46 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2025 Menschen & Märkte Reportage sagten kurz vor dem ersten Lockdown wieder ab. Am Ende griffen 50 Bekannte und Nachbarn mit den beiden Studenten zum Spaten – und schufteten drei Tage durch. INTENSIVE ZUSAMMENARBEIT MIT SCHULEN UND KITAS Ein Zeitstrahl mit Bildern auf der Homepage dokumentiert, wie schnell die Bäume wachsen, viele in wenigen Monaten um einen halben Meter. Dass die Pflanzen extrem dicht zusammenstehen, ist nur auf den ersten Blick ein Gegensatz. Denn durch die hohe Pflanzdichte steigt der Konkurrenzdruck innerhalb des Systems. „Gekoppelt mit den geschaffenen Bodenvoraussetzungen entsteht so eine stabile, urwaldähnliche Oase bereits nach 30 Jahren, die auf natürlichem Wege mindestens 200 Jahre in ihrer Entstehung benötigt hätte“, schreiben die Gründer. Die Tiny Forests seien bis zu 20mal dichter und durchschnittlich 18-mal diverser als herkömmliche Wälder. Der 2021 gegründete gemeinnützige Verein Miya e.V. ist inzwischen wie Citizens Forests bundesweit unterwegs. Der große Unterschied: Miya sieht sich eher in der Rolle eines professionellen Dienstleisters, der die Projekte im Auftrag von Privatleuten, Schulen, und anderen Bildungseinrichtungen, Städten und Kommunen sowie Unternehmen plant und umsetzt. Grob kalkuliert kostet dies 150 Euro pro Quadratmeter, inklusive Vorbereitungsworkshop, partizipativer Pflanzaktion sowie der Materialien. Besonders intensiv arbeitet Miya mit Schulen und Kitas zusammen. Wie das funktioniert, zeigt ein siebenminütiger Film auf YouTube, den die Brandenburgische Landeszentrale für politische „SO ENTSTEHT EINE URWALDÄHNLICHE OASE NACH 30 JAHREN, DIE SONST MINDESTENS 200 JAHRE ZUR ENTSTEHUNG BENÖTIGT HÄTTE.“ Lukas Steingässer, Tiny-Forest-Gründer in der Uckermark Bildung in der Kita „Oderknirpse“ in Frankfurt/Oder gedreht hat. „Was brauchen wir denn als Erstes, wenn wir einen Baum pflanzen wollen?“, fragt Steingässer. „Ein Loch!“, ruft ein kleines Mädchen aufgeregt. Fortan buddeln die Kinder, setzen mit den Profis Ahorn, Traubenkirsche, Esche und andere Bäume auf die rund 100 Quadratmeter große Fläche. Es wird gegraben, gemulcht und gelacht. „Wir wollen bei den Kindern Begeisterung und Verantwortungsgefühl für die Natur wecken“, so Steingässer. Das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt sind davon überzeugt und zeich1
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