 %) Kompetenz-Service-Passung 41 (87,2 %) 94 (16,0 %) Erfülltes Bedürfnis nach Autonomie und Freiheit 26 (55,3 %) 52 (8,9 %) Erfülltes Bedürfnis nach Anerkennung und Wertschätzung 44 (93,6 %) 104 (17,7 %) Kompatibilität mit anderen Lebensbereichen 36 (76,6 %) 74 (12,6 %) Gesamt 47 (100 %) 587 (100 %) Abb. 1: Verteilung der Interviewten und Episoden auf Passungsaspekte ABSTRACT Forschungsfrage: Wie nehmen Freiwillige Person-Umwelt-Passung wahr? Methodik: Qualitatives Forschungsdesign mit 47 narrativen Interviews mit Freiwilligen aus verschiedenen Branchen des Non-Profit-Sektors. Praktische Implikationen: Person-Umwelt-Passung ist für eine nachhaltige Bindung von Freiwilligen essenziell. Non-Profit-Organisationen sollten zur Förderung der Passung adäquate Personalpraktiken für die relevanten Organisationsaspekte entwickeln. Diese reichen von der kontinuierlichen Kommunikation der Ziele und Werte, über das Angebot von Personalentwicklungsmaßnahmen, über eine geeignete Teamzusammensetzung bis hin zur Etablierung einer Anerkennungskultur. auch als unzuverlässige Ressourcen bezeichnet werden. Bishe- rige Forschungsarbeiten stellen heraus, dass organisationale Rahmenbedingungen grundsätzliche Motive von Freiwilligen, wie bspw. anderen zu helfen oder Beziehungen aufzubauen, befriedigen sollten (Stukas et al., 2016). Darüber hinaus zeigt sich, dass sog. Persönlichkeits-Fit, das heißt die Übereinstim- mung mit einem prototypischen Mitarbeitenden, sowie Kultur- Fit, als die Kongruenz zwischen antizipierter, idealer Kultur und der tatsächlichen Kultur, positive Arbeitseinstellungen bei Freiwilligen bewirken (van Vianen et al., 2008). Methodisches Vorgehen Um eine ganzheitliche Betrachtung aller relevanten Umwelt- elemente der Person-Umwelt-Passung von Freiwilligen vorzu- nehmen, haben Englert et al. (2019) eine empirische Studie zur Analyse der wahrgenommenen Passung durchgeführt. Auf- grund der explorativen Fragestellung wurde hierbei ein qua- litatives Forschungsdesign gewählt. Es wurden 47 narrative Interviews (Elliott, 2005) mit Freiwilligen aus verschiedenen Branchen geführt (Zeitraum: 12/2015–12/2018; Dauer: 12–78 Minuten, durchschnittliche Dauer: 42 Minuten), um daraus ein holistisches Modell einer wahrgenommenen Passung für Frei- willige zu entwickeln (Ritchie et al., 2014). Die Datenerhebung erfolgte in drei Wellen, bis eine theoretische Sättigung der Ergebnisse erreicht wurde (Corbin/Strauss, 2015): (1) 7 Inter- views auf Basis eines offenen Samplings, (2) 18 Interviews zur Diversifizierung des Samples in Bezug auf die durchgeführten Tätigkeiten und die soziodemografische Verteilung der Inter- viewten, (3) 22 Interviews zur Diversifizierung des Samples in Bezug auf die untersuchte Branche. In den narrativen Inter-

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