Immobilienwirtschaft 3/2025

MASTERARBEIT: KI UND REAL ESTATE Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren besonders in der Immobilienbranche deutlich an Bedeutung gewonnen. Vor allem die Entwicklung und Verwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) ist zu einem wesentlichen Treiber des Wandels in der modernen Arbeitswelt geworden, der Berufsbilder, Tätigkeiten und Arbeitsformen maßgeblich verändert. Im Rahmen einer Master-Thesis an der HAWK Holzminden hat Absolvent Serhat Özgen im Zeitraum vom 4. bis 21. Juni 2024 eine empirische Erhebung unter Researcherinnen und Researchern in Deutschland durchgeführt, um der Frage nachzugehen, wie der Status quo der Researcher aussieht und inwieweit KI ihr Tätigkeitsfeld verändert. Aus einer Grundgesamtheit von 124 Personen und einer Rücklaufquote von etwa 35 Prozent konnten wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden. Die Ergebnisse der Analyse zeigen eine breite Altersverteilung unter den Teilnehmenden, wobei die meisten den Altersgruppen 45 220 bis 54 Jahre (31,7 Prozent) und 25 bis 34 Jahre (21,9 Prozent) angehören. Akademisch sind 56,1 Prozent Diplom-, 31,7 Prozent Master- und 14,6 Prozent Bachelor-Absolventen. Trotz hoher Qualifikation und Erfahrung zeigt sich eine große Gehaltsbandbreite. Die Mehrheit bezieht ein mittleres bis hohes Einkommen. Dennoch empfinden viele das Verhältnis zwischen Position, Erfahrung und Vergütung als unausgewogen. Die Umfrage unterstreicht daher die Notwendigkeit einer Anpassung der Gehaltsstrukturen und Hierarchien, um Fachkräfte angemessen zu entlohnen. Der Einsatz von KI im Research nimmt stetig zu – jedoch als Unterstützung, nicht als Ersatz menschlicher Expertise. Bereits heute nutzen viele Fachkräfte KI, insbesondere in der Datenanalyse (44,4 Prozent), der Automatisierung von Routineaufgaben (38,8 Prozent) und der Markt- und Standortanalyse (36,1 Prozent). Die Mehrheit der Befragten erwartet in den nächsten Jahren einen deutlichen Anstieg der KINutzung. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Fachkräften für KI und Datenanalyse. Ein weiteres zentrales Ergebnis zeigt einen klaren Handlungsbedarf, um den Beruf des Researchers attraktiver für junge Fachkräfte zu machen. Herausforderungen sind der geringe Bekanntheitsgrad, unklare Karriereperspektiven und fehlende flexible Arbeitsmodelle. 67 Prozent der Befragten sehen gezielte Maßnahmen als notwendig an. Dazu zählen eine stärkere Präsenz an Hochschulen, eine breitere Medienpräsenz sowie attraktivere Gehälter und Benefits. Die Umfrage zeigt: Künstliche Intelligenz revolutioniert Research-Prozesse, doch „Menschliche Intelligenz“ bleibt unersetzlich. SERHAT ÖZGEN Absolvent (M.Sc.) für Immobilienmanagement an der HAWK Holzminden Vonovia hat in Berlin ein zentrales Aus- und Weiterbildungszentrum für handwerkliche Berufe eröffnet. Auf rund 3.000 Quadratmetern bietet die neue Handwerksakademie Platz für bis zu 220 Auszubildende pro Jahr. Ausgebildet wird unter anderem in den Berufen Anlagenmechaniker/in, Elektroniker/ in, Fliesenleger/in und Maler/in. Neben der klassischen Ausbildung stehen auch Weiterbildungen im Bereich Energie- und Gebäudetechnik auf dem Programm, etwa zu Wärmepumpen und Photovoltaik. Monteure und Hilfskräfte können ebenfalls geschult werden, ergänzt durch Soft-Skills-Angebote wie Kommunikation und Deeskalation. Die Akademie ist Teil der konzerninternen Strategie zur Fachkräftesicherung. Aktuell lernen bereits rund 100 Auszubildende im neuen Zentrum. Berlin zählt zu den beliebtesten Städten Europas für Studierende – das zeigt der aktuelle Student City Index von Patrizia. Unter 48 untersuchten Städten landet die deutsche Hauptstadt auf Platz drei, hinter Wien und Paris. Bewertet wurden unter anderem Lebenshaltungskosten, Wohnungsmarkt, Studienangebot und Internationalität. Für Studierende bleibt Berlin damit eine der attraktivsten Adressen Europas. Und auch für Investoren ist die Stadt spannend: Der hohe Bedarf an studentischem Wohnraum trifft auf ein vergleichsweise knappes Angebot. Die Nachfrage bleibt hoch – trotz aller Herausforderungen am Markt. STUDIS: BERLIN BELIEBT 57 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2025

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