Immobilienwirtschaft 3/2025

45 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2025 „TINY FORESTS SIND AUCH EINE GUTE KLIMAANPASSUNGSMASSNAHME, DA SIE EINEN KÜHLENDEN EFFEKT AUF DIE UMGEBUNG HABEN UND SOMIT DER ENTSTEHUNG VON STÄDTISCHEN HITZEINSELN ENTGEGENWIRKEN.“ Dr. Stefanie von Berg, Leiterin des Bezirksamts Hamburg-Altona 150 Der Verein Miya kalkuliert pro Quadratmeter mit Kosten von 150 Euro, inklusive Vorbereitungsworkshop, Materialien und partizipativer Pflanzaktion. zwei Jahren werden die Wälder im Wesentlichen sich selbst überlassen. Andererseits entschädigt der Spaßfaktor für die Mühen. Wer sich auf der Website durch die Fotos der Pflanzaktionen scrollt, sieht fröhliche Gesichter – auch bei trübem Wetter. Und wer mit Girardot spricht, spürt seine fast kindliche Begeisterung: „Ich habe das Glück, etwas Sinnvolles vorantreiben zu dürfen, das Menschen zusammenbringt.“ PANDEMIE HÄTTE DAS PROJEKT FAST GEFÄHRDET Rund 320 Kilometer östlich von Hamburg engagiert sich eine zweite Initiative für die Tiny-Forest-Bewegung. Der Impuls entstand im Sommer 2019, also fast zeitgleich mit Citizens Forests. Lukas Steingässer, Student an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, lernte in den Niederlanden einen Experten für die Miyawaki-Methode kennen. Zurück in Brandenburg schob Steingässer mit einem Kommilitonen das erste Projekt in der Uckermark an. Beinahe hätte die Pandemie dem Projekt einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. 250 Helferinnen und Helfer wollten den 700 Quadratmeter großen Modellwald pflanzen, fast alle helfen auch bei der Finanzierung. In der Regel ist dies kein Problem. Für lokale Projekte wird gern gespendet.“ Da für die Grundstücke nichts gezahlt werden muss, bleiben die Ausgaben überschaubar. Wurzelnackte Setzlinge kosten etwa ein Euro pro Stück, nur wenn diese aus Witterungsgründen nicht verfügbar sind, wird es teurer: Für Containerpflanzen werden bis zu sieben Euro pro Stück fällig. Nicht zu unterschätzen ist der Faktor Zeit. Ehrenamtler können keine Rundum-sorglos-Pakete schnüren. Wer in seiner Stadt eine Fläche bepflanzen will, muss sich intensiv selbst darum kümmern – von den Verhandlungen mit dem Eigentümer über Gespräche mit den zuständigen Ämtern (ab einer gewissen Größe muss die aufzuforstende Fläche von Behörden genehmigt werden), dem Besorgen der Setzlinge und des Materials wie Spaten und Mulchmaterial (in der Regel Stroh) bis zum Zusammentrommeln von Helferinnen und Helfern. Falls ein Zaun gesetzt werden soll, wird es noch aufwändiger. In den ersten zwei Jahren muss Unkraut gejätet werden. Und bei außergewöhnlicher Trockenheit sollten die Pflanzen gegossen werden. Nach 3 4 2

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