86 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2025 Nachhaltigkeit & Technologie Klimawandel und Immobilien lich begrenzt und oft mit kurzen Vorwarnzeiten. In Deutschland kommen Starkregenereignisse überwiegend in den Sommermonaten vor und können überall im Land auftreten. Im Zeitraum von 2002 bis 2019 gab es in Deutschland 63,9 Starkregenereignisse pro 1.000 Quadratkilometer. Dabei entstanden an etwa 83 pro 1.000 Wohngebäuden Schäden. Von den Bundesländern liegen Berlin und Sachsen mit 143,9 beziehungsweise 137,7 Schäden pro 1.000 Wohngebäuden deutlich über dem Bundesdurchschnitt, während Baden-Württemberg die meisten Starkregenereignisse pro 1.000 Quadratkilometer aufweist. Die Niederschlagsmengen während der Starkregenereignissen nehmen zu, was zu extremeren und schwerer vorhersehbaren Überschwemmungen führt. Die Schadensbilanz der letzten 20 Jahre: 12,6 Milliarden Euro bundesweit, jedes zehnte Wohngebäude war betroffen. Die Niederschlagsverteilung wird auch ungleichmäßiger: Längere Trockenphasen wechseln sich mit intensiveren Starkregenereignissen ab, was das Risiko für Überschwemmungen und Sturzfluten erhöht. Prognosen erwarten einen weiteren leichten Anstieg der Starkregentage, die Schäden durch Starkregen werden durch die Klimaerwärmung voraussichtlich weiter zunehmen. Wichtig ist hierbei, sich die zunehmenden Kosten zu vergegenwärtigen. PRINZIP DER SCHWAMMSTADT Eine bedeutende Möglichkeit ist das Prinzip der „Schwammstadt“, das in den nächsten Jahren immer wichtiger wird. Städte wie Kopenhagen, Berlin oder Hamburg arbeiten bereits an der Umsetzung entsprechender Konzepte. Die so genannte Schwammstadt ist ein innovatives städtebauliches Konzept, das auf die zunehmenden Herausforderungen des Klimawandels reagiert – insbesondere auf Starkregenereignisse und lange Trockenphasen. Ziel ist es, Städte so zu gestalten, dass sie wie ein Schwamm Wasser aufnehmen, speichern und bei Bedarf auch wieder abgeben können. Zentrale Elemente einer Schwammstadt sind durchlässige Oberflächen, begrünte Dächer, Versickerungsflächen, Regenwasserspeicher und natürliche Wasserrückhalteflächen wie Parks, Feuchtgebiete oder Teiche. Diese Maßnahmen helfen, Regenwasser zurückzuhalten, wo es anfällt, statt es wie bisher über Kanäle direkt in die Kanalisation oder in Flüsse abzuleiten. So wird die Kanalisation entlastet, gleichzeitig wird Grundwasser aufgefüllt und Überschwemmungen werden reduziert. Ein weiterer Pluspunkt ist das verbesserte Mikroklima: Bäume, Grünflächen und Wasser1 STADTPARK UND SEE stellen im Konzept der Schwammstadt natürliche Wasserrück- halteflächen dar 2 DACHGÄRTEN Begrünte Dächer fangen Regenwasser auf, speichern es, dienen als Retention 1
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