Immobilienwirtschaft 3/2025

Gelassen, scheinbar friedlich. So nahe haben wir uns schon lange nicht mehr sein können. Bei all dem Rackern, Schieben und Schuften ist es leicht zu vergessen, dass wir sterblich sind. Kaum einem, der noch ein paar Jahre hat, ist das bewusst. Doch auch ohne Datum wird jeder relativ bald sterben. Eine so kolossal grausame Erkenntnis, dass sie schwer zu akzeptieren ist. Die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod ist eine grandiose Idee, vielleicht die erfolgreichste der Menschheit. Wenn es sie nicht gäbe, müsste man sie sofort erfinden. Die Vorstellung von einem paradiesischen vorbestimmten Leben, viel schöner als auf Erden. Die Endlichkeit ist aufgehoben, see you later! Die weniger Glaubensbegabten werden auf das Hier und Jetzt, auf den schmalen Streifen Gegenwart, ihre Erinnerungen und Absichten begrenzt. Auf der diesjährigen Architektur-Biennale in Venedig wird sich der Serbische Pavillon am Ende der Ausstellung wieder aufgelöst haben. Die Fäden der luftig im Raum hängenden Strickarbeiten werden, wenn die Sonne scheint, von Spindeln Millimeter für Millimeter bis zum Ende der Ausstellung wieder aufgewickelt worden sein. „Wo etwas verGEH NICHT GELASSEN Der Anruf meines Bruders kam unerwartet. Fünf Stunden später saßen wir zusammen am Bett unseres schwer atmenden Vaters. Unsere Kinder erzählten ihm VON FRÜHER, liebevoll verbunden. In der folgenden Nacht wurde er ruhiger und seine Hände kalt. Menschen & Märkte Kolumne

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==