44 · Immobilienwirtschaft · 03 / 2025 Menschen & Märkte Reportage 1 GRÜNDER Stefan Scharfe (l.) und Lukas Steingässer realisierten zum Start von Miya einen Modellwald in der Uckermark 2 AM MAIN Auf dem Gelände der Wohnungsbaugesellschaft Mühlheim am Main entstand dieser Tiny Forest 3 BILDUNG Kleine Kinder für die Natur begeistern – auch das zählt zu den Zielen von Miya 4 INITIATOR Pascal Girardot, Gründer und Kopf der Initiative Citizens Forests, vor einem Projekt in Altona auf das Ehrenamt, erst in diesem Jahr will der Verein eine hauptamtliche Kraft einstellen. Dieses Konzept kann nur aufgehen, wenn die Organisation für jedes Projekt genügend Freiwillige findet, die bei Wind und Wetter zum Spaten greifen. Offenbar hat der Verein einen Nerv getroffen. „Bei der ersten Pflanzaktion kamen rund 40 Leute, bei der zweiten bereits 180. Wir mussten sie bitten, pro Teilnehmer maximal fünf Bäume zu pflanzen“, so Girardot. Unternehmen, Privatpersonen und die öffentliche Hand überlassen dem Verein die Grundstücke. Dies muss für mindestens 15 Jahre vertraglich gewährt sein, sonst würde sich der Aufwand nicht lohnen. Die beiden Flächen in Reeperbahn-Nähe stellte das Bezirksamt Altona zur Verfügung. „Wir alle wissen, wie wichtig Wälder für das Klima und die Artenvielfalt sind. In der Stadt ist der Platz für große Forstflächen jedoch begrenzt. Die Pflanzung der Mini-Wälder Anfang 2023 war daher ein weiterer Schritt für Altona, um den Herausforderungen des Klimawandels auch im urbanen Raum aktiv zu begegnen“, sagt Dr. Stefanie von Berg. Für die Leiterin des Bezirksamts Altona, von 2011 bis 2019 für die Grünen Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, bieten die Mini-Wälder nicht nur vielen Tierarten und Insekten ein neues Zuhause: „Sie sind auch eine gute Klimaanpassungsmaßnahme, da sie einen kühlenden Effekt auf die Umgebung haben und somit der Entstehung von städtischen Hitzeinseln entgegenwirken. Darüber hinaus verbessern sie die Luftqualität.“ Ihr positives Zwischenfazit: „Die Bäume haben sich resilient entwickelt, brauchen aber weiter Zeit zum Wachsen. Noch ähneln sie Sträuchern, doch sukzessive wird daraus ein Wäldchen entstehen, das sich optimal in die urbane Fläche einfügt.“ ÜBERSCHAUBARE AUSGABEN In wenigen Jahren peilt Citizens Forests 500 solcher Pflanzaktionen pro Jahr an. Girardot setzt dabei auf die Unterstützung von Stiftungen und Unternehmen: „Sie sollen Teil unserer Vision werden.“ An dem Konzept ehrenamtliches Engagement will er nicht rütteln. Girardot sieht den Verein dabei in einer Ratgeber- und Vermittler-Rolle: „Wir nehmen die Leute an die Hand. Selbstverständlich stellen wir unser Knowhow kostenlos zur Verfügung und 1
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