66 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2025 Verwaltung & Vermarktung Venture Capital Der Markt für Immobilienverwaltungen rückt zunehmend in den Fokus ausländischer Investoren, die beabsichtigen, bestehende Verwaltungen zu übernehmen, da in Zeiten von niedrigen Zinsen alternative Anlagen wie Immobilienverwaltungen attraktiv geworden sind. Ein weiterer Faktor für diese Entwicklung dürfte sein, dass die Digitalisierung von Immobilienverwaltungen heute mit skalierbaren Softwarelösungen machbar ist. Verwaltungen haben zudem oft langfristige Verträge mit Eigentümern, welche regelmäßige, relativ krisenfeste Einnahmen wie bei Infrastrukturinvestments garantieren. Da viele Verwaltungen Einzelunternehmen oder kleinere Unternehmen sind, steht oft auch altersbedingt die Nachfolgefrage an, was Übernahmen erleichtert. Aufgrund der Heterogenität des Marktes gibt es nahezu nur lokal tätige Verwaltungen. Mit der Zusammenführung von Verwaltungen (Buy-and-Build-Strategie) können daraus skalierbare Unternehmen geformt werden. Nicht vergessen werden darf dabei, dass mit der Digitalisierung MARTIN KASSLER, Geschäftsführer des Verbands der Immobilienverwalter Deutschlands (VDIV), sieht ebenfalls steigendes Interesse von Venture-CapitalInvestoren an Verwaltungen DAS NEUE INVESTMENT: DIE ERTRAGREICHE IMMOBILIENVERWALTUNG S T E L L U N G N A H M E MARTIN KASSLER (Apps für Mieter, automatisierte Abrechnungen etc.) Effizienzgewinne gehoben und Gewinnmargen erhöht werden. Nahezu in jedem Bereich der Verwaltung lässt sich dies wiederholen. Auch die Ausgründung von Servicedienstleistungen (Cross-Selling) wie Hausmeisterdienstleistungen, Versorger- und Versicherungsmanagement, Energieverträge, Messstellenservices oder die Vermittlung von Miet- und Kaufangeboten können Umsatzwachstum generieren. Außerdem kann eine Zentralisierung von IT und Buchhaltung Wunder wirken. Ebenso kann die herausgehobene Stellung des Verwalters nach der WEG-Reform genutzt werden, indem Sonderhonorare eine andere, höhere Bedeutung bekommen. Ein neuer Umsatzschub ist ebenfalls in Sicht: die energetische Sanierung. Großen Unternehmen gelingt es dabei schneller und übergreifender, Kompetenzen aufzubauen und daran monetär zu partizipieren. In Kombination mit erhobenen Gebäudedaten sowie einer konsequent digitalen Strategie eröffnen sich dabei weitere Möglichkeiten.
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