Immobilienwirtschaft 3/2025

84 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2025 Nachhaltigkeit & Technologie Klimawandel und Immobilien Es braucht dringend einen detaillierten Blick auf die aktuellen Folgen des Klimawandels in Deutschland. Die Entwicklung der Starkregenereignisse muss ausführlicher analysiert werden. Innovative städtebauliche Konzepte, wie das Prinzip der Schwammstadt, müssen sich weiter in der Branche verbreiten. Denn diese und natürlich viele weitere Beiträge müssen zeitnah in der Immobilienwirtschaft geleistet werden, um die Zukunft nachhaltig zu gestalten. ZUNAHME VON STARKREGEN Seit Beginn der industriellen Revolution hat sich das Klima in Deutschland deutlich verändert. Die Durchschnittstemperatur ist seit 1881 um etwa 1,6 °C gestiegen, wobei der Temperaturanstieg sogar über dem globalen Durchschnitt liegt und eine Vielzahl von Veränderungen für die Umwelt wie auch die Gesellschaft bewirkt. Besonders in den Städten, den so genannten Hitzeinseln, steigen die Temperaturen deutlich an. Die Zahl der Hitzetage – Tage mit Temperaturen über 30 °C – nimmt zu. Das bedeutet, dass immer mehr Menschen mit den Folgen trockenen Regionen wie Brandenburg droht eine Wasserknappheit, welche die Wasserversorgung der Bevölkerung bedroht. Auch die Landwirtschaft ist stark betroffen. Frühere Blühzeiten und veränderte Erntezeiten sowie die Zunahme von Pflanzenkrankheiten stellen die Bauern vor große Herausforderungen. IM SOMMER GIBT ES IMMER MEHR HITZETOTE In urbanen Gebieten entstehen Hitzeinseln, die die Belastung für die Bewohnerinnen und Bewohner erhöhen. Die Kühlung von Gebäuden wird immer wichtiger, was wiederum zu einem erhöhten Energieverbrauch und resultierendem CO2-Ausstoß führt. Die Infrastruktur wie Straßen, Schienen und Kanalisation müssen an die Extremwetterereignisse angepasst werden. Im Sommer gibt es immer mehr Hitzetote, längere Pollenflugzeiten und die Ausbreitung neuer Krankheiten durch Mücken führen ebenfalls zu einer erhöhten Belastung der Bevölkerung. Starkregen bezeichnet hohe Niederschlagssummen innerhalb kurzer Zeiträume, meist räumTEXT Stefan Jäckel DAS WASSER UND DIE SCHWAMMSTADT Der Klimawandel ist längst kein fernes Zukunftsszenario mehr, sondern eine GEGENWÄRTIGE REALITÄT, die die Gesellschaft in vielfältiger Weise beeinflusst. Von steigenden Temperaturen über extreme Wetterereignisse bis hin zu tiefgreifenden Veränderungen für die Natur und die Infrastruktur – die Auswirkungen sind allgegenwärtig und fordern somit nicht nur die Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, sondern auch die Immobilienwirtschaft dazu auf, umzudenken und Lösungen zu finden. extremer Hitze konfrontiert sind. Besonders gefährdet sind ältere und kranke Menschen, deren Gesundheit erheblich belastet wird. Die Zunahme von Starkregen, Dürren, Stürmen und Hagel ist eine direkte Folge des Klimawandels. Im Jahr 2021 führte eine außergewöhnliche Starkregenperiode im Ahrtal zu extremen Sturzfluten und Überschwemmungen, bei denen zahlreiche Menschen ihr Leben verloren. Solche Ereignisse werden durch die zunehmende Feuchtigkeit in der Luft und die ungleichmäßige Verteilung des Niederschlags begünstigt und in der Zukunft zunehmen. Extreme Stürme und Hagelereignisse werden ebenfalls häufiger und verursachen Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Die Wälder in Deutschland leiden unter Trockenheit und Schädlingsbefall. Heimische Arten wie Fichte und Buche sterben in vielen Regionen. Der Bedarf an klimaresilienten Pflanzen steigt. Wärmeliebende Arten breiten sich aus, während kälteangepasste verschwinden. Der Wasserhaushalt ist durch den sinkenden Grundwasserspiegel und längere Trockenphasen zunehmend belastet. Besonders in 12,6 Milliarden Euro bundesweit lautet die Schadensbilanz der Starkregen- ereignisse der letzten 20 Jahre: Jedes zehnte Wohngebäude war betroffen.

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