Immobilienwirtschaft Leseprobe

eine von ihm im Frühjahr 2025 beauftragte Forsa-Umfrage. Demnach beauftragten lediglich drei Prozent der potenziellen Verkäufer einen Online-Makler. Dagegen würden sich 40 Prozent für einen bundesweit tätigen Makler entscheiden, weitere 40 Prozent für einen ortsansässigen Makler. Man beobachte nicht, dass klassische Maklerinnen und Makler vor Ort unter der Konkurrenz so genannter Hybridmakler leiden. „Das liegt auch daran, dass diese hybriden Unternehmen kein exklusives Recht auf digitale Tools und KI-Anwendungen haben. Auch die klassischen Maklerinnen und Makler entwickeln sich weiter und lernen dazu, um konkurrenzfähig zu bleiben“, so IVD-Geschäftsführer Dr. Christian Osthus. Die Unterscheidung sei daher nicht eindeutig. Ein wesentlicher Vorteil der Vor-Ort-Unternehmen liege weiterhin darin, dass sie den lokalen Markt genau kennen und eine persönlichere Beratung bieten. HYBRID IST EIGENTLICH JEDER Ohnehin seien die Begriffe „klassisch“ und „hybrid“ wenig trennscharf, so Roland Kampmeyer, Geschäftsführer von Kampmeyer Immobilien, einem der führenden Immobilienmakler im Rheinland. „Wir nutzen digitale Instrumente, Automatisierung und Prozessoptimierung, um Effizienz und Transparenz zu schaffen, setzen aber gleichzeitig auf persönliche Beratung und enge Beziehungen vor Ort. Genau diese Kombination aus digitalen Tools und menschlicher Begleitung ist die Grundlage unseres Erfolges.“ Entscheidend dabei sei, dass die Möglichkeiten der Digitalisierung nicht als Ersatz für persönliche Beratung verstanden würden, sondern als Verstärkung und Ergänzung. Tatsächlich arbeitet der klassische Makler längst hybrid. Digitale Instrumente sind in der täglichen Praxis selbstverständlich geworden. Neue Mandate entstehen überwiegend über Portale wie ImmoScout24, Immonet oder Immobilie1, flankiert durch Social Media und Suchmaschinenmarketing. Leads fließen automatisiert ins CRM, wo sie vorqualifiziert werden. „Digitale Workflows können zwar nicht den persönlichen Kontakt ersetzen. Sie können allerdings standardisierte Routineaufgaben übernehmen, die unnötige Zeit fressen. Automatisierungen übernehmen einen erheblichen Teil der Arbeitslast – und das schneller und weniger fehleranfällig“, so Julia Mannheims, Marketing-Expertin bei der OnOffice GmbH, einem Spezialisten für ImmobilienSoftware. Beispielsweise koste es Makler viel Zeit, Portalanfragen ihrer Interessenten händisch zu bearbeiten: ständig das Mail-Postfach zu aktualisieren, Mails zu lesen, neue Adressdaten anzulegen, Absagen zu versenden oder Exposés zu verschicken. Mit einem elektronischen Anfragenmanager ließen sich dagegen Anfragen automatisch bearbeiten. Homeday 1.238 McMakler 2.874 Quelle: Angebote diverser Hybridmakler, Branchenbuch von Immoscout.24.de 70 Trotz bis 2020 eingesammelter 70 Mio. Euro an Risikokapital blieb Homeday, laut verfügbaren Veröffent- lichungen im Bundesanzeiger, defizitär. 17 · Immobilienwirtschaft

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