Schwerpunkt KI und Digitalisierung es weiterhin an Transparenz und Konsistenz – ein zentrales Umsetzungshemmnis. Auch fragmentierte IT-Landschaften blockieren die Umsetzung der Digitalisierung: Oft weist die IT-Landschaft in Immobilienunternehmen zentrale, durch monolithische Systeme geprägte Strukturen auf. Diese sind wenig anforderungsflexibel und innovativ, externe Dienste, neue Technologien und PropTech-Lösungen lassen sich nur schwer implementieren. Aufgrund der limitierenden Strukturen fehlt es an Möglichkeiten der Orchestrierung; Ergebnisse sind isolierte Datenmodelle, lange Innovationszyklen sowie geringe Interoperabilität. Umsetzungsmaßnahmen erscheinen damit oft obsolet. KULTUR UND QUALIFIKATION – DIE WAHREN HÜRDEN 3 DER LEIDENSDRUCK FEHLT – ES BRAUCHT MEHR ANREIZE 4 3 Neben technisch-organisatorischen Hemmnissen bestehen in den Immobilienunternehmen, trotz einer behaupteten Offenheit, erhebliche kulturelle Defizite für die Umsetzung der Digitalisierung. Zwar bewerten die Unternehmen ihre Veränderungsbereitschaft positiv, es fehlt jedoch an Digitalisierungskompetenz, Weiterbildung und digitalem Engagement auf Führungsebene. Dies spiegelt sich in Mentalität, Kultur und Veränderungsbereitschaft der jeweiligen Organisation wider. Eine tragfähige Innovationskultur baut Ängste und Überforderung ab. Digitalisierung und KI dürfen nicht als Bedrohung wahrgenommen, sondern müssen als Werkzeug für Entlastung und Effizienz im Alltag verstanden werden. Es bedarf Empathie und fachlichen Know-hows, die eine innovationsfreundliche Kultur fördern, um die Hürden zu überwinden. 4 Trotz erheblicher Herausforderungen auf der Makroebene, wie steigende Finanzierungskosten, geopolitische Unsicherheiten und hoher Transformationsdruck Richtung Klimaneutralität, nimmt der wahrgenommene Digitalisierungsdruck ab; die Investitionen in Digitalisierung sind von 2024 auf 2025 drastisch gesunken. Offenbar können es sich viele Immobilienunternehmen leisten, die Herausforderungen auf der Mikroebene, seien es Fachkräftemangel, veraltete Softwaresysteme oder mangelnde Akzeptanz von Veränderungen, zu ignorieren. Digitalisierung gilt oft nicht als strategische Notwendigkeit, sondern als kurzfristige Stellschraube zur Kosteneinsparung – mit dem Risiko, langfristig Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen. Um diesen Trend umzukehren, braucht es eine nachhaltige, stabil in die jeweilige Organisation integrierte Digitalisierungsstrategie und konkrete Anreize für Immobilienunternehmen, Mitarbeitende und Führungskräfte: kurzfristige wirtschaftliche Effekte durch Pilotprojekte, stabile Partnerschaften mit Technologieträgern und PropTech-Unternehmen und neue, zukunftsträchtige Perspektiven. Für Mitarbeitende und Führungskräfte: Entlastung von Routinetätigkeiten, attraktive Weiterbildungsangebote, flexible Arbeitszeiten und Anerkennung. Mit einer Innovationskultur, die Begeisterung erzeugt, lässt sich die Attraktivität, Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit digitalisierter Immobilienunternehmen sichern. 8 · Immobilienwirtschaft
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